Füllkrug-Rückkehr zu Werder Bremen perfekt
Niclas Füllkrug posierte mit verschränkten Armen und einem Lächeln im Trikot von Werder Bremen im Mittelkreis des Weser-Stadions. Seine berühmte Zahnlücke war dabei unübersehbar. Die Rückkehr "Lückes" hatte Bremen schon vor der offiziellen Bestätigung in helle Aufregung versetzt. Ob "Transfer-Hammer" (DeichStube), "Überraschungstransfer des Sommers" ("Bild"-Zeitung) oder "Sensations-Rückkehr" (Sky): Als Füllkrug am Dienstagvormittag mit seinem weißen BMW dann tatsächlich am Osterdeich vorfuhr, schwelgten sie im Werder-Kosmos endgültig in Superlativen über den vermeintlichen Heilsbringer. "Ganz besonderer Klub für mich" "Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass Werder für mich ein ganz besonderer Klub ist. Daher war ich auch bereit, wirtschaftliche Abstriche zu machen, damit die Leihe zustande kommt. Mir war es wichtig, wieder für Werder zu spielen. Ich habe richtig Lust auf Bremen und die Bundesliga", sagte der 33-Jährige nach dem bestandenen Medizincheck. Der frühere Nationalspieler und Bremer Fan-Liebling soll als "Soforthilfe" (Profifußball-Leiter Peter Niemeyer) die grün-weiße Offensivflaute beheben. Füllkrug wechselt für ein Jahr auf Leihbasis vom englischen Premier-League-Absteiger West Ham United an die Weser. Für den Werder-Deal verzichtet der Angreifer auf einen Teil seines Gehalts. Füllkrug dürfte die letzte Aktivität des Bremer Transfer-Sommers sein, erst am Montag hatten die Norddeutschen Offensivkraft Eren Dinkci vom SC Freiburg verpflichtet. Füllkrug lässt Fan-Herzen höherschlagen "Niclas ist ein klassischer Torjäger, ist körperlich stark, sehr gut im Kopfballspiel, technisch gut und kann Bälle fest machen. Er wird unser Spiel in jedem Fall bereichern. Zudem ist er ein absoluter Führungsspieler, der auf und neben dem Platz vorangeht", sagte Trainer Daniel Thioune. Füllkrug – allein der Name lässt die Herzen der Werder-Fans höherschlagen. Erinnerungen werden wach an glorreiche Tage. Der Torjäger hatte seine Profikarriere vor 14 Jahren in Bremen begonnen und stürmte von 2019 bis 2023 erneut für den Klub. 19 Mal traf der Angreifer in der Zweitliga-Saison 2021/22 und trug seinerzeit maßgeblich zur Bundesliga-Rückkehr bei. Seit 2 Jahren aus dem Tritt gekommen Im Oberhaus avancierte Füllkrug mit 16 Treffern dann gar zum Torschützenkönig, wurde Nationalspieler und wechselte zu Borussia Dortmund, von wo aus es ihn im Sommer 2025 für 27 Millionen Euro nach England verschlug. Dort konnte sich Füllkrug, den Verletzungen in der Vergangenheit immer wieder aus dem Rhythmus brachten, allerdings nicht durchsetzen. Im Januar 2026 wechselte er auf Leihbasis zur AC Mailand, um mehr Spielpraxis zu erhalten und sich für die WM in den USA, Mexiko und Kanada zu empfehlen. Doch auch in Mailand kam er nicht in Schwung, in 20 Spielen gelang ihm lediglich ein Treffer. Füllkrug verpasste die WM und landete bei West Ham auf dem Abstellgleis. Auch Klopp erinnern, dass es ihn noch gibt In Bremen, wo alles ein bisschen kleiner, alles ein bisschen familiärer und alles ein bisschen vertrauter ist, will "Fülle" seiner Karriere nun neuen Schwung verleihen – und vielleicht sogar den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp daran erinnern, dass es ihn noch gibt. Der 24-malige Nationalspieler soll mit seiner Präsenz und seinen Toren dafür sorgen, dass Werder bundesweit an Strahlkraft gewinnt und vor allem nicht wieder in Abstiegsnöte gerät. Seinem Team fehle "im letzten Drittel einfach noch mal diese Abschlussqualität", hatte Thioune zuletzt moniert. Eine Qualität, die Füllkrug zweifelsfrei mitbringt. Und die er jetzt in der Bundesliga wieder regelmäßig unter Beweis stellen will. Mehr zum Thema: