Gästedaten geklaut: Warnung nach Cyberangriff auf Hotels in MV
Stand: 05.10.2026 16:47 Uhr
Nach einem Cyberangriff auf Hotel-Software warnt der Datenschutzbeauftragte in Mecklenburg-Vorpommern vor Phishing mit Gästedaten. Es hätte mehrere Fälle im Land und bundesweit gegeben, das genaue Ausmaß sei aber noch unklar.
Bei einem Cyberangriff auf die Software eines Buchungsdienstleisters für Tourismusbetriebe wurden Gästedaten von Hotels, Campingplätzen und Ferienwohnungen in Mecklenburg-Vorpommern gestohlen. Der Datenschutzbeauftragte des Landes warnt deshalb, dass diese Daten für Phishing-Angriffe genutzt werden könnten.
Vorsicht bei verdächtigen Nachrichten
So könnten beispielsweise per Messenger-Dienste, SMS oder E-Mail gefälsche Nachrichten verschickt werden, die den Nachrichten der Tourismusbetriebe aufgrund echter Informationen wie Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Buchungsnummer der Gäste zum Verwechseln ähneln, heißt es. Im NDR Interview berichteten betroffene Ostseeurlauber, dass sie via WhatsApp zur Bestätigung ihrer Buchung und zur Übermittlung von Kreditkartendaten aufgefordert wurden, es sich bei der Nachricht aber um eine Fälschung handelte.
Tourismusgäste in Mecklenburg-Vorpommern sollten deshalb vorsichtig bei verdächtigen Nachrichten und E-Mails sein, keine Links anklicken und keine sensiblen Daten weitergeben, rät der Datenschutzbeauftragte, Sebastian Schmidt. Er empfiehlt Gästen, sich im Zweifel bei dem gebuchten Betrieb rückzuversichern. Auch Markus Montz, c't-Redakteur, rät Urlaubern bei der gebuchten Unterkunft anzurufen, aber darauf zu achten, die Telefonnummer von der Original-Buchung zu benutzen.
Bundesweit Betrugsversuche
Die Hotels im Land seien inzwischen aufgefordert, betroffene Gäste zu informieren. Laut Schmidt nehmen die Hotelbetriebe den Schutz der Daten ihrer Gäste sehr ernst. Die Betriebe arbeiten mit den Behörden zusammen, um den Vorfall aufzuklären. Auch bundesweit hätte es Fälle gegeben. Noch sei das genaue Ausmaß unklar. Das Problem würde aber inzwischen häufiger auftreten, bestätigt auch Lars Schwarz vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Es gebe mehrere Fälle pro Woche.