Friedrich Merz unter Druck: SPD fordert anderen Ton vom Kanzler
"Nerven liegen blank"
SPD sorgt sich um Koalitionspartner CDU
Von afp
14.09.2026 - 14:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach der immer lauter werdenden Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz aus den eigenen Reihen äußert sich nun auch die SPD. Vor allem Merz’ Tonfall und Kommunikationsstil sorgen beim Koalitionspartner für Unmut.
In der SPD-Bundestagsfraktion wächst die Sorge wegen der CDU-internen Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). "Man hat schon den Eindruck, dass ein bisschen die Nerven momentan blank liegen innerhalb der CDU", sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese am Montag dem Sender Welt TV. "Ich kann nur noch mal an den Koalitionspartner appellieren, jetzt wirklich wieder in die Spur zu kommen, Dinge gemeinsam mit uns auch besser zu machen."
Wiese appellierte an die CDU, nun zügig die vereinbarten Reformprojekte umzusetzen. Ob das unbedingt unter einem Bundeskanzler Merz sein müsste, ließ Wiese offen. Jedenfalls müsse sich Friedrich Merz um eine "andere Tonlage" bemühen, sagte der SPD-Politiker.
Er sei "nicht zufrieden gewesen mit den Äußerungen des Bundeskanzlers, dass Bürgerinnen und Bürger als faul hingestellt wurden, diese Debatte über Lifestyle-Teilzeit oder dass bestimmte Berufsgruppen Nutznießer sind", sagte Wiese. "Das hat alles nicht geholfen. Wenn man Reformen machen will, dann muss man die Bürgerinnen und Bürger auch mitnehmen." Hier müsse die Regierung "selbstkritisch hinschauen".
SPD steht hinter der Koalition
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Siemtje Möller macht einen Verbleib ihrer Partei in der Regierungskoalition nicht von der Person Friedrich Merz abhängig. Grundsätzlich sei der Koalitionsvertrag zwischen den Parteien geschlossen, und die CDU habe das Personalvorschlagsrecht für das Amt des Bundeskanzlers.
"Und sofern es irgendwelche Absatzbewegungen geben sollte, müssten dann weitere Gespräche geführt werden", sagte Möller zu Welt TV. "Dementsprechend gibt es von unserer Seite überhaupt gar keinen Zweifel daran, dass es richtig ist, in der Regierung zu sein."