„Fühle ich mich hier nicht mehr sicher“: Wacken-Besucherin muss Anti-AfD-Patch abreißen
Startseite Panorama „Fühle ich mich hier nicht mehr sicher“: Wacken-Besucherin muss Anti-AfD-Patch abreißen Von: Marvin Köhnken Uns auf Google folgen Das Metal-Festival Wacken Open Air hat offenbar ein Problem mit Security-Mitarbeitenden, die politische Botschaften auf Kutten, Shirts und Flaggen nicht zulassen. Das Wacken Open Air will vor allem eines sein: ein Ort, um gemeinsam zu feiern und laute Musik zu genießen. Doch eine nicht ganz kleine Gruppe von Menschen fühlt sich in diesem Jahr offensichtlich nicht willkommen auf dem „Holy Ground“ des größten Metal-Festivals der Welt. Gemeint sind mehrere Personen, die ihren Unmut darüber geäußert haben, dass sie unter anderem beim Einlass auf das Infield aufgefordert wurden, Anti-AfD-Patches oder entsprechende Kleidung zu entfernen. Allen Beschwerden gemein: Sie kommen von politisch linksorientierten Menschen. Auch vor den Bühnen sei es demnach beispielsweise im Verlauf des Mr.-Hurley-Konzerts zu Begegnungen mit Security-Mitarbeitenden gekommen, die einzelne Personen angewiesen hätten, unter anderem Regenbogenfahnen und politisch linke Band-Patches nicht mehr auf dem Gelände mit sich zu führen. Zwar verbietet die Festival-Ordnung „Werbemaßnahmen gleich welcher Art“, auf Nachfrage vom Szene-Magazin Festivalstalker bestätigte die Wacken-Crew aber, dass das Entfernen von entsprechenden Patches nicht „im Sinne“ des Teams sei. Die Wacken-Orga versprach, bei entsprechenden Meldungen dagegen vorgehen zu wollen, und habe die Securitys mehrfach aufgefordert, solche Eingriffe zu unterlassen. Offenbar mehrere Vorfälle auf dem Wacken 2026 mit Security-Anweisungen gegen politische Aussagen Tatsächlich sind einige der von Fans beschriebenen Begegnungen mit Security-Mitarbeitenden alles andere als eine Lappalie. Laut dem Festivalstalker-Team, das sich nach ersten Hinweisen auf die Suche nach weiteren Fällen gemacht hat, hätten Wacken-Besucher mitgeteilt, „dass eben diese Security-Teams wohl auch eindeutig rechtsradikale Symbole (wie eine schwarze Sonne) auf sich tragen“. Auf weitere Nachfragen zu den Vorfällen hat das Wacken-Team bis Samstagmittag weder dem Szenemagazin noch unserer Redaktion geantwortet. Im vergangenen Jahr war sogar die Polizei mit Regenbogenflagge auf dem Wacken unterwegs. Und auch die Wacken-Crew spricht sich an mehreren Stellen immer wieder gegen Rassismus und Diskriminierung aus. Ziel sei es, ein Zuhause für alle Metalfans zu schaffen. Ein Post auf der Diskussionsplattform Reddit hatte die Diskussion im Verlauf des Festivals in Schleswig-Holstein im Besonderen aufgezeigt. Darin beschreibt eine lesbische Wacken-Besucherin, dass sie ihren „FCK AFD“-Patch beim Einlass abreißen musste. Alternativ hätte sie auch den Rückweg zum Zelt antreten können, wollte aber eine Band sehen und entschied sich daher laut eigener Aussage zum Entfernen des politischen Slogans. Viele Kommentatoren und Kommentatorinnen bei Reddit und im Wacken-Forum berichten von ähnlichen Vorfällen. Einige vermuten, die betreffenden Mitarbeitenden seien nicht richtig geschult oder übervorsichtig. Andere vermuten, einzelne Securitys handelten absichtlich so. Lesbische Wacken-Besucherin fühlt sich auf dem Festival nicht willkommen und bleibt 2027 zu Hause