Frust im Weißen Haus: Regierung sucht „Wundermittel“ für Trumps großes Problem
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Frust im Weißen Haus: Regierung sucht „Wundermittel“ für Trumps großes Problem
Von: Lukas Richter
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Im Weißen Haus wächst der Frust, weil gegen die hohen Spritpreise kaum schnelle Mittel bleiben.
Im Weißen Haus wächst der Frust über die Folgen des Krieges gegen Iran. Die Energiepreise sind stark gestiegen, doch die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat nur begrenzte Möglichkeiten, Benzin und Diesel schnell wieder billiger zu machen. Gleichzeitig rücken die Kongresswahlen näher.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Spritpreise verschärfen Trumps Problem
Die Stimmung in Trumps Umfeld sei von „Frust darüber geprägt, dass sie das nicht in den Griff bekommen“, sagte der frühere Trump-Wirtschaftsberater Stephen Moore dem US-Magazin Politico. Benzin kostete am Montag landesweit im Schnitt 4,32 Dollar je Gallone. Diesel erreichte mit 6,23 Dollar einen Rekordwert.
Mehrere Krisen belasten derzeit die Energiemärkte. Der Krieg beeinträchtigt den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen für Öltransporte. Nach Angriffen wurde in der vergangenen Woche zudem eine wichtige saudische Pipeline abgeschaltet. Auch ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien erschweren laut Politico die Dieselproduktion.
Trump machte am Montag vor allem den Ukraine-Krieg für die hohen Dieselpreise verantwortlich. „Der Anstieg des weltweiten Dieselpreises ist hauptsächlich durch den Russland/Ukraine-Krieg verursacht, nicht durch den Iran“, schrieb er auf Truth Social.
Regierung sucht nach kurzfristigen Gegenmitteln
Die US-Regierung prüft unterdessen Möglichkeiten, mehr Treibstoff im eigenen Land produzieren zu lassen. Eine erwogene Option ist laut Politico der Defense Production Act. Das Gesetz erlaubt es der Regierung, Unternehmen bei für die nationale Sicherheit wichtigen Gütern bestimmte Produktionsvorgaben zu machen.
Ein schneller Effekt wäre allerdings schwer zu erreichen. Die amerikanischen Raffinerien arbeiten dem Bericht zufolge bereits mit annähernd 98 Prozent ihrer Kapazität. Selbst zusätzliche staatliche Eingriffe könnten deshalb nicht ohne Weiteres kurzfristig deutlich mehr Verarbeitungskapazität schaffen.
Ein externer Energieberater sagte Politico, die Regierung suche „noch immer nach Wundermitteln“. Das Weiße Haus erklärte, es spreche mit internationalen Partnern und der Industrie über zusätzliche Lieferwege, eine Ausweitung der Raffineriekapazität und mehr Produktion.
Selenskyj widerspricht Trump
Trump versuchte am Montag auch mit mehreren Beiträgen auf Truth Social, die Sorgen um die Versorgung zu zerstreuen. Er schrieb, Öl fließe durch die Straße von Hormus. Zudem erklärte er, Iran wolle schnell eine Vereinbarung.
Der Präsident behauptete außerdem, Russland und die Ukraine hätten sich darauf verständigt, Angriffe auf Energieanlagen einzustellen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj widersprach: Eine solche Vereinbarung sei nicht getroffen worden. Man sei aber zu einem Abkommen bereit.
Die Ölpreise blieben dennoch hoch. Brent-Rohöl kostete am Montag rund 109 Dollar je Barrel und damit so viel wie seit Mai nicht mehr. Nach einem Research Brief der Brown University vom 8. September hatten die höheren Benzin- und Dieselkosten seit Beginn des Iran-Krieges bereits die Marke von 100 Milliarden Dollar überschritten. Im Durchschnitt entstanden einem US-Haushalt demnach zusätzliche Kosten von mehr als 750 Dollar.
Umfrage zeigt schwierige Ausgangslage vor Midterms
Damit trifft der Preisanstieg die Republikaner weniger als zwei Monate vor den Kongresswahlen. In einer CBS-News/YouGov-Erhebung vom 8. bis 11. September sagten 54 Prozent der wahrscheinlichen Wähler, sie würden derzeit den demokratischen Kandidaten in ihrem Wahlkreis unterstützen. 46 Prozent nannten den republikanischen Kandidaten. Quellen: Brown University, CBS News, Politico, nif/red.