Gabor-Areal in Rosenheim verkauft
rosenheim24-de
Rosenheim
Rosenheim Stadt
Knapp 40.000 Quadratmeter: Gabor-Areal in Rosenheim wechselt den Besitzer
Von: Martina Hunger
Uns auf Google folgen
Auf einem der bekanntesten Gewerbeareale Rosenheims steht eine große Veränderung bevor. Knapp 40.000 Quadratmeter des Gabor-Geländes wechseln den Eigentümer. Gemeinsam mit Gabor soll dort langfristig ein neues gemischt genutztes Quartier entstehen.
Rosenheim – Auf dem Gabor-Areal am Joachim-Gabor-Platz 1 in Rosenheim stehen große Veränderungen bevor. Die Gabor-Janzen Familienholding AG und die Reiß & Co. Gruppe haben gemeinsam knapp 40.000 Quadratmeter des bisherigen Firmengeländes der Gabor Shoes GmbH erworben. Das teilten die Unternehmen am Montag (7. September) mit.
Der Kauf erfolgte im Rahmen eines sogenannten Sale-and-Lease-Back-Modells. Das bedeutet: Gabor verkauft die Immobilie, bleibt aber weiterhin Nutzer beziehungsweise Mieter des Standorts. Über den Kaufpreis haben alle Beteiligten Stillschweigen vereinbart.
Aus Gabor-Areal soll neues Quartier werden
Langfristig soll das knapp vier Hektar große Grundstück gemeinsam mit Gabor zu einem gemischt genutzten Quartier weiterentwickelt werden. Welche Nutzungen neben Wohnen künftig konkret vorgesehen sind und in welchem zeitlichen Rahmen die Entwicklung umgesetzt werden soll, geht aus der Pressemitteilung noch nicht hervor. Klar ist jedoch: Für einen Teil des Geländes gibt es bereits sehr konkrete Pläne. Eine positive und bestandskräftige Bauvoranfrage für 150 Studentenappartements liegt nach Angaben der Projektpartner bereits vor. Die direkte Nachbarschaft zur Technischen Hochschule Rosenheim spielt dabei eine zentrale Rolle.
Frederick Janzen, Geschäftsführer des Joint Ventures, betont die langfristige Perspektive des Standorts: „Was Gabor seit jeher auszeichnet, ist die Verbindung von Tradition und Zukunft.“ Gemeinsam mit Reiß & Co. wolle man das Gelände „nachhaltig und zukunftsorientiert weiterentwickeln“ und dabei auch der Verantwortung für die Region gerecht werden.
Gabor bleibt dem Standort erhalten
Für Rosenheim besonders wichtig: Die Transaktion bedeutet nicht, dass sich Gabor unmittelbar vom Standort verabschiedet. Durch das Sale-and-Lease-Back-Modell bleibt die Gabor Shoes GmbH Mieterin auf dem Areal. Die Entwicklung soll ausdrücklich gemeinsam mit dem Unternehmen erfolgen. Damit ist zunächst eine langfristige Weiternutzung des Standortes vorgesehen.
Dr. Jan Dechant, Prokurist der Euro Real Estate GmbH, spricht von einer „zukunftsorientierten“ Neuentwicklung. Die Transaktion sei zudem außerhalb eines öffentlichen Verkaufsprozesses zustande gekommen. Gerade angesichts des schwierigen Immobilienmarktes wertet er dies als Zeichen des Vertrauens in den Standort Rosenheim.
150 Wohnungen direkt neben der Hochschule
Besonders interessant dürfte die geplante studentische Nutzung sein. Die Technische Hochschule Rosenheim liegt in unmittelbarer Nähe des Grundstücks. Auch die Verkehrsanbindung wird in den Planungen hervorgehoben: Die Bushaltestelle „Hochschule/FOS Rosenheim“ befindet sich am Areal, die Bahnhaltestelle „Hochschule“ ist laut Projektgesellschaft in rund fünf Minuten zu Fuß erreichbar. Von dort dauert die Fahrt zum Rosenheimer Hauptbahnhof rund drei Minuten.
Mit den bereits grundsätzlich genehmigten 150 Studentenappartements könnte damit ein größerer neuer Wohnbaustein unmittelbar am Hochschulstandort entstehen.
Münchner Planungsbüro begleitet Entwicklung
Die stadtplanerische und landschaftsarchitektonische Entwicklung übernimmt nicht allein die neue Eigentümergesellschaft. Unterstützt wird das Projekt vom Münchner Planungsbüro „mgk – mahl gebhard konzepte“.
Die Reiß & Co. Gruppe ist nach eigenen Angaben auf komplexe Immobilienprojekte spezialisiert. Das aktuelle Unternehmensportfolio umfasst Projekte und Objekte mit einem Marktwert von mehr als einer Milliarde Euro. Zu den bisherigen Schwerpunkten zählen Wohnungen, Büros, Hotels und Einzelhandel.
Wann auf dem Gabor-Areal die ersten sichtbaren Veränderungen beginnen und wie das neue Quartier im Detail aussehen wird, ist noch offen. Mit dem Eigentümerwechsel und der bereits positiv beschiedenen Bauvoranfrage für 150 Studentenwohnungen sind jedoch die ersten Weichen gestellt. (mh/Reiß & Co. Gruppe)