Galaxy Z Fold 8 im Test: Samsung kommt dem iPhone Ultra zuvor
Samsung wagt beim neuen Galaxy Z Fold 8 etwas gänzlich Neues: Weg vom langgestreckten Fernbedienungs-Format der letzten Jahre, hin zu einem spürbar kürzeren, breiteren und vor allem handlichen Look. Mit hauchdünnen 9,7 Millimetern im geschlossenen Zustand, federleichten 201 Gramm und einem 4:3-Innendisplay greift Samsung zudem genau dort an, wo bisherige Foldables oft nervten. Doch der mutige Formfaktor bringt auch Kompromisse mit sich – wo diese liegen und ob mir das Fold 8 im Alltag gefallen hat, erfahrt ihr in diesem Testbericht. Das Galaxy Z Fold 8 kam mit einer UVP von 1.999 Euro auf den Markt, der Preis ist aber schon nach kurzer Zeit flott gefallen. Im Samsung-Shop bekommt ihr das Fold 8 mit unserem Rabattcode allroundz8 für aktuell 1.799 Euro, im freien Handel gibt es das faltbare Smartphone teilweise schon ab 1.500 Euro. Verfügbar ist das Fold 8 übrigens in den Farben Lavender (unser Testgerät), Weiß und Graphite. Im Samsung-Onlineshop gibt es exklusiv noch ein schickes Pistazien-Grün. Der Lieferumfang fällt aber, wie auch das Gerät selbst, eher dünn aus: Handy, Ladekabel, SIM-Tool, Papierkram. Allerdings legen Samsung und Google eine kostenlose, sechsmonatige Testversion von Google AI Pro im Wert von 131 Euro inklusive 5 TB Cloud-Speicher bei (in der Google One App abrufbar). Das Wichtigste im Überblick #tl;dr Handliches Design mit Reisepass-Format & 4:3-Innendisplay das bisher leichteste Samsung Fold mit 201 Gramm Displayfalte durch Titan-Verstärkung dezenter 4.800 mAh Akku & 45W-Laden dank Silizium-Carbon-Einsatz Überzeugt das Galaxy Z Fold 8? #pro&contra Samsung Galaxy Z Fold 8 Vorteile geniales neues Format sehr leicht & hauchdünn dezentere Displayfalte gute Akkulaufzeit & flotteres Laden sehr helle OLED-Displays langes Update-Versprechen (7 Jahre) mit IP48 gegen Wasser geschützt gute Dual-Kamera Nachteile Zoom-Qualität enttäuscht (keine Telekamera) mäßige Selfiequalität Snapdragon-Chip drosselt stärker Lautsprecher teils ungünstig platziert keine antireflektive Beschichtung außen Design: Ein neues Format! Beim neuen Galaxy Fold 8 wagt Samsung einen mutigen Schritt und füllt die Lücke zwischen Flip 8 und Fold 8 Ultra (dem Fold 7 Nachfolger) mit einem spannenden Format. Denn das Gehäuse ist nicht nur ein gutes Stück kürzer (fast 20 Millimeter), sondern legt gleichzeitig auch um rund 10 Millimeter in der Breite zu – damit sieht es fast wie ein Reisepass aus. Gerüchten zufolge soll sich übrigens auch Apple für sein kommendes Foldable (Stichwort: iPhone Ultra) an genau diesem handlichen Format orientieren. Für meine von normalen Smartphones lang gezogenen Hosentaschen ist die neue Form fast schon zu kurz, ich muss schlichtweg tiefer in die Tasche greifen. Etwas engere Hosentaschen dürften hingegen im Vorteil sein – und auch kleinere Hände werden sich freuen. Denn eine komfortable Einhandbedienung ohne Finger-Gymnastik ist auf dem Coverdisplay endlich wieder möglich (mehr zu den Displays gleich). Was mir im Alltag auffiel: Coverdisplay: in WhatsApp sieht man (beim Tippen) weniger Nachrichten auf einmal Coverdisplay: in Instagram sind einige Postings (v.a. Reels) im Feed länger als das Display (Stories werden mit seitlichen Balken angezeigt) Innendisplay: nicht jede App unterstützt direkt das breitere Format bzw. ist in 4:3 auch nicht unbedingt gut nutzbar In vielen dieser Fälle lohnt es sich also, das größere Innendisplay zu nutzen – teilweise sogar im Hochkantformat (schließlich ist es ja auch direkt mit dabei). Faltbar, dünn und dennoch robust? Trotz der zwei verbauten Bildschirme ist das Fold 8 aufgeklappt nur hauchdünne 4,5 Millimeter schlank und misst zusammengeklappt gerade einmal 9,7 Millimeter – damit ist es nur minimal dicker als ein herkömmliches Smartphone. Mit einem Gewicht von nur 201 Gramm ist es zudem das bisher leichteste Fold-Modell von Samsung. Dennoch macht es einen robusten Eindruck und ist mit IP48 gegen Wasser geschützt. Auch ein 4-tägiges Festival-Wochenende hat das faltbare Handy problemlos überstanden, selbst der feine Staub hatte dabei keine Auswirkungen. Kein Flex-Modus mehr .. schade! Durch leicht angepasste Kanten des Aluminiumgehäuses, neue Magnete und ein überarbeitetes Scharnier lässt sich das Fold übrigens leichter öffnen als bisherige Modelle. Der FlexMode, also das angewinkelte Aufstellen, ist dadurch aber nicht mehr möglich. Die zweite Hälfte kippt schnell nach hinten und auch softwareseitig gibt es dahingehend keine Anpassung mehr (das Ultra-Modell behält das Feature zumindest im 90-Grad-Winkel). Einen weiteren Wermutstropfen gibt es des Weiteren bei den Stereo-Lautsprechern. Die sitzen in der linken Hälfte über und unter dem Coverdisplay, und sind dafür dementsprechend gut platziert, klingen im geöffneten Zustand beim Schauen eines Videos im Breitbild aber linkslastig. Was mir hingegen gut gefällt: Der extrem knackige Vibrationsmotor sowie der flotte und präzise Fingerabdrucksensor im Powerbutton. Display(s) Da es sich um ein Foldable handelt, schaut man beim Galaxy Z Fold 8 natürlich gleich auf zwei Bildschirme: Das 5,5 Zoll große Coverdisplay auf der Außenseite und das aufklappbare 7,6-Zoll-Hauptdisplay im Inneren. Beide Panels arbeiten mit adaptiven 120 Hertz Bildwiederholrate, lösen scharf genug auf und sind von Samsung mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 3.000 NitsSteht für die Leuchtdichte und liefert detaillierte Information über die Orts- und Richtungsabhängigkeit des von einer Lichtquelle abgegebenen Lichtstroms. Die Leuchtdichte einer Fläche bestimmt, mit welcher Flächenhelligkeit das Auge die Fläche wahrnimmt und bietet damit einen Wert, um die Helligkeit von Display zu vergleichen. angegeben. Unsere Messungen zeigen, dass Samsung hier auf dem Datenblatt nicht zu viel verspricht: Spitzenhelligkeit (10 % APL): Beide Screens knacken mühelos die Marke von 2.450 Nits, wenn nur ein kleiner Weißanteil dargestellt wird Vollflächiges Weiß (100 % APL): Selbst bei kompletter Ausleuchtung strahlen Außen- wie Innendisplay mit knapp 1.500 Nits schön hell, das garantiert eine gute Ablesbarkeit selbst bei direktem Sonnenlicht Ceramic-Glas außen, Titan innen? Auf der Außenseite schützt Samsung das Display erstmals mit Corning Gorilla Glass Ceramic 3. Im Vergleich zu bisherigen Glasgenerationen setzt Corning hier auf eine spezielle Keramik-Glas-Kristallstruktur, die vor allem die Sturzfestigkeit auf rauen Oberflächen wie Asphalt massiv verbessern soll – das testen wir aber nur ungern. Im Inneren kommt wiederum die neue Flex Titanium Technologie zum Einsatz. Dabei verbaut Samsung eine ultradünne Titan-Legierungsfolie (nur etwa 1/3 der Dicke eines menschlichen Haares) zusammen mit einer tragenden Titan-Platte direkt unter dem biegsamen OLED-Panel. Dieser Verbund verleiht der Displayeinheit eine spürbar höhere Struktursteifigkeit und macht sie insgesamt dünner (laut Samsung etwa 10 %). Die Falte ist .. weniger geworden! Trotz des Titan-Unterbaus wird das Innendisplay weiterhin von einer weichen Kunststofffolie als „abschließender“ Schutz abgedeckt. Gegen spitze Gegenstände oder festes Aufdrücken mit den Fingernägeln ist die Oberfläche nach wie vor empfindlich. Immerhin ist diese Innenfolie etwas stärker antireflektiv als das Glas auf der Frontseite, bei dem Samsung leider auf die antireflektive Beschichtung vom S26 Ultra (Test) verzichtet. Die berüchtigte Crease im Innendisplay macht tatsächlich einen, wortwörtlich, spürbaren Schritt nach vorne. Sie ist deutlich weniger ertastbar und zeigt sich optisch wesentlich dezenter als noch beim Vorgänger. Komplett verschwunden ist der Knick zwar immer noch nicht, im Alltag störte er mich aber nicht. Akku & Laden: Gute Laufzeiten? Beim Akku geht Samsung endlich den nächsten Schritt, auf die ich als Technik-Nerd lange gewartet habe: Silizium-Kohlenstoff! Denn im Inneren verrichtet ein 4.800 mAh Akku seinen Dienst, der gegenüber den Vorgängern über eine höhere Energiedichte verfügt. Laut Samsung sorgt das auch für weniger elektrischen Stress im Material und ein besseres Hitzemanagement. Im Alltagsbetrieb (ca. 75 % Cover + 25 % Innendisplay) schlägt sich dieses Upgrade hervorragend nieder: Ich komme mühelos auf über 6 Stunden Display-On-Time. Wer hingegen nicht den halben Tag in Social-Media-Apps verbringt (*hust hust*), dürfte locker auch auf über 8 Stunden kommen. Unsere standardisierte Benchmark-Messung (300 nits, adaptive 120 Hz, WLAN + GPS aktiv) bestätigen diesen Eindruck: Außendisplay: Sehr gute 15 Stunden und 2 Minuten (das kompakte Außenpanel macht sich bezahlt, da schlichtweg weniger Pixel befeuert werden müssen) Innendisplay: Ordentliche 10 Stunden und 59 Minuten Dauerbetrieb (mehr als genug für eure Lieblingsserie) Ein durchaus spannendes Detail offenbart allerdings das offizielle EU-Energielabel: Hier gibt Samsung die Haltbarkeit (ehe noch 80 % der ursprünglichen Kapazität vorhanden sind) mit 1.200 Ladezyklen an, während beim Fold 7 (Test) noch von 2.000 Zyklen die Rede war. Woran das liegt, ist schwer zu sagen. Es könnte aber mit der neuen Zellchemie zu tun haben – auch wenn man meinen würde, dass die Zahl eher steigen statt stagnieren sollte!? In der Praxis bedeutet das: Wer das Fold 8 wirklich jeden Tag komplett auflädt, hat rechnerisch nach knapp drei Jahren und drei Monaten die Schwelle von 80 Prozent Restkapazität erreicht. Bei der Konkurrenz, wie dem Honor Magic V6, ist das aber tatsächlich genauso. Samsung lädt endlich (etwas) schneller! Beim Kabelladen hat Samsung ebenfalls an der Schraube gedreht, hier aber in die richtige Richtung: Per USB-C kann sich das Fold 8 nun mit bis zu 45 Watt aufladen. Von 15 Prozent ausgehend steht die Anzeige nach genau 30 Minuten bereits wieder bei sehr ordentlichen 70 Prozent. Eine vollständige Ladung ist in knapp einer Stunde erledigt. Kabellos lädt das Foldable zudem mit bis zu 20 Watt. Auf integrierte Magnete in der Rückseite müsst ihr ab Werk allerdings weiterhin verzichten. Wer magnetisch Laden oder MagSafe-Zubehör nutzen möchte, muss also nach wie vor zu einer entsprechenden Schutzhülle greifen. Leistung & Speicher Unter der Haube des Galaxy Z Fold 8 kommt der Snapdragon 8 Elite Gen5 for Galaxy zum Einsatz – der im Grunde aktuell leistungsstärkste Chip, den man in einem Android-Smartphone verbauen kann. Zusammen mit wahlweise 12 oder 16 GB Arbeitsspeicher sowie schnellem UFS-Speicher von bis zu 1 TB (256 GB in der Basisversion) läuft das Foldable im Alltag kompromisslos flüssig. Wer jedoch die nackten Benchmark-Zahlen betrachtet, merkt schnell, dass das extrem schlanke Gehäuse seinen Tribut fordert: CPU-Performance: Im Geekbench 6 liefert der Prozessor zwar extrem starke Werte ab, reicht in den Multi-Core-Ergebnissen aber nicht ganz an die absolute Spitzenklasse klassischer Smartphones heran Grafik-Performance: Bei der GPU-Leistung macht sich die thermische Limitierung noch deutlicher bemerkbar, unter Dauerlast sortiert sich die Grafikperformance eher auf dem Niveau der Flaggschiff-Chips der letzten Generation ein In synthetischen Stresstests wird das Gerät spürbar warm und muss seine Leistung softwareseitig massiv drosseln, um eine Überhitzung zu vermeiden. Auch im Alltag kam es hin und wieder mal vor, dass das Fold 8 etwas wärmer wurde. Bei 35 °C Außentemperatur lief das Smartphone aber wiederum nicht direkt heiß. In Sachen Anschlüssen und Drahtlosstandards lässt Samsung gewohnt nichts anbrennen: Dual-SIM-Unterstützung (Nano-SIM + eSIM), Zukunftssicheres Wi-Fi 7Wi-Fi 7 wurde im Januar 2024 vorgestellt und erhöht die Geschwindigkeit der Datenübertragung durch Verdopplung der Kanalbandbreite. Zudem werden neue Funktionen gegenüber Wi-Fi 6 eingeführt. Alles zu Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0, NFC für kontaktloses Bezahlen, schneller USB-C 3.2 Anschluss mit Videoausgabe, Ultra-Wideband (UWB) für die präzise Ortung von Trackern oder als digitaler Autoschlüssel. Kamera: Der größte Kompromiss? Bei der Kamera gibt es aber wohl den größten Kompromiss, denn ihr beim Fold 8 eingehen müsst – denn das faltbare Handy verzichtet auf eine dedizierte Zoom-Kamera. Verbaut sind daher eine 50 Megapixel Hauptkamera (23 mm, f/1.8, 1/1.57″, OIS) und ein 50 MP Ultraweitwinkel (120°, f/1.9, 1/2,5″, AF). Für Selfies sind zudem zwei 10 Megapixel Frontkameras (f/2.2, 1/3″) außen und innen verbaut. Hauptkamera Für flotte Schnappschüsse ist die Hauptkamera schlichtweg fantastisch. Samsung stimmt die Farben im Vergleich zu früher erfreulich natürlich ab, nur Essen-Fotos wirken nach wie vor etwas gesättigter. Das lässt die Mahlzeit auf Instagram zwar durchaus leckerer aussehen, trifft aber nicht ganz meinen persönlichen Geschmack. Der Samsung-typische HDR-Effekt greift zwar spürbar ein, läuft aber nie komplett aus dem Ruder. Schatten werden nicht direkt stark aufgehellt, was den Bildern etwas mehr Charakter verleiht. Draußen bei praller Sonne könnten die Aufnahmen für meinen Geschmack allerdings noch einen Tick mehr Tiefe vertragen. Bei Nahaufnahmen erzeugt der Sensor ünbrigens ein tolles Bokeh, das den Fotos einen hochwertigen Look verpasst. Der Autofokus arbeitet dabei blitzschnell und auf den Punkt. Schaut man auf dem großen Screen allerdings ganz genau hin, fällt heir und da die etwas zu aggressive Nachbearbeitung auf, die Details künstlich überschärft. Wer mehr Kontrolle möchte, greift zur ExpertRAW-App (über Galaxy App Store installierbar). Richtig cool sind auch die integrierten Filter-Presets, allen voran der Noir-Look in Monochrome mit dezentem Filmkorn. Alternativ könnt ihr sogar eigene Filter auf Basis anderer Fotos erstellen. Ultraweitwinkel Die Ultraweitwinkel-Optik schließt sich farblich gut an die Hauptkamera an und fängt spürbar mehr Bildinhalt für Architektur, Landschaften oder Gruppenfotos ein. Die Randbereiche fallen aber leicht verzerrt aus und verlieren etwas an Schärfe. Insgesamt ist die Qualität absolut in Ordnung, ein optisches Highlight solltet ihr hier aber nicht erwarten. Zoom Der fehlenden dedizierten Telekamera trauere ich persönlich wohl am meisten hinterher. Neben der Hauptkamera ist der Zoom für mich die zweitwichtigste Linse im Alltag, das Ultraweitwinkel nutze ich dagegen kaum (auch wenn das natürlich Geschmackssache ist). Mit 50 Megapixel der Hauptkamera fällt der 2-fach digitale Zoom immerhin brauchbar aus. Jede weitere Vergrößerung verwandelt das Bild aber schnell in digitalen Pixelmatsch. Die KI versucht hier mit ihrem Upscaling zwar Details zu retten, das klappt aber nur bei Schildern oder Texten – ein echter optischer Genuss ist das aber nicht mehr. Bei einem Gerät dieser Preisklasse hätte ich mir schlichtweg mehr erhofft (kompakte Größe hin oder her). Nachtaufnahmen Sobald das Licht schwindet, schaltet sich der Nachtmodus automatisch dazu. Meist reichen zwei bis drei Sekunden Belichtungszeit aus, um scharfe Ergebnisse mit ordentlichen Farben und einer natürlichen Abendstimmung einzufangen. Auch die Ultraweitwinkelkamera schlägt sich im Dunkeln passabel, ohne jedoch Glanzleistungen zu verbringen. Bei warmem Kunstlicht neigen die Aufnahmen aber nach wie vor zu einem leichten Gelb-Grünstich. Selfies Die verbauten Frontkameras hauen mich darüber hinaus so überhaupt nicht vom Hocker. Selbst bei ausreichend Tageslicht und nach mehrfachem Auslösen wirken die Ergebnisse erstaunlich oft unscharf oder einfach nicht knackig. Zumindest könnt ihr eure Selfies aber auch einfach über das Hauptkamerasystem auf der Rückseite knipsen und dafür das Außendisplay als Vorschau nutzen – der Qualitätsunterschied ist wie Tag und Nacht (ihr müsst euch nur kurz daran gewöhnen, direkt in die Linse und nicht gebannt auf das Display zu stielen!). Video Beim Thema Video fährt das Fold 8 wiederum groß auf. Ihr könnt in bis zu 8K mit 30 fps oder 4K mit butterweichen 120 fps filmen. Die optische Bildstabilisierung arbeitet schön ruhig und bügelt selbst kleinere Wackler gut aus. Wer noch mehr Stabilität braucht, schaltet den Superstabil-Modus inklusive der neuen horizontalen Sperre ein, die das Bild selbst bei Drehungen perfekt waagerecht hält. Für Videografen stehen zudem LOG-Aufnahmen bereit, die wahlweise im hocheffizienten APV-Codec abgespeichert werden – ein Feature, das sich das Fold 8 direkt vom S26 Ultra gemoppst hat. Software: One UI 9 und Android 17 Das Galaxy Z Fold 8 gehört zu den ersten Geräten, die ab Werk mit One UI 9 auf Basis von Android 17 ausgeliefert werden. Große, radikale Design-Sprünge solltet ihr hier allerdings nicht erwarten, Samsung setzt stattdessen auf feine Veränderungen – dazu gehört unter anderem ein leicht überarbeitetes QuickPanel. Zudem ist Google Gemini jetzt noch tiefer im System verwurzelt und soll mit dem kommenden Feature „Spark“ in der Lage sein, komplexere Aufgaben im Hintergrund vollautomatisch für euch abzuarbeiten. Samsung verpasst dem Fold 8 natürlich wieder das volle Galaxy AI-Paket. Neben bekannten Features wie dem Live-Übersetzer für Anrufe, dem Creative Studio und dem praktischen Audio-Radierer sticht vor allem eine neue Funktion hervor: Now Nudge! Hier erkennt das System kontextuell anhand eingehender Nachrichte, was der nächste Schritt sein könntet. Wenn euch ein Kumpel im Chat nach den Urlaubsbildern fragt, schlägt Now Nudge direkt vor, die passenden Fotos aus der Galerie herauszusuchen und per Tipp zu verschicken (klappt aber nur mit der Samsung-Tastatur, nicht z.B. mit Gboard). Dazu gibt es noch zwei Highlights: AirDrop-Kompatibilität via Quick Share: Über Quick Share unterstützt das Fold 8 nun nativ den Datenaustausch mit Apple-Geräten, ihr könnt Dateien, Fotos und Videos jetzt also ohne mühsame Drittanbieter-Apps direkt an ein iPhone, iPad oder Mac senden Samsung DeX: Das bewährte Desktop-System ist natürlich wieder mit von der Partie (auch kabellos), an einen Monitor oder TV angeschlossen verwandelt sich das Smartphone in einen fast vollständigen Office-PC In Sachen Langlebigkeit bleibt Samsung weiterhin stark: Das Galaxy Z Fold 8 wird stolze 7 Jahre lang mit Android-OS-Upgrades und Sicherheits-Patches versorgt. Damit seid ihr softwareseitig bis ins Jahr 2033 abgesichert. Fazit zum Samsung Fold 8 Das Samsung Galaxy Z Fold 8 schlägt ein völlig neues Kapitel in Samsungs Falt-Historie auf: Das breitere Reisepass-Format ist nicht nur deutlich handlicher, sondern sorgt auch beim Innendisplay für ein sinnvolleres Displayformat. Mit nur 201 Gramm liegt der Falter zudem so leicht in der Hand wie kein anderes Samsung-Fold zuvor. Die Displayfalte innen fällt erfreulicherweise spürbar dezenter aus, auch wenn sie noch nicht vollständig verschwunden ist. Dazu gibt es eine sehr ordentliche Akkulaufzeit zusammen mit flotterem Laden. Abgerundet wird das Paket durch One UI 9 (Android 17) mit umfangreichen AI-Funktionen, AirDrop-Kompatibilität via Quick Share und 7 Jahren Update-Garantie. Auf der Kehrseite fordert das kompakte Design jedoch Zugeständnisse: Der Snapdragon-Chip drosselt unter Dauerlast spürbar, die Stereo-Lautsprecher wirken im Querformat etwas linkslastig und auf eine dedizierte Telekamera hat Samsung gänzlich verzichtet – das fehlt mir persönlich wohl am meisten. Dazu bräuchten die Frontkameras noch ordentlich Feintuning, Selfies konnten mich nicht überzeugen. Mit einer UVP von 1.999 Euro lässt sich Samsung das bisher einzigartige Format gut bezahlen. Verfügbar ist das faltbare Smartphone zwar schon für teils 1.500 Euro, doch selbst das ist noch viel Geld. Die wichtigsten Fragen & Antworten zum Fold 8