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Fryzza: Gründer sichern sich DHDL-Deal mit zwei Investoren

Nation

Wie viel kostet es, eine Pizza für den Airfryer zu entwickeln? Im Fall von Fryzza offenbar 100.000 Euro – heißt es zumindest in der Show „Die Höhle der Löwen“. Dort stellen Sternekoch Alexander Wulf, Sommelier Ronny Schreiber und TV-Moderator Dieter Könnes ihr Produkt vor. Um weiter zu wachsen, brauchen sie 350.000 Euro und bieten dafür zehn Prozent ihrer Firmenanteile an.

Eine Tiefkühlpizza von einem Sternekoch, zugeschnitten für ein Haushaltsgerät, das in Deutschland gehyped wird – da werden die Investoren hellhörig. Und auch erste Zahlen können die Gründer vorweisen. Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung hätten sie innerhalb von sechs Monaten eine halbe Million Euro Umsatz gemacht. Außerdem sei Fryzza bereits in 700 Märkten erhältlich.

Was halten die Löwen von der Fryzza?

Doch bei Food-Startups zählen nicht nur Zahlen. Ob ein Investment zustande kommt, hängt vor allem von einer entscheidenden KPI ab, und die heißt Geschmack. Deswegen dürfen die Löwen die Fryzza natürlich auch probieren.

Die Pizza für den Airfryer besteht aus Natursauerteig aus dem Steinofen, erklärt Wulf in der Sendung. Der werde von Hand gezogen und belegt. Die Tomatensoße sei zudem mit einem speziellen Gewürz verfeinert. Etwa fünf bis sechs Minuten braucht die Fryzza zum Aufbacken. Damit sie in den Aifryer passt, kommt sie im Gegensatz zu anderen Tiefkühlpizzen rechteckig daher. Aktuell gibt es die Fryzza in vier Sorten: Thunfisch, Salami, Mozzarella und Veggie.

Geschmacklich können die Gründer mit der Fryzza punkten. Die Löwen sind begeistert. Taste-Test erfolgreich bestanden. Was bei ihnen hingegen nicht ganz so gut ankommt, ist die Firmenbewertung der Gründer. Die ist den Investoren mit 3,5 Millionen Euro zu hoch. Der bisherige Umsatz von Fryzza rechtfertige das nicht, auch wenn Janna Ensthaler den Foundern zugesteht: „Es ist eine sportliche Bewertung, aber ihr habt ja auch sportlich schon Erfolg gehabt.“

Fokus, Fokus, Fokus

Für Ensthaler steht jedoch eine andere Frage im Raum. Sie will wissen, wer von den Gründern Fryzza in Vollzeit vorantreiben wird. Da erfahren die Investoren, dass die Fryzza-Gründer nicht nur zu dritt sind. Mit Lars Jansen und Josef Kirisits sind noch zwei weitere Mitgründer an Bord, die ihren Schwerpunkt im Handel, in der Logistik und der Produktion haben.

Wulf erklärt außerdem, dass sein Restaurant Troyka montags bis mittwochs geschlossen ist. Diese Zeit nutzen Wulf und Schreiber für Fryzza, sagen sie. Die Gründer sehen auch genau darin ihre Stärke, dass sie neben Fryzza hauptberuflich noch etwas Anderes machen. So könnten sie Werbung für das Produkt machen. Das Netzwerk helfe ihnen auch. So hätten sie den schnellen Marktstart auch hinbekommen.

Frank Thelen sieht das zunächst nicht so. Dass das eine Stärke sei „ist Blödsinn“, sagt er. Um ein erfolgreiches Food-Produkt aufzubauen, brauche man als Gründer vor allem eines, und das sei Fokus.

Für Carsten Maschmeyer ist das neben der Bewertung ein weiterer Grund, auszusteigen. Kurz darauf entscheidet sich auch Judith Williams gegen ein Investment. Die Gründer erzählen, dass sie aufgrund der Nachfrage inzwischen eine Variante der Fryzza für den Kühlbereich entwickelt haben. Williams sieht das skeptisch. Wer skalieren wolle, müsse sich ihrer Erfahrung nach auf ein Produkt konzentrieren. Da ist es wieder, das Thema Fokus.

Thelen macht für Gründer eine Ausnahme

Aber auch wenn die Investoren Gründer bevorzugen, die sich voll und ganz in ihr Business stürzen, sagt Ensthaler: „Manchmal gibt es auch Ausnahmen zu der Regel. Ihr habt bewiesen, dass ihr viel aufgebaut habt.“ Ensthaler will das Investment.

Wenn die Fryzza-Gründer eine klassische Wachstumsstory hinlegen wollen, dann sei sie die klassische Investorin, die die Gründer machen lasse, aber immer da sei, mit allen Kontakten, die die Gründer brauchen, sagt Ensthaler. Sie macht ihnen ein Angebot: 350.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Aber auch Thelen und Ralf Dümmel sind interessiert. Thelen ist von Gründern und Produkt so überzeugt, dass er eine Ausnahme macht, selbst wenn sie nicht in Vollzeit an Fryzza arbeiten. Die beiden Löwen machen ein gemeinsames Angebot. Für 350.000 Euro fordern sie 28,57 Prozent der Firmenanteile. „Wir wollen in euer Team, heißt, ihr wärt nicht fünf, sondern sieben“, sagt Thelen. „Wir haben alle die gleichen Anteile.“ Auch wenn es den Gründern in der Show sichtlich weh tut, mehr Prozente abzugeben als sie eigentlich wollten, entscheiden sie sich für das Investoren-Duo.

Deal hat stattgefunden

Der Deal hat nach der Show auch tatsächlich stattgefunden, wie Gründerszene aus dem Umfeld der Investoren erfahren hat. Die Zusammenarbeit laufe auf Hochtouren, heißt es in einer Pressemitteilung. „Vieles entwickelt sich laut Gründerteam sogar schneller als geplant“, steht darin. „Fryzza soll die Pizza werden, die im Tiefkühler nicht fehlen darf“, sagt Dümmel.

Für Thelen ist Fryzza nach Y-Food, Ankerkraut und 3Bears ein weiteres DHDL-Food-Investment. Er sieht in Fryzza mehr als nur eine Tiefkühlpizza. „Das Produkt wurde von Grund auf für eine neue Art der Zubereitung entwickelt. Ralf kennt die Welt der Heißluftfritteusen wie kaum ein anderer und ich bringe die Erfahrung mit, wie man Marken skaliert. Zusammen mit den Gründern ist das ein richtig starkes Team“, heißt es von Thelen in einem Statement.

Nach der Sendung haben sich die fünf Gründer und die beiden Investoren im Troyka zusammengesetzt, sagt Könnes gegenüber Gründerszene. Durch das Netzwerk von Ralf Dümmel soll Fryzza jetzt kurzzeitig als Aktion bei Lidl verfügbar sein. Und auch mit Bofrost konnte das Startup laut Könnes einen weiteren Partner gewinnen.

Für Fryzza gehe es nun darum, den Markt zu durchdringen, sodass Kunden das Produkt immer wieder kaufen und Fryzza als Marke zu etablieren. Das wollen die Gründer auch durch neue Produkte schaffen. „Wir arbeiten an weiteren Varianten der Fryzza“, sagt Könnes. Gemeint sind damit neue Sorten. Etwa wie die „Speciale“ – die sei auch schon fertig. Auch eine glutenfreie Variante oder eine High-Protein-Variante seien in der Entwicklung. „Da müssen wir schauen, wie der Markt darauf reagiert. Das muss mehr als ein Special-Interest sein.“

Und auch, dass keiner der Gründer in Vollzeit bei Fryzza arbeitet, sei laut Könnes kein Thema mehr.

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