Frontprobleme „kaum zu leugnen“
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Front-Probleme „kaum noch zu leugnen“: Selbst Putins größte Fans bangen mittlerweile um den Sieg
Von: Christoph Gschoßmann
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Russlands einflussreichste Militärblogger räumen ein, was der Kreml verschweigt – und ein Exilpolitiker zieht die schärfste Schlussfolgerung.
Moskau – Es gibt Momente, in denen Propaganda an ihrer eigenen Realität zerbricht. Russlands Militärblogger – die lautesten Stimmen hinter Russlands Angriffskrieg, Millionen-Accounts auf Telegram, Stichwortgeber für eine ganze Nation – schreiben dieser Tage keine Siegesmeldungen mehr. Sie sind konsterniert.
Der Telegram-Kanal „Zwei Majore“ mit 1,2 Millionen Abonnenten räumt ein: „Dass im Vergleich zu früheren siegessicheren Karten gravierende Probleme bestehen, lässt sich kaum noch leugnen.“ Blogger Juri Kotenok, selbst überzeugter Kriegsbefürworter, warnt seine Leser auf Telegram: „Der Feind ist nicht besiegt, steht nicht vor der Kapitulation, hat nicht die Absicht, sich in die Defensive zurückzuziehen.“ Und Juri Podoljak, mit 2,7 Millionen Followern die reichweitenstärkste Stimme der russischen Militärbloggerwelt, klingt erschöpft: „Die Probleme sind dieselben wie eh und je, und solange wir sie nicht lösen, ist kein strategischer Erfolg möglich.“
Russland: Geschönte Berichte statt Frontwahrheit
Was diese Selbstkritik besonders brisant macht, ist ihr Ziel: der eigene Militärapparat. Das amerikanische Institute for the Study of War (ISW) hält in seiner Lageanalyse vom 26. September 2026 fest, dass russische Milblogger selbst beschreiben, wie eine grassierende Lügenkultur innerhalb des Militärs ukrainische Erfolge begünstigt. Kommandeure melden nach oben, was oben gehört werden will. Die Folgen sind konkret: Falsche Lageberichte verhindern, dass russische Kräfte Artilleriefeuer auf Positionen anfordern können, die sie selbst als bereits eingenommen gemeldet haben. Benachbarte Einheiten planen Operationen auf Basis eines Lagebildes, das mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat. Das ISW dokumentiert zudem, dass Russland im August 2026 nur noch rund 90 Quadratkilometer ukrainisches Territorium einnahm – im August 2025 waren es noch über 500. Der Vormarsch ist faktisch zum Stillstand gekommen.
Z-Blogger Michail Swintschuk vom einflussreichen Telegram-Kanal „Rybar“ benennt das Kernproblem: „Der entscheidende Punkt ist eine Fehleinschätzung der Lage, die zu einer Kettenreaktion der Probleme führte.“
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