Galeria Kassel sperrt Markenware ab - Betrieb läuft regulär weiter
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Galeria Kassel sperrt Markenware ab – Betrieb läuft regulär weiter
Von: Daniel Seeger
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In der Kasseler Galeria-Filiale blockiert rotes Flatterband Produkte wie Zwilling-Töpfe und Kaffeemaschinen. Die Filialleiterin hat den Konzern inzwischen verlassen.
Kassel – Rotes Flatterband zieht sich derzeit durch einige Bereiche des Galeria-Warenhauses in der Kasseler Innenstadt. Betroffen sind vorwiegend hochwertige Markenprodukte in der Haushaltswarenabteilung, darunter Kochtöpfe von Zwilling und Kaffeemaschinen. Kunden können diese Waren derzeit nicht kaufen.
Hinter den Absperrungen steckt offenbar Unsicherheit über die Bezahlung der Ware. Wie die „Bild“ aus dem Umfeld des Insolvenzverwalters erfuhr, haben einige Hersteller ihre Eigentumsrechte geltend gemacht und den Verkauf ihrer Produkte untersagt.
Warenmarke in Kasseler Galeria-Filiale abgesperrt
Der Hintergrund: Viele Hersteller liefern ihre Waren unter Eigentumsvorbehalt. Solange Galeria die Rechnungen nicht vollständig bezahlt hat, gehören die Produkte weiterhin den Lieferanten. Diese befürchten offenbar, dass die Verkaufserlöse in die Insolvenzmasse fließen und sie auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Galeria spricht auf HNA-Nachfrage von vorübergehenden Einzelfällen. Die betroffenen Waren machten schätzungsweise nur ein Prozent des Umsatzes aus. Zu den Gründen äußerte sich die Pressestelle des Konzerns nicht.
Eine personelle Veränderung gibt es ebenfalls: Die bisherige Kasseler Filialleiterin Simone Grigg ist nicht mehr für Galeria tätig. Das bestätigte ein Mitarbeiter auf HNA-Nachfrage.
Seit 2020 zum vierten Mal Insolvenz angemeldet
Erst Anfang Oktober hatte Galeria erneut Insolvenz angemeldet – zum vierten Mal seit 2020. Schon die Verfahren 2020, 2022 und 2024 hatten zahlreiche Filialschließungen zur Folge. Zuletzt übernahmen im Sommer 2024 die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz die Warenhauskette.
Doch die finanziellen Probleme blieben. Im Juli kündigte Galeria an, 33 seiner bundesweit 83 Warenhäuser auf den Prüfstand zu stellen. Kassel gehörte nicht dazu. Das Unternehmen wollte mit Vermietern über niedrigere Mieten verhandeln. Anfang Oktober folgte der erneute Insolvenzantrag. Der Geschäftsbetrieb soll vorerst weiterlaufen. So hat auch Galeria in Kassel weiterhin regulär geöffnet.
Unterdessen hat Galeria nach eigenen Angaben mit der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers einen Kredit vereinbart, der das Weihnachtsgeschäft sichern soll. Das sogenannte Massedarlehen dient dazu, den laufenden Betrieb während der Insolvenz zu finanzieren. Damit sei der Warenfluss gesichert. Auch Zahlungen könnten wieder regulär freigegeben werden. Kunden können zudem wieder Gutscheine kaufen und einlösen.