FRITZ!OS 8.50: Werbeblocker und Gaming
FRITZ! hat die finale Fassung von FRITZ!OS 8.50 nach gut vier Monaten im FRITZ! Labor freigegeben. Laut der offiziellen Produktseite des Herstellers umfasst die neueste FRITZ!-Firmware über 40 Neuerungen und Verbesserungen.
Interessant ist das Update vor allem für Haushalte, in denen online gespielt wird, während andere streamen oder Downloads ziehen, und für Nutzer, die ihre Werbefilterung bislang einem Raspberry Pi mit Pi-hole überlassen.
DNS-Filter und automatische Priorisierung haben allerdings Grenzen: FRITZ! schaltet beide nur für ausgewählte Modelle frei. Gegen Werbung, die YouTube direkt von den eigenen Servern ausspielt, ist auch der neue Filter machtlos.
DNS-Filter: Werbeblocker für jedes Gerät im Heimnetz
Der DNS-Filter von FRITZ!OS 8.50 gleicht Domain-Anfragen aus Heim- und Gastnetz mit hinterlegten Sperrlisten ab und blockiert Treffer, egal ob sie von einem PC, Smartphone, Smart-TV oder von einer Spielkonsole stammen.
Neben eigenen Einträgen verarbeitet die FRITZ!Box öffentliche Listen in gängigen Formaten, etwa gegen Werbung, Tracker, Phishing-Seiten oder Botnetze. Testen ließ sich die Funktion bereits mit der Labor-Version 8.40 für die FRITZ!Box 5690 Pro. Wer bislang einen Pi-hole betreibt, bekommt die Grundfunktion nun direkt im Router.
Als vollwertiger Werbeblocker taugt der Filter trotzdem nur bedingt. Werbung, die von derselben Domain kommt wie der eigentliche Inhalt, rutscht durch, weshalb sich YouTube-Spots per DNS nicht vom Video trennen lassen.
Außen vor bleiben auch Clients, welche den Router gar nicht erst fragen: Wer im Browser DNS over HTTPS ("DoH") mit externem Anbieter nutzt oder Geräte mit fest eingetragenem DNS-Server betreibt, umgeht die Sperrlisten vollständig.
Warum FRITZ! den Filter nicht für jede Box freigibt, deuten die Labor-Changelogs an. Der Hersteller musste dort eine fälschliche Speicherwarnung nach dem Aktivieren des DNS-Filters beheben. Umfangreiche Sperrlisten belegen Arbeitsspeicher, und davon haben ältere Modelle weniger.
Automatische Priorisierung: FRITZ!Box bevorzugt Spiele
FRITZ!OS 8.50 identifiziert echtzeitkritische Datenströme wie Online-Spiele und Videokonferenzen selbstständig, ohne dass Nutzer dafür einzelne Geräte manuell priorisieren müssen.
Welche Geräte die Box gerade bevorzugt, zeigt die Benutzeroberfläche am jeweiligen Netzwerkgerät an, rückwirkend für bis zu 24 Stunden. Neu ist laut Release Notes zudem, dass Priorisierungseinstellungen auch in Richtung Heimnetz greifen, also im Downstream.
Den Ping zum Spieleserver senkt die FRITZ!Box damit nicht. Sie verhindert lediglich, dass der Steam-Download im Nebenzimmer die Latenz in die Höhe treibt, sobald die Leitung ausgelastet ist. Laut Pressemitteilung führt FRITZ! die Funktion schrittweise ein. In den Release Notes der FRITZ!Box 7690 ist sie bereits enthalten.
Failsafe für 4G- und 5G-Modelle, Matter-Bridge und Smart Check
Mit FRITZ!OS 8.50 können FRITZ!Box-Modelle mit 4G oder 5G erstmals einen Internetzugang über einen Ethernet-Port nutzen und damit den Ausfallschutz FRITZ! Failsafe selbst übernehmen. Hängt die Box an einem Glasfasermodem ("ONT"), übernimmt bei einem Ausfall automatisch der Mobilfunk.
Die FRITZ!Box 5690 Pro wird zur Matter-Bridge und reicht angemeldete Smart-Home-Geräte an Apple Home, Google Home und Amazon Alexa weiter. Nutzen lässt sich das erst, wenn das Topmodell selbst das Update erhält.
In der MyFRITZ!App zeigt der neue Smart Check den Zustand der FRITZ!Box auf dem Startbildschirm an und weist beispielsweise auf eine fehlende Mesh-Verbindung hin. Nötig ist dafür mindestens Version 2.16.0 der iOS-App oder 2.29.0 der Android-App. Den größten Nutzerkreis erreicht davon der Smart Check. Failsafe und Matter-Bridge setzen dagegen passende Hardware voraus.
Welche FRITZ!Box bekommt FRITZ!OS 8.50 als Nächstes?
FRITZ!OS 8.50 soll nach Herstellerangaben alle aktuellen FRITZ!Box- und FRITZ!Repeater-Modelle erreichen, eine Reihenfolge nennt FRITZ! jedoch nicht. Den besten Anhaltspunkt liefert das FRITZ! Labor: Vorabversionen liefen dort zuletzt unter anderem für die DSL-Modelle 7590 AX, 7590, 7530 AX und 7630, die Glasfaser-Boxen 5690 Pro, 5690 XGS und 5590 Fiber, die Kabelrouter 6690, 6670 und 6660 Cable sowie die FRITZ!Boxen 4690 und 4050.
Besitzer dieser Modelle können mit dem finalen Update rechnen. Ob jede Box auch die beiden neuen Kernfunktionen erhält, lässt FRITZ! offen. Bei aktivierten Auto-Updates installiert die FRITZ!Box 7690 die neue Firmware selbstständig. Manuell startet die Suche unter fritz.box über "System > Update > Neues FRITZ!OS suchen".
Mitmachen und kommentieren
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich schon auf Ihre Meinung in den Kommentaren zu unserer Meldung. Sollten Sie hingegen noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie PCGH auch gerne bei 🔈 YouTube oder 💬 WhatsApp und erhalten Sie Neuigkeiten zu CPUs, Grafikkarten, Speicher, Gaming, KI und Netzpolitik direkt in Ihrem Feed.