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Gasspeicher: Merz geht wohl auf Distanz zur Strategie von Ministerin Reiche

Nation

Füllstände der Gasspeicher sinken

Jetzt rückt Merz von Reiche ab

Von t-online, afp, reuters

02.09.2026 - 12:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Merz geht auf Distanz zur Erdgas-Strategie seiner Ministerin Katherina Reiche (CDU). Auch andere zeigen sich besorgt. Der Preis für den Rohstoff steigt weiter.

Öffentlich hat sich Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz bislang nicht zu den niedrigen Füllständen der deutschen Gasspeicher geäußert. Das Schweigen sei aber kein Zeichen von mangelndem Interesse, heißt es aus dem Umfeld des Kanzlers.

Nach Informationen des "Stern" hat der Kanzler jetzt aber leise Kritik an der Strategie von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geübt. So habe sich Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) in der vergangenen Woche am Rande der Kabinettsklausur in Neuhardenberg besorgt über die Gasspeicherstände im Land gezeigt und seine Furcht vor Engpässen im Winter bekundet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll Wildbergers Einschätzung geteilt haben, so der "Stern" unter Berufung auf Teilnehmerkreise.

Die EU-Kommission in Brüssel hatte nach der russischen Invasion in der Ukraine 2022 das Programm RepowerEU erlassen, unter Federführung des damaligen Exekutiv-Vizepräsidenten Frans Timmermans. Es sieht unter anderem vor, dass die Mitgliedstaaten jeweils bis zum 1. November eines Jahres die Gasspeicher in ihrem Land zu 80 Prozent gefüllt haben müssen. In Deutschland liegt die Quote derzeit bei 53 Prozent. Die geforderte EU-Norm ist bis November nach Ansicht von Fachleuten nicht mehr zu schaffen. Auch, weil Reiche eine staatliche Intervention ablehnt. Zuletzt hatte die Ministerin selbst aber ein Problem eingeräumt.

Im Video | Wirtschaftsministerin gerät zunehmend in Bedrängnis

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Auch Söder übt Kritik an Reiche

Zuvor hatten sich auch andere Koalitionspolitiker kritisch zu Reiches Strategie geäußert. So schlug Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Alarm. Er verlangte vom Bund, rasch für ausreichende Füllstände zu sorgen, und forderte eine nationale Gasreserve. Die aktuelle Füllung der Gasspeicher bereite Sorgen, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München. "Im Moment ist es noch zu wenig, und es deutet sich wieder eine Zitterpartie an." Der Bund müsse deshalb etwas tun, "und zwar sowohl für diesen Winter als auch für die nächsten". "Wir brauchen letztlich am Ende eine nationale Gasreserve, ähnlich wie wir sie beim Öl haben", forderte Söder.

Der Preis für europäisches Erdgas hat den Höhenflug wegen Sorgen im Iran-Krieg fortgesetzt und den höchsten Stand seit Beginn des Kriegs erreicht. Zuletzt hatten Meldungen über Angriffe auf Tankschiffe in der für Energietransporte wichtigen Straße von Hormus die Notierung weiter nach oben getrieben.

Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam kletterte bis auf 71,70 Euro je Megawattstunde (MWh). Das sind fast drei Prozent mehr als am Vortag. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox sind neben den Großhandelspreisen auch die Preise für Neukunden zuletzt deutlich gestiegen.

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