DAX +0,70 % 26.323,88 Pkt 18:00:00 MDAX -0,55 % 32.251,14 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,18 % 6.535,62 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,06 % 53.914,93 Pkt 19:17:56 S&P 500 +0,59 % 7.755,36 Pkt 19:17:55 Nasdaq +1,02 % 26.617,58 Pkt 19:17:56 Nikkei +2,08 % 66.970,22 Pkt 08:45:03 Gold +0,29 % 4.412,60 USD 19:07:48 Silber +2,57 % 65,13 USD 19:07:52 Brent +4,27 % 87,12 USD 19:07:36 WTI +4,27 % 81,52 USD 19:07:55 Bitcoin -1,50 % 63.870,83 USD 19:17:53 EUR/USD +0,19 % 1,15470 USD 19:17:25 EUR/GBP -0,25 % 0,85440 GBP 19:17:55 EUR/CHF -0,13 % 0,93500 CHF 19:17:56 EUR/JPY +0,62 % 183,677 JPY 19:17:55

Gasversorgung Winter 2026: EU

Wirtschaft

Startseite Wirtschaft Gasspeicher der EU unter Druck – Deutschlands „entscheidende“ Energiestütze strauchelt Von: Nils Thomas Hinsberger Uns auf Google folgen Im Sommer muss Deutschland für die Gasversorgung im Winter vorsorgen. Doch steigende Preise sorgen für Zurückhaltung. Das könnte zur realen Gefahr werden. Berlin – Der Iran-Krieg hat den globalen Energiemarkt ins Chaos gestürzt. Nicht nur, dass Gas, Öl und alle damit zusammenhängenden Produkte und Dienstleistungen teurer werden. Vor einem drohenden Kältewinter sind schon wieder die Füllstände der Gasspeicher in Gefahr. Doch nicht nur in Deutschland liegen die Werte unter dem Vorjahresniveau – in der gesamten EU lahmt die Beschaffung. Das hängt direkt mit dem hohen Weltmarktpreis für Gas zusammen. Denn die Speicher werden von Unternehmen gefüllt und folgen einer klaren Marktlogik. Im Sommer soll der Brennstoff zu günstigen Preisen eingekauft und im Winter teurer und mit ordentlich Gewinn an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden. Doch der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus machen dem einen Strich durch die Rechnung. Füllstände auf niedrigstem Niveau seit Jahren – Gasspeicher wegen Iran-Krieg in Bedrängnis Die hohen Preise schrecken Unternehmen ab, große Mengen an Gas einzukaufen. Zu groß scheint die Angst, dass sich die Verkäufe im Winter nicht ausreichend lohnen könnten. Das spiegelt sich in den regelmäßigen Erhebungen der Bundesnetzagentur wider. Auf der Webseite heißt es, dass die deutschen Gasspeicher aktuell (8. August) zu 48,18 Prozent gefüllt sind. Im vergangenen Jahr waren sie zum selben Zeitraum zu 63,93 Prozent gefüllt – und bereits damals wurde vor möglichen Engpässen bei extremer Kälte gewarnt. Auch mit Blick auf die gesamte EU sieht es nicht besser aus. Das Schweizer Bundesamt für Energie (BFE) gibt die EU-weiten Füllstände bei den Gasspeichern (Stand 8. August) mit 58,8 Prozent an. Im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren bewegen sich die Speicherstände damit unter dem Minimalwert von 59,7 Prozent im gleichen Zeitraum. Diese niedrigen Füllstände könnten im kommenden Winter zur echten Gefahr werden. Die niedrigen Füllstände in Europa könnten für Deutschland zur nächsten Herausforderung werden. Die Bundesnetzagentur schreibt: „Der europäische Energiebinnenmarkt ist entscheidend für die Versorgungssicherheit mit Gas.“ Sollte es also in Deutschland zu einem Engpass im Winter kommen, sollen andere Länder einspringen. Was passiert, wenn die EU-weite Versorgung aber ebenfalls an ihre Grenzen kommt, bleibt ungewiss. Neben dem Binnenmarkt weist die Bundesnetzagentur noch auf weitere „Import- und Speichermöglichkeiten“ hin. „Aktuell ist auf dem Weltmarkt ausreichend Gas verfügbar und es sind ausreichend Importmöglichkeiten vorhanden. Diese Importmengen können auch im deutschen Netz transportiert werden.“ Grundsätzlich sei die Gasversorgung in Deutschland gesichert. Bei einem Kältewinter „steigt das Risiko erheblich“ – wann die Gasspeicher zur Gefahr werden Laut der Initiative Energien Speichern (INES) ist ein Befüllen der Gasspeicher zum Zielwert von 76 Prozent in Deutschland theoretisch noch vor dem Winter möglich. Dazu müssten allerdings die Marktbedingungen angepasst werden. „Unsere Modellrechnungen zeigen, dass die Infrastruktur grundsätzlich in der Lage ist, die Gasspeicher bis zum Winter weiter zu befüllen. Entscheidend ist jedoch, dass hierfür auch ausreichende Buchungen vorliegen und die gebuchten Kapazitäten tatsächlich genutzt werden“, erklärt dazu INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann. „Andernfalls steigt das Risiko für die Versorgungssicherheit im kommenden Winter erheblich.“ Bei einem normal kalten Winter würde der angestrebte Wert von 76 Prozent auch ausreichen, das Land mit Gas zu versorgen. Das geht aus einer Szenarioanalyse von INES hervor. Sollte es allerdings zu einem extrem kalten Winter kommen, so könne es im Februar und März Unterdeckungen von bis zu 9 Terawattstunden pro Monat kommen. Deshalb plädiert die Initiative, die Marktanreize für Befüller steigen. „Die Modellierungen zeigen deutlich: Für durchschnittliche Winter ist die Versorgung abgesichert. Bei einem außergewöhnlich kalten Winter steigen die Risiken jedoch erheblich“, so Heinermann. „Deshalb müssen bereits heute die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Speicher stärker zu befüllen und die Versorgung auch gegen sehr kalte Temperaturen abzusichern.“ (Quellen: Bundesnetzagentur, Schweizer Bundesamt für Energie, INES)

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