DAX +0,55 % 25.603,98 Pkt 16:03:03 MDAX -0,21 % 32.326,56 Pkt 16:03:02 Euro Stoxx 50 +1,43 % 6.337,99 Pkt 16:03:00 Dow Jones -1,58 % 51.912,83 Pkt 16:17:59 S&P 500 -0,33 % 7.403,97 Pkt 16:18:01 Nasdaq +0,57 % 25.017,86 Pkt 16:18:03 Nikkei +0,71 % 61.867,43 Pkt 08:45:03 Gold +3,03 % 4.157,00 USD 16:07:53 Silber +0,93 % 58,40 USD 16:08:00 Brent -1,17 % 89,68 USD 16:06:02 WTI -0,57 % 83,98 USD 16:08:01 Bitcoin +1,17 % 64.654,35 USD 16:17:47 EUR/USD +1,30 % 1,15350 USD 16:17:23 EUR/GBP +0,07 % 0,85750 GBP 16:18:02 EUR/CHF -0,49 % 0,92840 CHF 16:18:02 EUR/JPY -2,13 % 182,590 JPY 16:18:02

Gasöl treibt Heizölpreise nach oben

Wirtschaft

Der nächtliche US-Angriff auf den Iran hält die Ölpreise am Donnerstag auf hohem Niveau. Getroffen wurden mehrere Inseln im Süden des Landes, die für dessen Ölwirtschaft eine zentrale Rolle spielen. Beim Gasöl setzt nach dem Höhenflug der vergangenen Tage am Vormittag eine leichte Gegenbewegung ein. Gestützt haben hier mehrere Raffinerieausfälle und die verlängerten russischen Exportverbote. Die Heizölpreise steigen heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz. An den Börsen trägt die Eskalation die Rohölpreise weiter nach oben. Brent notiert am späten Vormittag bei 91,43 US-Dollar und damit knapp ein Prozent über dem Vortag. WTI hält sich bei 84,44 US-Dollar und bewegt sich kaum. Ein anderes Bild zeichnet das Gasöl. Der Kontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE war am Mittwoch um 84 US-Dollar auf 1.308,50 US-Dollar je Tonne gesprungen, den höchsten Stand seit Monaten. Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Tage holt der Markt etwas Luft, während die Rohölsorten die Kriegsprämie halten. Nach eigenen Angaben traf das US-Regionalkommando Centcom letzte Nacht in einer schweren Angriffswelle Dutzende Ziele der Iranischen Revolutionsgarden IRGC, als Antwort auf iranische Raketenangriffe vom Dienstag gegen einen US-Stützpunkt in Jordanien und mehrere Schiffe in der Straße von Hormus. Nach iranischen Angaben wurden auch die für die Ölwirtschaft wichtigen Inseln Qeshm und Abadan getroffen. Der Krieg hat in dieser Woche zugleich eine neue Front bekommen. Erstmals griffen die USA und Saudi-Arabien gemeinsam vom Iran unterstützte Milizen im Irak an. Die irakische Regierung verurteilte den Schlag als Verletzung ihrer Souveränität. Fünf Monate nach Kriegsbeginn ist von dem raschen Ende, das Donald Trump im Februar versprach, nichts zu sehen. Dass Brent trotzdem nicht durch die Decke geht, liegt am Zuschnitt der Angriffe. Sie galten militärischen Anlagen und ließen die Terminals und Häfen unberührt, über die iranisches Öl auf den Weltmarkt kommt. Der Schiffsverkehr am Golf ist gedämpft, aber nicht erloschen. Am Dienstag zählten Beobachter fast dreißig Frachter in der Meerenge zwischen Rotem Meer und Golf von Aden, so viele wie seit über einer Woche nicht. Öl findet Umwege, und je mehr davon sich etablieren, desto weniger wiegt Teherans Drohung, die Straße von Hormus zu schließen. Solange der Iran auf der Kontrolle über die Meerenge beharrt und Vermittlungsangebote wie das jüngste aus Oman ablehnt, bleibt die Prämie im Preis. Das Gasöl folgt einer eigenen Logik. Diesel und Mitteldestillate sind das knappe Gut am Markt, weil sich auf der Verarbeitungsseite die Ausfälle häufen. Russland hat sein Diesel-Exportverbot bis Ende August verlängert, in Frankreich stand die Raffinerie in Lavéra zuletzt still, in Saudi-Arabien legte ein Huthi-Angriff eine weitere Anlage lahm, und ukrainische Drohnen treffen seit Wochen russische Raffinerien. Das trifft den Markt, dessen Rohölpolster ohnehin dünn ist. Zudem verkündigte das Department of Energy (DOE) gestern die offiziellen US-Lagerbestände. Diese liegen laut DOE so niedrig wie seit September 2018 nicht mehr. Fertige Produkte verknappen sich schneller als der Rohstoff, aus dem sie entstehen, und daran ändert die Verschnaufpause am Vormittag erstmal nichts. In Deutschland liegt der Bundesschnitt aktuell bei 1,36 Euro je Liter. Über alle Bundesländer hinweg haben die Preise angezogen, meist um zwei bis drei Cent gegenüber gestern. Der Sprung spiegelt vor allem den kräftigen Anstieg von Gasöl wider. Zwischen Norden und Süden klafft dabei eine deutliche Lücke. Im Norden ist Heizöl spürbar teurer und legt am stärksten zu. Im Süden zahlen Verbraucher weniger. So liegt der Heizölpreis in Baden-Württemberg derzeit bei knapp 1,29 Euro je Liter, rund 17 Cent unter dem in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. In Österreich liegt der Landesschnitt bei 1,63 Euro je Liter. Auch dort hat der Juli eine kräftige Aufwärtsbewegung gebracht, nachdem die Preise im Frühsommer noch deutlich niedriger notiert hatten. In der Schweiz kostet der Liter im Mittel 1,49 Franken. Auch hier zeigt die Kurve seit dem Frühsommer klar nach oben.

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