G95A1 und G95KA1 - Bundeswehr will offenbar bis zu 250.000 weitere Sturmgewehre beschaffen
Nachdem die Bundeswehr den Oberdorfer Handwaffenhersteller Heckler & Koch erst vor einem Monat mit der Lieferung von 250.000 Sturmgewehren des Typs G95A1 und G95KA1 beauftragt hat, wird nun offenbar die Beschaffung von bis zu 250.000 weiteren Sturmgewehren vorbereitet. Dies berichten gut informierte Kreise gegenüber hartpunkt. Weder das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw noch Heckler & Koch wollten sich auf Anfrage von hartpunkt zu dem Sachverhalt äußern. hartpunkt berichtete bereits vor rund einem Jahr, dass die Ausreizung des Sturmgewehr-Rahmenvertrages den Bedarf der aufwachsenden Bundeswehr nicht decken wird und Beobachter den tatsächlichen Bedarf bei rund 500.000 Sturmgewehren sehen. Dieser Bedarf scheint sich dem Vernehmen nach bestätigt zu haben, sodass nun ein zusätzlicher Abruf vorbereitet wird. Gut unterrichtete Kreise gehen davon aus, dass dies in etwa einem halben Jahr erfolgen könnte. Beobachter gehen davon aus, dass die zusätzlichen Sturmgewehre vor allem für die Ausstattung der Reserve und des Heimatschutzes benötigt werden. Derzeitige Pläne der Bundeswehr sehen es vor, dass die Truppenstärke zukünftig auf mindestens 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie mindestens 200.000 Reservistinnen und Reservisten aufwachsen wird. Der Zulauf der Handwaffen ist dem Vernehmen nach direkt im Anschluss an den Lieferplan der jüngst erfolgten Bestellung vorgesehen. Der aktuell mit Heckler & Koch vertraglich vereinbarte Lieferplan sieht es dem Vernehmen nach vor, dass die bereits bestellten 250.000 G95A1- und G95KA1-Sturmgewehre im Wert von rund 800 Millionen Euro bis 2032 an die Bundeswehr geliefert werden. Das G95 basiert auf dem HK416 A8 von Heckler & Koch und ist ein indirekter Gasdrucklader mit Kurzhub-Gaskolbensystem und Drehkopfverschluss im Kaliber 5,56 x 45 mm. Die Waffe ist mit einer verstellbaren Gasabnahme für Normal- und Schalldämpferbetrieb ausgestattet. In der Bundeswehr soll die Waffe das aktuelle Standardsturmgewehr G36 ablösen. Grundsätzlich wird das Sturmgewehr in zwei Ausführungen in die Bundeswehr eingeführt: Als Version Langrohr- (G95A1 mit 16,5-Zoll-Rohr) und als Version Kurzrohr (G95KA1 mit 14-Zoll-Rohr). Waldemar Geiger