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Fryzza in der Höhle der Löwen: Wie es mit Start-up nach der Sendung weiterging

Nation

Fryzza | Die Höhle der Löwen: „Mir fehlt oft die Zeit zum Kochen, erst recht zum Pizzamachen“

Fryzza feiert Erfolge mit Tiefkühlpizza für Airfryer. Das schmeckt den Investoren Ralph Dümmel und Frank Thelen. Doch wie will das Start-up Konkurrenten auf Abstand halten?

Ronny Schreiber, Dieter Könnes und Alexander Wulf (v.li.), Gründer von Fryzza Foto: RTL

Fryzza bietet eine Tiefkühlpizza für die Heißluftfriteuse und gewinnt damit Investoren wie Ralf Dümmel und Frank Thelen

Das Start-up besteht aus fünf Gründern mit unterschiedlichen Branchenhintergründen und konnte sechs Monate nach Gründung eine halbe Million Euro Umsatz erzielen

Fryzza konzentriert sich auf hochwertige Zutaten, eine spezielle Rezeptur und nutzt eine externe Produktion in Ungarn statt eigener Herstellungsanlagen

Das Unternehmen will mit starken Partnern wie Lidl und Bofrost wachsen und plant neue Produkte für Airfryer sowie weitere Kategorien

Die Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.

Um die 1,2 Milliarden Tiefkühl-Pizzen werden jährlich in Deutschland verkauft, Tendenz steigend. Fryzza aus Baesweiler bei Aachen will in dem umkämpften Markt mit einer Fertigpizza punkten, die für die Zubereitung in der Heißluftfriteuse optimiert ist. Hinter dem Start-up stehen fünf Gründer: der TV-Moderator Dieter Könnes, der Sternekoch Alexander Wulf, der Sommelier Ronny Schreiber, der Süßigkeiten-Großhändler Lars Jansen und der Kaffee-Unternehmer Joe Kirisits.

Schon bei dem im März aufgezeichneten Pitch im TV-Format „Die Höhle der Löwen“ konnte das Team eine halbe Million Euro Umsatz nach sechs Monaten vorweisen. Ganz nach dem Geschmack von Ralf Dümmel und Frank Thelen, die für ein Investment von 350.000 Euro zusammen 28,57 Prozent der Firmenanteile übernahmen. Auch Janna Ensthaler wäre gerne beim Start-up eingestiegen. Im Interview berichten drei der Fryzza-Gründer, was seit der Aufzeichnung passiert ist, wie die Idee entstanden ist, an welche Dinge sie zu naiv herangegangen sind – und was sie als Nächstes vorhaben.

WirtschaftsWoche: Wie kommen ein Moderator, ein Sternekoch und ein Großhändler darauf, zusammen eine Tiefkühlpizza auf den Markt zu bringen?

Dieter Könnes: Alex und ich kennen uns vom WDR. Ich habe da mal die „Servicezeit“ moderiert, er hat in der Sendung vorher regelmäßig gekocht. Den Kontakt habe ich wiederbelebt, weil ich die Idee zu einem neuen Youtube-Format hatte. Und Lars sollte als Handelsexperte mitwirken. Beim Termin in Alex‘ Restaurant war sein Geschäftspartner Ronny dabei. Wir haben also das Konzept besprochen, irgendwie kam dann die Rede auf italienisches Essen und Pizza. Jemand hat die Frage in den Raum geworfen, ob es überhaupt schon eine Pizza für den Airfryer gibt. Beim Googeln haben wir nichts gefunden – und wir sind den Gedanken nicht mehr losgeworden, dass man daran etwas ändern sollte.

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Wie ging es nach dem Treffen weiter?

Dieter Könnes: Wir haben erst einmal recherchiert, ob es wirklich noch nichts gibt. Und unsere These validiert, dass sowohl der Markt für Tiefkühlpizza als auch der Airfryer-Absatz nach oben zeigen. Wir haben uns auch in unseren Netzwerken umgehört und direkt eine Interessensbekundung aus dem Handel bekommen. Da haben wir beschlossen, die Firma zu gründen. Mit Joe kam noch unser fünfter Mitgründer hinzu, der uns den Kontakt zu Produzenten hergestellt hat, bei denen wir Muster angefordert haben. Auf dieser Basis hat Alex dann an der Rezeptur gearbeitet.

Herr Wulf, und Sie als Sternekoch können Tiefkühlpizzen tatsächlich etwas abgewinnen?

Alexander Wulf: Ich kenne die Vorurteile über Spitzenköche. Aber keiner ernährt sich nur von Kaviar und Gänseleber. Ich liebe Pizza. Und mir geht es wie den meisten Gastronomen: Ich arbeite sehr viel und mir fehlt privat oft die Zeit zum Kochen, erst recht zum Pizzamachen. Wenn ich todmüde nach Hause komme, muss es schnell gehen. Das ist das Geniale an unserer Fryzza: Die ist in fünf bis sechs Minuten fertig, man muss auch keinen Ofen vorheizen. Und wenn man beim Warten doch schon einschläft, passiert nichts weiter. Ich sage das, weil mir in jungen Jahren mal eine Pizza über Nacht im Ofen verbrannt ist – mich hat erst der Gestank geweckt.

Sie sind Aushängeschild Ihres Restaurants Troyka. Haben Sie keine Sorge, dass Ihr Ruf leidet, wenn Ihr Name auf Kartons von Tiefkühlpizzen steht?

Alexander Wulf: Das war schon ein gewisses Risiko. Deswegen habe ich von Anfang an gesagt: Es muss richtig gut werden – auch wenn das bedeutet, dass wir zugunsten der Qualität auf höhere Margen verzichten. Die Rezeptur habe ich am Anfang immer wieder verändert. Für mich war klar: Die Pizza ist erst fertig, wenn sie einen Geschmacksorgasmus im Mund auslöst.

Bei den „Löwen“ kam Ihre Pizza geschmacklich gut an. Worauf haben Sie bei der Entwicklung besonders geachtet?

Alexander Wulf: Beim Natursauerteig haben wir lange am richtigen Salzgehalt gefeilt. Für die Tomatensauce haben wir eine eigene Gewürzmischung entwickelt. Und wir verwenden auch sonst hochwertige Zutaten, zum Beispiel eine Rinder-Puten-Salami statt einer aus Schweinefleisch. Der Sauerteig wird ganz dünn von Hand gezogen und wird schön knusprig. Und nach dem Vorbacken kommt die Pizza direkt in den Schockfroster und wird mit Folie verschlossen. So entsteht gar nicht erst der Tiefkühlgeschmack.

Eine eigene Produktion wäre mit einem hohen Investment verbunden Lars JansenFryzza-Gründer

Mit diesem Anspruch haben sich auch andere Newcomer wie Gustavo Gusto auf dem Markt etabliert. Die setzen aber oft auf eine eigene Produktion, Sie nutzen dagegen Dienstleister. Warum?

Lars Jansen: Wir wollen uns auf die Rezepte und das Marketing konzentrieren. Eine eigene Produktion wäre mit einem hohen Investment verbunden. Und das bringt jede Menge Komplexität ins Unternehmen – schon wegen der vielen Sicherheitsstandards und Zertifizierungen. Wir haben einen Produzenten in Ungarn gefunden, zu dem wir ein großes Vertrauensverhältnis entwickelt haben. Das war nicht der preiswerteste Produzent in unserer Auswahl, aber von Anfang an geschmacklich der beste.

Und wie haben Sie den Sprung in die Supermärkte geschafft?

Lars Jansen: Der Vorteil ist, dass unser Mitgründer Joe vor allem über seine Kaffeemarken in Österreich schon im Handel ist. Ich handle in Deutschland mit importierten Süßigkeiten und Getränken. Eine bestehende Lieferantenbeziehung ist ein großes Plus: Die Handelsketten müssen einen nicht komplett neu listen, sondern nur ein neues Produkt aufnehmen. Sonst hätten wir es niemals geschafft, sechs Monate nach der Gründung in den ersten Märkten vertreten zu sein.

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Warum haben Sie mit Frank Thelen und Ralf Dümmel überhaupt noch Investoren an Bord genommen?

Dieter Könnes: Wir haben gemerkt, dass wir trotz unserer wahnsinnigen Bemühungen und unseres guten Netzwerks an Grenzen kommen. Das betrifft vor allem den Bereich Handel, Netzwerke und Strukturen, die man noch besser kennen müsste. Auch die Skalierung wollen wir lieber mit jemandem angehen, der davon Ahnung hat. Auf eigene Faust wären wir sehr viel langsamer gewesen. Geschwindigkeit ist in dieser Branche ein enorm wichtiger Faktor, wenn man nicht überholt werden will.

Konkurrenz haben Sie längst: Wagner verkauft auch Pizzen für die Heißluftfriteuse. Und auch andere Hersteller dürften bald nachziehen, wenn Sie Erfolg haben.

Dieter Könnes: Der Markt ist schon brutal. Wagner und Dr. Oetker sind die Platzhirsche, dann bleibt noch ein kleines Kuchenstück für alle anderen. Da kann man sich schon auf die Schulter klopfen, wenn man es überhaupt in den Handel schafft. Das war uns vorher nicht so bewusst. Wir dachten einfach: Wir sind Fryzza, wir sind cool, das wird schon klappen. Im Nachhinein sind wir dankbar für unsere Naivität. Sonst wären wir die ganze Sache vielleicht nicht angegangen.

Gab es in Ihrer jungen Karriere als Start-up-Gründer auch schon Rückschläge?

Alexander Wulf: Letztes Jahr im November und Dezember hatten wir eine Phase, in der wir schon sehr gekämpft haben. Das war einerseits sehr spannend, hat mir aber definitiv ein paar graue Haare eingebracht. Wir haben auch Fehler gemacht, aber versuchen, daraus zu lernen. Man darf nicht vergessen, dass von uns Fünfen keiner vorher schon mal Tiefkühlpizza verkauft hat. Dafür schlagen wir uns gut. Umso besser, wenn wir dabei die Großen ein bisschen ärgern.

Welche Fehler haben Sie denn gemacht?

Dieter Könnes: Wir haben uns ein bisschen zu sehr darauf ausgeruht, im Markt zu sein. Wir mussten lernen, dass man viel tun muss, um dann dauerhaft sichtbar zu bleiben und die Abverkaufszahlen zu halten oder zu steigern. Um Fryzza zu etablieren, müssen und wollen wir alle weiter Vollgas geben.

In welche Richtung soll es denn weitergehen?

Dieter Könnes: Es gibt einen Mehrstufenplan. Die erste Stufe ist, mit den Löwen die Fryzza dauerhaft zu etablieren. Da haben wir in den nächsten drei bis sechs Monaten alle Hände voll zu tun: Anfragen bedienen, die Lieferketten einhalten und natürlich so produzieren, dass die Kundenzufriedenheit hoch bleibt. Wir haben mit Lidl als Aktionspartner und mit Bofrost als nationalem Distributor für Onlinebestellungen zwei ganz starke Partner dazugewonnen. Parallel arbeiten wir schon an neuen Produkten: zum einen an weiteren Fryzza-Varianten, zum anderen an Airfryer-Mahlzeiten aus anderen Kategorien.

Und ist aus dem eingangs erwähnten Youtube-Format etwas geworden?

Dieter Könnes: Das liegt noch in der Schublade und wird nicht weggeworfen. Gerade wollen wir uns auf das Start-up konzentrieren. Fryzza bedeutet für uns einen großen zeitlichen Aufwand, aber wir sehen darin unternehmerisch eine riesige Chance. Und es motiviert sehr, im Supermarkt nebenan plötzlich das eigene Produkt zu sehen.

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