Gaspreise steigen durch Iran-Krieg: Jetzt trifft es auch Verbraucher
Anstieg um 23 Prozent Gaspreise steigen jetzt auch für Verbraucher Von t-online, wal Aktualisiert am 18.08.2026 - 08:25 UhrLesedauer: 2 Min. Kurz vor Ende des Sommers ziehen die Gaspreise auch für Haushalte an. Das könnte erst der Anfang sein. Der Iran-Krieg hat in Deutschland bisher vor allem Auswirkungen auf die Spritpreise gehabt. Seit Beginn des Krieges Ende Februar sind Benzin und Diesel kaum wieder unter die Marke von zwei Euro gefallen. Doch jetzt, kurz vor Beginn des Herbstes, werden auch die Auswirkungen auf die Gaspreise deutlich. Laut den Daten des Gaspreis-Barometers des Finanzratgebers Finanztip sind die Gastarife im Schnitt von 9,4 Cent pro Kilowattstunde im Februar 2026 auf heute 11,56 Cent/kWh gestiegen. Das entspreche einem Anstieg um 23 Prozent. Für einen Beispielhaushalt mit einem Gasverbrauch von 15.000 kWh im Jahr steigen damit die Gaskosten um rund 300 Euro im Jahr. Gas-Konkurrenz treibt die Preise Grund für den neuen Anstieg ist der Krieg im Iran und die noch immer anhaltende Sperrung der Straße von Hormus. Durch die Meerenge werden rund 20 Prozent des weltweiten Öls und 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases (LNG) transportiert. Zu Beginn der Krise waren vor allem asiatische Länder betroffen, die auf große Energiemengen aus dem Golf angewiesen waren. Durch die Sperrung mussten sich diese auf den Weltmärkten eindecken und Gas und Öl aus Ländern wie den USA, Kanada oder Australien kaufen. Das sind dieselben Länder, die auch Europa versorgen – und diese Konkurrenz schlägt sich nun allmählich in den Preisen nieder. Die Gaspreise am sogenannten Spotmarkt, der für spontane Käufe relevant ist, sind durch den Krieg von rund 30 Euro pro Megawattstunde auf über 60 Euro/MWh angestiegen. Zunehmend belastet das auch Gaskunden in Deutschland, da die Versorger Gas nun teurer einkaufen müssen. "Wie sich die Gaspreise in den kommenden Monaten entwickeln, lässt sich angesichts der geopolitischen Lage nicht verlässlich vorhersagen", sagt Finanztip-Experte Benjamin Weigl. "Wer für den kommenden Winter Planungssicherheit möchte, kann sich jetzt einen Tarif mit zwölf Monaten Preisgarantie sichern. Darauf zu setzen, dass Gas kurzfristig wieder deutlich billiger wird, ist eine Wette." Vor allem empfiehlt er Verbrauchern, die in der Grundversorgung sind, Tarife zu vergleichen. Die Grundversorgung ist oft deutlich teurer als wettbewerbliche Energietarife am Markt. Gasspeicher sind leer – der Winter kann teuer werden Auch perspektivisch dürften sich die Gaspreise weiter erhöhen. Die Gasspeicher in Deutschland sind Mitte August so leer wie noch nie zuvor – Deutschland wird bei einem kalten Winter auf das teurere LNG angewiesen sein. Auch das wirkt sich dann auf die Gaspreise für Privathaushalte aus. Im Gespräch mit t-online bestätigte das auch Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur. "Wir sehen sehr viel Unsicherheit durch die Sperrung der Straße von Hormus. Das wiederum heißt: Gasverbraucher, Mieter sollten sich auf höhere Rechnungen einstellen. Das ist nicht zu vermeiden, wenngleich die Preise jetzt bei Weitem nicht so hoch sind wie 2022." Neben dieser mittelfristigen Entwicklung gibt es viele Anzeichen dafür, dass Gas auch langfristig teurer wird. "Die Gaspreise werden perspektivisch durch steigende Netzentgelte und CO2-Kosten zusätzlich unter Druck geraten", sagt Benjamin Weigl von Finanztip. "Eigentümer mit Gasheizung sollten sich informieren, wie der Umstieg auf eine klimafreundlichere Heizung, etwa eine Wärmepumpe, gelingen kann", lautet daher seine Empfehlung.