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Gaming-Frust: Wenn Videospiele plötzlich weniger Spaß machen! Meinung

Technologie

Die Schreckensmeldungen und Enttäuschungen aus der Gaming-Industrie häufen sich: Nach dem Kaufrausch kommt bei Microsoft der Kahlschlag. Tausende von Arbeitsstellen werden abgebaut. Der Xbox Game Pass ist nach mehrmaligen Preiserhöhungen nur noch ein Schatten seiner selbst. Sony propagiert auf der anderen Seite das Datenträger-Aus und drängt die Community immer stärker in Abo-Services. Und wöchentlich gibt es kleinere und größere Skandälchen rund um die Verwendung von KI bei der Entwicklung, unfairen Monetarisierungsmodellen, Werbung in Games oder anderen Baustellen. Nein, wenn man gerne im Mainstream-Gaming unterwegs ist, dann ist das Gaming-Jahr 2026 ein wahres Wechselbad der Gefühle. Natürlich hatten wir Top-Games wie „Pragmata“, „Resident Evil: Requiem“, „Crimson Desert“ oder zuletzt „Assassin’s Creed: Black Flag Resynced“. Aber bei den vielen negativen Schlagzeilen geht bei mir zumindest die Leichtigkeit verloren. Wie kann ich noch ruhigen Gewissens nach Eskapismus suchen, wenn doch im Hintergrund so viel falsch läuft? Die eigene Wohlfühlzone Tatsächlich bemerke ich in den vergangenen Jahren Veränderungen bei meinen eigenen Spielgewohnheiten. Früher habe ich mich wirklich auf jede Großproduktion gestürzt, bin von „EA Sports FC“ zu „Battlefield“, zu „Call of Duty“ und zu „Assassin’s Creed“ gesprungen. Inzwischen ist dieser Hype merklich abgeebbt. Das mag an der Schnelllebigkeit des Geschäfts liegen. Schließlich wird gefühlt jede Woche ein neues AAA-Schwein durch das Dorf getrieben. Vielmehr klammere ich mich häufiger an Wohlfühlspielen fest und zocke diese im Zweifelsfall noch einmal. Zuletzt habe ich beispielsweise erneut mit Insomniacs „Spider-Man“ begonnen. Das Schwingen durch Manhattan hat beinahe etwas Meditatives, und Spidey ist einer meiner Kindheitshelden. Als ich mir vergangenes Jahr die Nintendo Switch 2 kaufte, habe ich was gespielt? Natürlich „Two Point: Hospital“. Weil man beim Aufbau des eigenen Krankenhauses so wunderbar abschalten konnte. Baumodus ein, Alltagsfrust aus. Ich will weg! Vielleicht ist es gerade diese neue Suche nach einer eigenen Comfort-Zone, die so viele von uns gerade beschäftigt. Und ich glaube auch, dass deshalb Titel wie „Crimson Desert“, „Black Flag“ oder später auch „GTA 6“ so gut funktionieren. Denn in ihnen kann man sich herrlich verlieren. Ich habe beim Test des jüngsten „Assassin’s Creed“ auch bemerkt, dass das Schippern über die sieben Weltmeere mit einem Shanty im Ohr pure Entspannung ist. Ich möchte an dieser Stelle auch nicht in das übliche „Früher war alles besser“-Schema verfallen. Früher war längst nicht alles besser, vieles aber einfacher. Sowohl, was die aktuelle Weltlage als auch die Gaming-Industrie oder mein persönliches Umfeld angeht. Als kleiner Gamer drehte sich alles um DAS Spiel: Raus aus der Schule und direkt vor den Bildschirm. Das Abtauchen in virtuelle Welten funktionierte in dieser Lebensrealität natürlich besser. „Dann spiele halt nicht, Games sind nicht lebensnotwendig“, lese ich dann gerne mal in den Kommentarspalten. Das ist grundsätzlich richtig. Trotzdem sind Computer- und Videospiele ja weitaus mehr als nur Berieselung mit bunten Bildern. Sie sind Unterhaltung, pure Emotionalität, manchmal sogar Freundeskreis und auch Kunst. Mein Tipp: Erfindet euch neu! Aber ich möchte diesen Gedankengang nicht melancholisch abschließen. Vielmehr möchte ich einen abschließenden Rat geben: Erfindet euch als Gamer neu. Verlasst eure ausgetretenen Pfade, probiert auch andere Stilrichtungen und Spielarten aus. Ich für meinen Teil hätte noch vor ein paar Jahren niemals gedacht, dass ich mal ein Spiel wie „Octopath Traveller 2“ lieben lernen würde. Es müssen nicht immer die 100-Millionen-Blockbuster sein. Manchmal sind es die kleinen Produktionen, die das Gamer-Herz zum Schlagen bringen. Viel zu spät habe ich „Blue Prince“ gespielt oder mich in „The Séance of Blake Manor“ verloren. Genauso liebe ich Games wie „Denshattack“, denn Videospiele dürfen, ja, müssen auch bunt und verrückt sein. Hätte ich das früher gespielt? Nein, wahrscheinlich würde ich da noch am x-ten AAA-Hammer festhängen. Aber im Jahr 2026 brauche ich etwas anderes. Mein Gaming-Frust liegt jedenfalls nicht an den Videospielen per se. Er entsteht irgendwo zwischen dem Zeitgeist, den aktuellen Problemen der Industrie und der Erkenntnis, dass ich heute anders spiele als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Ich habe jedenfalls aufgehört, ständig dem nächsten großen Hype hinterherzurennen. Und ausgerechnet dadurch habe ich den Spaß am Spielen wiedergefunden.

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