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FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 im Test: Das leistet der Top-Router

Wirtschaft

Seit Anfang Oktober ist die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 verfügbar. Der erst auf der IFA Anfang September vorge­stellte Router ist derzeit exklusiv für Kunden von 1 1 erhältlich. Die Tele­fonge­sell­schaft bietet das Gerät unter der Bezeichnung HomeServer Pro an. Anfang kommenden Jahres will FRITZ! sein neues Spit­zenmo­dell für DSL- und Glas­faser­anschlüsse in den freien Handel bringen. Die unver­bind­liche Preis­empfeh­lung liegt bei stolzen 429 Euro. Doch was leistet die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90? Wir haben das Gerät ausprobiert.

Schon äußerlich unter­scheidet sich die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 deutlich von bisherigen Router-Modellen des in Berlin ansässigen Herstellers. Das Gehäuse ist kompakter und kantiger gestaltet. Durch die aufrechte Bauweise erinnert der Router an ein Buch und lässt sich beispiels­weise in einem Regal platzieren. Die Anschlüsse befinden sich hinter einer abnehmbaren Abdeckung. Kabel können dadurch geordnet aus dem Gerät heraus­geführt werden. Gerade bei einer sichtbaren Aufstellung im Wohnzimmer könnte das ein Vorteil sein.

Mini­malismus von FRITZ!

FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90

Foto: teltarif.de, modifiziert mit KI Auch bei den Bedien­elementen hat FRITZ! aufgeräumt. Statt mehrerer Status­anzeigen gibt es nur noch eine LED und eine Taste. Die LED signa­lisiert unter anderem den Betriebs­zustand und mögliche Verbin­dungs­probleme. Das reduzierte Erschei­nungs­bild hat allerdings auch Nachteile: Wer bislang anhand verschie­dener Leucht­dioden sofort erkennen konnte, ob beispiels­weise WLAN oder Telefonie aktiv sind, erhält diese Infor­mationen nicht mehr unmittelbar am Gehäuse. Es ist auch nicht mehr möglich, beispiels­weise die WLAN-Funktion direkt durch einen Tastendruck am Router ein- und auszu­schalten.

Ein neues Wärme­manage­ment soll zudem eine effiziente Kühlung der internen Komponenten ermöglichen. Das funk­tioniert in der Praxis offenbar gut. Zumindest das Gehäuse wurde im Test deutlich weniger warm als bei früheren FRITZ!Box-Modellen. Dazu tragen unter anderem Lüftungs­schlitze an der Oberseite des Routers bei, die sich gut ins Design des Routers einfügen.

DSL und Glasfaser: Zwei Modems an Bord

Startseite zur Konfiguration

Screenshot: teltarif.de Die größte Stärke der FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 liegt in ihrer Viel­seitig­keit. Sie besitzt sowohl ein DSL- als auch ein Glas­faser­modem. Das hatte von den Routern des Herstellers, der früher unter dem Namen AVM bekannt war, bislang nur die FRITZ!Box 5690 Pro. Am DSL-Anschluss werden ADSL2+, VDSL und Super­vecto­ring 35b unterstützt. Damit sind theoretisch Geschwin­digkeiten von bis zu 300 MBit/s möglich. Praktisch hängt die erreichbare Geschwin­digkeit vom gebuchten Tarif und der Qualität der Leitung ab.

Für Glas­faser­anschlüsse unterstützt das Gerät die Standards GPON und AON. Über GPON sind bis zu 2,5 GBit/s möglich, bei AON maximal 1 GBit/s. Zusätzlich kann die FRITZ!Box über ihren 2,5-Gigabit-WAN-Anschluss an einem externen Glas­faser­modem betrieben werden. Auch die Nutzung hinter einem Kabelmodem ist grund­sätz­lich möglich. Nicht unterstützt wird dagegen XGS-PON. Dieser Glas­faser­stan­dard ermöglicht Inter­netan­schlüsse mit Geschwin­digkeiten von bis zu 10 GBit/s.

Für diese Zielgruppe ist der neue Router ideal

Besonders interessant ist das Gerät für Haushalte, die gegenwärtig noch DSL verwenden und künftig auf Glasfaser wechseln möchten. In diesem Fall kann der Router grund­sätz­lich weiter­genutzt werden. Voraus­setzung ist, dass der Glas­faser­anschluss einen unter­stützten Standard verwendet.

Freilich kann nach einem derartigen Produkt­wechsel auch ein beliebiger anderer Router eingesetzt werden, wenn dieser hinter einem passenden Modem betrieben wird. Der Vorteil der FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 - und auch der FRITZ!Box 5690 Pro - besteht darin, dass auf ein zusätz­liches Modem verzichtet werden kann.

Wi-Fi 7 auf drei Frequenz­bändern

Kabeldurchführung (in unserem Fall Strom und Netzwerk)

Foto: teltarif.de, modifiziert mit KI Für die drahtlose Verbindung verwendet die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 den aktuellen WLAN-Standard Wi-Fi 7. Dabei kommen die Frequenz­bereiche 2,4, 5 und 6 GHz zum Einsatz. Die maximalen theo­reti­schen Über­tragungs­raten liegen bei 688 MBit/s auf 2,4 GHz sowie jeweils 5.760 MBit/s auf 5 und 6 GHz. Insgesamt bewirbt der Hersteller das Gerät mit einer kombi­nierten WLAN-Datenrate von rund 12,2 GBit/s. Diese Angabe darf allerdings nicht mit der tatsächlich erreich­baren Geschwin­digkeit eines einzelnen Endgeräts verwechselt werden. Sie ergibt sich aus den theo­reti­schen Maxi­malwerten mehrerer Funkbänder.

Zu den unter­stützten Tech­nolo­gien gehört Multi Link Operation (MLO). Damit können geeignete Wi-Fi-7-Endgeräte mehrere Frequenz­bereiche für ihre Verbindung nutzen. Auf 5 GHz arbeitet der Router mit vier räumlichen Daten­strömen, während auf 2,4 und 6 GHz jeweils zwei Datenströme zur Verfügung stehen. Im Test mit einem Samsung Galaxy S26 Ultra, das die Multi Radio Funktion unterstützt, kamen wir im Abstand von eineinhalb Metern zum Router auf einen Daten­durch­satz von knapp 2.600 MBit/s. Selbst im Nachbarraum - mit Wand dazwischen - waren es noch rund 2.300 MBit/s.

FRITZ!OS 8.47 vorinstalliert und nach wie vor aktuell

Screenshot: teltarif.de Wie gut der Router im eigenen Haushalt funk­tioniert, hängt stark vom Aufstel­lungsort, den baulichen Gege­benheiten und den verwendeten Endgeräten ab. In unserem Fall wurde eine rund 80 Quadrat­meter große Wohnung recht gut versorgt. In den Rand­berei­chen waren die Signale zwar schwach, aber stabil.

Hier leistet sich FRITZ! böse Patzer

Während die WLAN-Leistung der FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 im Test überzeugen konnte, gab es hinsicht­lich der Ausstattung Einschrän­kungen, die einem Flaggschiff-Modell nicht würdig sind. Neben den Anschlüssen für DSL- und Glasfaser-Anschlzss stehen ein kombi­nierter 2,5-Gigabit-WAN/LAN-Port, ein zusätz­licher 2,5-Gigabit-LAN-Anschluss sowie zwei Gigabit-LAN-Buchsen zur Verfügung. Wer den WAN-Port für ein externes Modem benötigt, kann somit nur drei weitere Netz­werk­geräte direkt per LAN verbinden.

Gegenüber der FRITZ!Box 5690 Pro fällt außerdem der USB-Anschluss negativ auf. Während das Vorgän­germo­dell USB 3.0 unterstützt, beschränkt sich die neue Generation auf USB 2.0. Das kann insbe­sondere beim Einsatz externer Spei­cher­medien zum Problem werden, weil die Daten­geschwin­digkeit deutlich niedriger als bei der FRITZ!Box 5690 Pro ist. Besitzer von NAS-Systemen werden so regelrecht ausgebremst, wenn sie größere Datenmengen trans­ferieren.

Die FRITZ!Box als Tele­fonzen­trale

Bei der Telefonie bietet die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 die bekannten Möglich­keiten, die der Hersteller auch bei anderen Router-Modellen bietet. Dazu gehören eine DECT-Basis­station für Schnur­loste­lefone, die Unter­stüt­zung von IP-Telefonie sowie ein Anschluss für ein analoges Telefon oder Faxgerät. Auch Funktionen wie Anruf­beant­worter und die Verwaltung verschie­dener Rufnummern gehören zum Leis­tungs­umfang von FRITZ!OS.

Im Smart-Home-Bereich unterstützt der Router DECT ULE und Zigbee. Damit lassen sich unter anderem kompatible Heiz­körper­regler, Schalt­steck­dosen und Leucht­mittel einbinden. Der Router kann somit neben der Inter­netver­sorgung auch die Rolle einer zentralen Steu­erein­heit für verschie­dene Geräte im Haushalt übernehmen. Eine voll­stän­dige Matter-Unter­stüt­zung gehört zum Marktstart allerdings noch nicht zum verfügbaren Funk­tions­umfang. Dieses Feature ist hingegen für die FRITZ!Box 5690 Pro angekündigt bzw. mit der Labor-Firmware bereits verfügbar.

FRITZ!OS: Bewährte Software

Startseite von fritz.box

Screenshot: teltarif.de Auch wenn die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 im neuen Design daherkommt: Wenn es um die Software geht, werden sich Nutzer, die schon frühere FRITZ!-Produkte verwendet haben, sofort heimisch fühlen. Der Router hat das bewährte FRITZ!OS an Bord, aktuell in der Version 8.47, die man von anderen Geräten nicht kennt. Die stabilen Varianten tragen ansonsten die Nummern 8.25, 8.26 oder 8.50, die Labor-Versionen tragen die Nummer 8.40.

Der Funk­tions­umfang ist mit dem anderer FRITZ!Boxen vergleichbar. Beispiele sind der WLAN-Gastzugang, Kinder­siche­rungen, VPN-Verbin­dungen über WireGuard und IPSec sowie die Verwaltung von Netz­werk­frei­gaben. Auch der Aufbau eines Mesh-Netzwerks mit kompatiblen FRITZ!-Repeatern wird unterstützt. Umgekehrt kann die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 auch zur Erweiterung eines WLAN-Netzes eingesetzt werden, aktuell aber nur über eine Ethernet-Kabel­verbin­dung zum Haupt-Router. Wir haben das im Rahmen des Tests in Verbindung mit der FRITZ!Box 5690 Pro erfolgreich ausprobiert.

Fazit: Flaggschiff mit einigen Schwächen

Drei parallele Verbindungen

Screenshot: teltarif.de Die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 ließ sich für den Test einfach einrichten. Die Menüführung ist selbst­erklä­rend. Das Gerät arbeitete auch bei längerem Einsatz stets zuverlässig. Wi-Fi 7, 6-GHz-Unter­stüt­zung und Multi Radio sind Killer­features, auch wenn noch nicht alle Geräte im Heimnetz diese Funktionen beherrschen. Hinsicht­lich der Anschlüsse und der USB-Unter­stüt­zung ist das aktuelle FRITZ!-Flaggschiff hingegen nicht so gut aufgestellt. Da kann man bei einer unver­bind­lichen Preis­empfeh­lung von 429 Euro mehr erwarten.

Die Kombination aus DSL- und Glas­faser­modem sowie die umfang­reiche Telefonie- und Smart-Home-Unter­stüt­zung macht das Gerät dennoch zu einer inter­essanten Lösung für anspruchs­volle Haushalte. Hinzu kommen das über­arbei­tete Gehäuse und die durchdachte Kabel­führung, die wir im Unboxing zur FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 bereits gezeigt haben.

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