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Galeria: Wie wurden die Marken Karstadt und Kaufhof systematisch zerstört?

Wirtschaft

Düsseldorf. Der Start ins Weihnachtsgeschäft war für Karstadt und Kaufhof immer der Höhepunkt des Jahres. Die festlich dekorierten Schaufenster der Warenhäuser lockten die Familien in die City. In den letzten drei Monaten des Jahres machten viele Häuser fast die Hälfte des Jahresumsatzes und einen großen Teil ihres Gewinns.

Jetzt könnte wohl nicht einmal mehr ein gut laufendes viertes Quartal das insolvente Unternehmen retten, das heute Galeria heißt. Selbst die Gewährung von Insolvenzgeld für die Angestellten verlängert wahrscheinlich nur das Leiden. Denn die Krise ist so weit fortgeschritten, dass sogar der größte Teil des Warenbestands dem Warenhausbetreiber gar nicht mehr gehört.

Die Regale beispielsweise, in denen Hemden und Pullover der Marke Fynch Hatton hängen oder Pfannen von Fissler liegen, sind mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Ein Schild teilt mit: „Diese Marke steht vorübergehend nicht zum Verkauf.“ Wie viele andere Lieferanten haben die Hersteller einen Eigentumsvorbehalt an ihren Waren. Das macht insgesamt gut die Hälfte des Sortiments aus.

Und den Rest des Warenbestands hat sich das Unternehmen Gordon Brothers als Sicherung für einen Millionenkredit übereignen lassen. Von den Einnahmen stehen dem Insolvenzverwalter laut Insolvenzordnung gerade mal neun Prozent zu. Über den Rest kann Gordon Brothers verfügen.

Nach Jahrzehnten des schleichenden Niedergangs und der mittlerweile vierten Insolvenz fehlt der einstigen Einzelhandelsikone jegliche Substanz. Nur noch das Freiburger Haus ist im Eigentum – und auch das in einer eigenen Gesellschaft. Gerade mal 12.000 Beschäftigte zählt der Händler noch. In der Hochzeit arbeiteten bei Karstadt und Kaufhof zusammengenommen mehr als 160.000 Menschen.

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