DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold +0,17 % 4.107,00 USD 22:59:54 Silber -1,75 % 57,79 USD 22:59:48 Brent +1,22 % 90,12 USD 20:28:19 WTI +1,29 % 84,67 USD 22:59:59 Bitcoin +0,30 % 63.004,41 USD 12:22:20 EUR/USD +0,52 % 1,15270 USD 23:29:22 EUR/GBP -0,31 % 0,85510 GBP 23:29:22 EUR/CHF -0,23 % 0,93060 CHF 23:29:22 EUR/JPY -3,08 % 181,491 JPY 23:29:22

Fürs Elektroauto: Fast die Hälfte der Halter versäumen diesen Vorteil

Wirtschaft

Besitzer*innen eines Elektroautos können 2026 im Schnitt rund 300 Euro pro Jahr über die sogenannte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) kassieren. Dafür müssen sie lediglich einen Antrag ausfüllen. Trotzdem verzichtet ein Großteil von ihnen auf dieses Geld. Viele Elektroauto-Halter*innen verschenken bares Geld Für das Verpflichtungsjahr 2025 hat das Umweltbundesamt nur für etwa 58 Prozent der berechtigten Elektroautos eine Bescheinigung ausgestellt, wie aus der offiziellen Auswertung der Behörde hervorgeht. Damit haben rund 42 Prozent der Halter*innen eines Elektroautos keinen Antrag gestellt und verzichten so auf bares Geld, das ihnen ohne größeren Aufwand zustünde. Der Anteil sinkt seit Jahren. Für die Verpflichtungsjahre 2022 und 2023 lag die Beantragungsquote jeweils noch bei 75 Prozent, für 2024 bei 64 Prozent. Als Hauptgrund gilt der Preisverfall der THG-Prämie im Jahr 2025, in dem viele Anbieter nur noch zweistellige Beträge auszahlten, teils knapp über 100 Euro. Dazu kam eine verkürzte Meldefrist, die Anträge inzwischen nur noch bis November statt bis Jahresende zulässt. Die THG-Quote zwingt Mineralölkonzerne dazu, den CO2-Ausstoß ihrer Kraftstoffe Jahr für Jahr zu senken. Erreichen sie ihre Einsparziele nicht, zahlen sie Strafe oder kaufen sich frei, etwa mit CO2-Zertifikaten aus dem Betrieb von Elektroautos. Ein Elektroauto verursacht deutlich weniger Emissionen als ein Verbrenner, und genau diese Differenz können Halter*innen als Zertifikat verkaufen. Dafür reicht es, einmal im Jahr den Fahrzeugschein bei einem Vermittler hochzuladen. Das Umweltbundesamt zertifiziert die CO2-Einsparung, der Vermittler verkauft das Zertifikat an ein Mineralölunternehmen und zahlt einen Teil des Erlöses als Prämie aus. Der Aufwand bleibt gering, das Geld fließt trotzdem, ganz ohne Stromvertrag, ohne Bindung an einen Anbieter und ohne monatliche Kosten. Warum die Prämie 2026 spürbar gestiegen ist Die THG-Prämie hat keinen festen Wert, sondern bildet sich am Markt aus Angebot und Nachfrage. Für 2026 zahlen mehr als 30 Anbieter über 250 Euro, mehr als zehn davon mindestens 300 Euro, wie ein Anbietervergleich von AUTO BILD zeigt. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr geht vor allem auf eine Gesetzesänderung zurück. Seit 2026 dürfen Anbieter Biokraftstoffe nicht mehr doppelt anrechnen, Palmöl fällt komplett raus, und der Staat kontrolliert Kraftstoffimporte strenger. Das hat laut dem Preis-Informationsdienst Argus frühzeitig für höhere Prämien gesorgt. Auch strukturell wächst der Druck auf die Mineralölbranche. Die gesetzlich vorgeschriebene Einsparquote liegt 2026 bei rund 12 Prozent und soll bis 2040 schrittweise auf 59 bis 65 Prozent klettern, je nach Berechnungsgrundlage. Je knapper die Zertifikate werden, desto mehr Wert bekommt die eingesparte Emission der Halter*innen eines Elektroautos. Das dürfte die Prämien mittelfristig eher stützen als schwächen, auch wenn sich kurzfristige Ausschläge wie im Jahr 2025 nicht ausschließen lassen. Topaktuell Wer die Prämie beantragen kann Anspruch haben Halter*innen rein batterieelektrischer Fahrzeuge, die im Fahrzeugschein eingetragen sind. Plug-in-Hybride und andere Teilzeit-Verbrenner bekommen nichts, ebenso wenig Wasserstoff- und Erdgasautos. Neben dem klassischen Elektroauto profitieren auch E-Motorräder und E-Roller ab 11 kW Leistung, sofern eine Zulassungspflicht besteht. Private Wallboxen fördert der Staat dagegen nicht, nur öffentlich zugängliche Ladepunkte zählen. Ob Halter*innen ihr Fahrzeug gekauft oder geleast haben, spielt keine Rolle, entscheidend ist allein der Eintrag im Fahrzeugschein. Wer die Prämie für 2026 will, muss den Antrag bis zum 31. Oktober stellen, denn Vermittler dürfen ihre gesammelten Anträge nur bis zum 15. November beim Umweltbundesamt einreichen. Bis das Geld auf dem Konto landet, vergehen meist mehrere Monate, weil viele Anbieter erst mehrere Anträge bündeln, bevor sie diese weiterleiten. Die Auswahl an Vermittlern ist groß, die Vertragsbedingungen unterscheiden sich aber teils erheblich. Finanztip empfiehlt eine feste Garantieprämie statt eines variablen Flex-Modells und rät, die Quote nur für das laufende Jahr zu verkaufen statt sich mehrjährig zu binden. Wichtig ist außerdem ein Blick in die AGB. Manche Anbieter zahlen erst aus, wenn sie das Zertifikat tatsächlich verkauft haben, andere garantieren die Auszahlung schon nach der Zertifizierung durch das Umweltbundesamt. Bewertungsportale und die Mitgliedschaft im Bundesverband THG-Quote können zusätzliche Orientierung geben. Steuerlich macht die Prämie für Privatpersonen wenig Arbeit: Seit 2022 bleibt sie steuerfrei, solange Halter*innen ihr Fahrzeug privat nutzen. Nur wer sein Elektroauto als Firmen- oder Dienstwagen fährt, muss die Einnahme nach § 22 Nr. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) versteuern. Quellen: „Statistische Auswertung des Vollzugs der 38.BImSchV für das Verpflichtungsjahr 2025“ (UBA, 2026); AUTO BILD; Argus; Finanztip; Gesetze im Internet Hinweis: Ukraine-Hilfe Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen. Hinweis: Affiliate-Links 🛒 Die mit dem Einkaufswagen 🛒 gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Die Produkte werden nach dem besten Wissen unserer Autoren recherchiert und teilweise auch aus persönlicher Erfahrung empfohlen. Wenn Du auf so einen Affiliate-Link klickst und darüber etwas kaufst, erhält unsere Redaktion eine kleine Provision von dem betreffenden Online-Shop. Für Dich als Nutzer verändert sich der Preis nicht, es entstehen hierdurch keine zusätzlichen Kosten. Die Einnahmen tragen dazu bei, Dir hochwertigen, unterhaltenden Journalismus kostenlos anbieten zu können.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren