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Fujita bricht den Bann: St. Pauli besiegt den VfL Wolfsburg

Sport

Stand: 12.09.2026 23:27 Uhr

Der FC St. Pauli hat überraschend am Samstagabend das Zweitliga-Topspiel gegen den VfL Wolfsburg gewonnen: Das 1:0 (0:0) gegen den großen Aufstiegsfavoriten kommt einer Erlösung gleich, mussten die Kiezkicker doch lange auf dieses Erfolgserlebnis warten.

von Florian Neuhauss

Seit dem 28. Februar waren die Hamburger saisonübergreifend sieglos geblieben. Elendig lange 14 Pflichtspiele in Folge mussten der Bundesliga-Absteiger und seine Fans warten. Der Sieg gegen Wolfsburg war verdient, ob der Entstehung des Siegtreffers aber durchaus glücklich. Wolfsburgs Jonas Adjetey versuchte noch, Joel Fujitas Schuss wegzuköpfen, fälschte den Ball aber so nur unhaltbar für Torhüter Jakub Zielinski ab. 1:0 für St. Pauli in der 88. Minute. Der Rest war Jubel am Millerntor.

Für die Wolfsburger war es derweil die erste Saisonniederlage. Und gleichzeitig ein Rückschlag im engen Rennen um die Aufstiegsplätze. Der große Favorit liegt jetzt schon fünf Punkte hinter Spitzenreiter 1. FC Nürnberg.

Erleichterung bei St. Pauli, Frust bei Wolfsburg

David Nemeth hatte den 28. Februar nicht auf der Rechnung - die Freude war aber auch bei St. Paulis Kapitän sehr groß. "Viel Erleichterung. Alle sind sofort zu Joel gelaufen. Es hat einfach gut getan, auch weil wir in den letzten Wochen nicht so das Glück gehabt haben", sagte der Österreicher nach dem Spiel und lobte nicht zuletzt die Kommunikation seines Teams auf dem Platz.

Sein Gegenüber, Hauke Wahl, ärgerte sich hingegen über den späten Gegentreffer. "'Kuba' hätte den Ball gehalten, wenn der Schuss nicht abgefälscht worden wäre", sagte der ehemalige St. Paulianer, der dieses Mal die Wolfsburger als Kapitän ans mit 29.546 Zuschauern ausverkaufte Millerntor geführt hatte. "Wir haben leider einen Fehler zu viel gemacht."

Viele Chancen auf beiden Seiten, aber keine Tore

Sollte zu Beginn noch jemand nicht so richtig wach gewesen sein, weckte sie Fabian Reese. Wolfsburgs Linksaußen zirkelte einen Freistoß perfekt über die Mauer - die Latte rettete für den geschlagenen Keeper Ben Voll (5.). Auf der anderen Seite konnte sich auch der junge Zielinski auszeichnen, als Connor Metcalfe wuchtig vom Strafraum abzog (10.). Zwei Minuten später war der Pole auch beim Kopfball von Abdoulie Ceesay zur Stelle. Voll war es dann wiederum, der im Eins-gegen-eins mit Reese die Führung der Gäste verhinderte (20.).

St. Pauli und Wolfsburg schonten sich nicht, es war intensiv, spannend, teilweise mitreißend. Den ersten Torwart-Fehler hätte Ceesay nutzen müssen. Zielinski hatte auf regennassem Boden den Ball aus den Händen rutschen lassen. Der gambische Stürmer schaltete schnell und schoss aus spitzem Winkel - ans Außennetz (27.). Chancen gab es auf beiden Seiten, St. Pauli hatte die besseren. Insgesamt war es kurios, dass es torlos in die Kabinen ging.

Erst kommt Wolfsburg, dann St. Pauli mit Wucht

Die zweite Hälfte kam da im Vergleich weit weniger unterhaltsam daher. Eine Standardsituation hätte dann für die Führung der "Wölfe" sorgen können. Nach einer missglückten Variante kam Kilian Fischer vom Sechzehner frei zum Schuss, der sauste jedoch am Pfosten vorbei (54.).

Jetzt war aber auch St. Pauli wieder da - und wie. Erst schoss Fujita vorbei (59.). Sekunden später machte es Metcalfe besser, der Australier scheiterte allerdings an der Latte. Und dann war gegen Eric Smith wieder Zielinski auf dem Posten (61.).

Fujita erfüllt St. Paulis Hoffnungen

St. Pauli schnupperte am ersten Dreier der Saison - doch fand in der Folge nicht mehr den Weg zum Tor. Was auch an der Wolfsburger Defensivqualität lag. So kam WM-Fahrer Adjetey genauso als Joker auf den Platz wie Maximilian Arnold und Yannick Gerhardt. Die beiden Letzteren kommen zusammen auf beeindruckende 695 Bundesliga-Einsätze.

Und es schien so, als würden die Hamburger Hoffnungen einmal mehr enttäuscht. Doch dann kam Fujita. Der Japaner tanzte am Strafraum ein paar Gegenspieler aus. Ob sein Schuss den Weg ins Tor gefunden hätte? Den Hamburgern war es egal. Mit dem ersten Saisonsieg steht St. Pauli jetzt im Tabellenmittelfeld - nur noch zwei Punkte hinter Wolfsburg.

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