Gala gegen Heidenheim - Hertha überrascht mit Wow-Faktor
"Ich bin glücklich über die Art und Weise, wie wir gespielt haben und glücklich darüber, dass wir die sechs Punkte auch verdient geholt haben. Kompliment an die Jungs, dass wir unser Ding durchziehen. Speziell in der ersten Halbzeit haben wir tollen Fußball gespielt. Ich freue mich, dass wir Dinge umsetzen und die Jungs alles gut annehmen", sagte Hertha-Trainer Stefan Leitl im Sportschau-Interview. Über 25 Millionen Euro haben die Berliner im Transfersommer mit Spielerverkäufen eingenommen, sie haben ihre Stars abgegeben mit unter anderem Fabian Reese (VfL Wolfsburg), Kennet Eichhorn (Bayer Leverkusen), Tjark Ernst (Feyenoord Rotterdam), Michael Cuisance (RC Lens). Im Gegenzug wurden externe Spieler zum Nulltarif geholt und eigene Talente zu den Profis hochgezogen. Doch all das Misstrauen, das daraus entstand, wird zum Erfolgsmodell des Starts in der 2. Liga. Hertha mit perfekter erster Halbzeit gegen Heidenheim Am ersten Spieltag hatte Berlin überraschend dank eines Treffers von Grönning mit 1:0 gewonnen. Nun war der dänische Stürmer gegen Heidenheim schon in der zweiten Minute der Türöffner für eine echte Demonstration der Stärke der neuen Hertha. Nach einer Freistoßflanke machten die Spieler genau das, was Trainer Stefan Leitl ihnen aufgetragen hatte: Sie blockten den kurzen Pfosten frei und Grönning versenkte die Hereingabe mit einem sehenswerten Flugkopfball. Dieses Tor entfachte einen wahren Hertha-Rausch. Es stürmte nur Berlin, Frank Feller konnte zunächst noch gegen Josip Brekalo im kurzen Eck den zweiten Gegentreffer verhindern (7.), doch allzu lang hielt Heidenheim nicht durch. Winkler legte mit einem Traumtor nach, im Mittelfeldzentrum ließ er erst drei Gegenspieler stehen, dann knallte er den Ball aus 25 Metern genau ins Eck (26.). Die Hertha spielte nicht nur defensiv und offensiv stark, sondern auch noch spektakulär. Auch der dritte Treffer war ein echter Hingucker: Winkler chippte den Ball perfekt in den Lauf von Zeefuik und der Niederländer lupfte direkt über den herausstürmenden Feller zum 3:0 ins Tor (35.). Die perfekte Berliner Halbzeit war perfekt, dagegen präsentierte sich Heidenheim desolat. Schon zum Start gegen den VfL Osnabrück hatte der Absteiger drei Gegentreffer kassiert, da aber selbst vier geschossen. Spannung nach Patzer von Herthas Gersbeck? Mitnichten! Und die Mannschaft von Coach Frank Schmidt arbeitete daran, dass es wieder so wird. Hertha-Keeper Marius Gersbeck irrte nach einem langen Freistoß aus dem Mittelfeld durch seinen Strafraum und Jan Schöppner bedankte sich, indem er den Ball ins leere Tor grätschte und verkürzte (49.). Doch das Heidenheimer Feuer brannte nur kurz, Berlin übernahm danach wieder das Kommando und wirkte nicht allzu beeindruckt. Anders als im ersten Durchgang setzten die Gastgeber aber mehr auf Kontrolle und gingen weniger in die Offensive. Punktuell setzte das Leitl-Team noch Nadelstiche, doch das Augenmerk lag eher darauf, das Risiko zu minimieren und die souveräne Führung nicht in Gefahr zu bringen. Das gelang ohne jede Probleme, von Gersbecks Torhüter-Geschenk abgesehen machte Hertha keine Fehler und Heidenheim strahlte auch so gut wie keine Gefahr aus. Berlins Zeefuik fliegt, Adewumi trifft Dabei leistete sich Zeefuik noch einen völlig unnötigen Aussetzer. Nach einem Zweikampf schlug der Niederländer mit dem Arm zurück gegen den Oberkörper von Maximilian Breunig und sah die Rote Karte (88.). Die Entscheidung war hart, aber nicht falsch, so musste die Hertha die letzten Minuten in Unterzahl überstehen. Doch sie machte nicht nur das, sie schlug nach dem Platzverweis ein viertes Mal zu, nach einem Konter netzte Oluwaseun Adewumi zum 4:1 ein (90.). So feiert Berlin, das aufgrund des Transfersommers vom größten Aufstiegsfavoriten der vergangenen Saison zum Underdog dieser Spielzeit gemacht wurde, den perfekten Sechs-Punkte-Start - nicht nur wegen der Ergebnisse, sondern auch wegen der starken Leistung. So will Hertha nach dem Pokalwochenende freitags bei Eintracht Braunschweig (18.30 Uhr) weitermachen, während Heidenheim einen Tag später gegen Dynamo Dresden (13 Uhr) zurück in die Erfolgsspur kommen möchte. Heidenheims Schmidt schimpft