Gasspeicher in Deutschland: Füllstand von 80 Prozent bei Gasspeichern nicht mehr erreichbar
Ein Füllstand der deutschen Gasspeicher von 80 Prozent ist laut dem Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, bis zum 1. November nicht mehr erreichbar. Die Speicher seien jedoch nicht allein wichtig für die Gasversorgung im Winter, sagte Müller dem Sender Phoenix. »Wir haben mit vier Flüssiggasterminals eigene Kapazitäten geschaffen. Wir können aus Norwegen, aus Belgien, den Niederlanden und Frankreich Gas beziehen.«
Derzeit sind die Gasspeicher zu 56 Prozent gefüllt. Die Speicher könnten und sollten auch noch weiter gefüllt werden, sagte Müller weiter. Auch wenn die Preise hoch seien, müssten die Händler den September und Oktober nutzen, »um noch ein gewisses Maß mehr einzuspeichern und vorzusorgen«. Wegen der hohen Preise am Weltmarkt infolge des Irankriegs und der Sperrung der Straße von Hormus sind der Import und die Speicherung von Erdgas derzeit für Händler nicht attraktiv.
Reiche will Marktanreize für Händler schaffen
Angesichts der niedrigen Gasspeicherstände möchte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche den finanziellen Anreiz für Händler erhöhen. Die CDU-Politikerin plant aber keinen neuen staatlichen Gaseinkauf wie im Jahr 2022. Sie wolle ein bereits vorhandenes Instrument, die sogenannten Long Term Options (LTO), in größerem Umfang einsetzen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Mit den LTO kann der Marktgebietsverantwortliche für Erdgas, Trading Hub Europe, Gaslieferungen bei Händlern für einen späteren Bedarfsfall absichern. Die Händler erhalten eine entsprechende Vergütung und müssen bei Bedarf das Gas liefern.
Parallel seien mit den beiden bundeseigenen Energiekonzernen Uniper und Sefe höhere Gaseinspeicherungen vereinbart worden. Sefe bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa neue Gaseinkäufe. Man handle ausschließlich aus strategischen und wirtschaftlichen Erwägungen und habe eine eigenständige kommerzielle Geschäftsentscheidung getroffen, gab das Unternehmen bekannt. Es gebe keine Anweisung dazu vom Bundeswirtschaftsministerium.