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Gazastreifen: Tote bei Einsturz von ausgebombtem Wohnhaus

Allgemein

Bei dem Einsturz eines von früheren israelischen Luftangriffen beschädigten Wohnhauses im Gazastreifen sind nach Angaben der Behörden mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten seien fünf Kinder, teilte der örtliche Zivilschutz mit. 25 Menschen seien verletzt worden.

Etwa 100 weitere Menschen sind laut Zivilschutz vermutlich unter den Trümmern des mehrstöckigen Gebäudes verschüttet. Helfer suchten nach Überlebenden. "Wir hören immer noch Stimmen unter den Trümmern", sagte der Leiter des Zivilschutzes in Gaza-Stadt, Raed Al-Dahschan.

Palästinensische Regierung fordert Zugang für Helfer

Mindestens zehn Familien hatten Al-Dahschan zufolge in dem baufälligen Gebäude im Bezirk Tal al-Hawa westlich der Stadt Gaza Zuflucht gesucht. Anwohner sprachen von mehr als 60 Menschen. Der Zivilschutz teilte mit, dass auch Vertriebene unter den Opfern sein dürften, die in Zelten neben dem Gebäude waren. Im Gazastreifen gibt es kaum sichere Unterkünfte.

Die palästinensische Regierung in Ramallah forderte die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Israel auszuüben, damit Rettungskräfte, Spezialausrüstungen und schweres Gerät in den Gazastreifen gelangten. Jede Verzögerung koste weitere Menschenleben.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig, da es an schwerem Gerät mangele, sagte der Leiter des Zivilschutzes. Einige Organisationen der Vereinten Nationen (UN) und ein ägyptischer Hilfsdienst unterstützten die Arbeiten.

Helfer graben mit bloßen Händen

Der Leiter des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) im Gazastreifen, Alessandro Mrakic, beschrieb die Lage als tragisch. Die Menschen müssten teilweise mit bloßen Händen graben. Zehntausende Palästinenser leben nach Angaben des Zivilschutzes in rund 2.000 durch israelische Luftangriffe beschädigten Gebäuden.

Mrakic warnte, dass rund 400 weitere Häuser vom Einsturz bedroht seien. Mit Blick auf den bevorstehenden Winter ist das besonders dramatisch. Vertreter der Palästinenser und der UN machen israelische Einfuhrbeschränkungen für den Mangel an schweren Baumaschinen verantwortlich. Israel begründet die Beschränkungen damit, dass die Maschinen nicht in die Hände von militanten Gruppen gelangen dürften.

"Die heutige Tragödie verdeutlicht die schwerwiegenden Risiken für Familien, die in solchen Gebäuden leben, und den dringenden Bedarf an sicheren Alternativen", sagte der humanitäre Koordinator der UN für die besetzten palästinensischen Gebiete, Ramis Alakbarow. "Niemand sollte sein Leben riskieren müssen, nur um einen sicheren Zufluchtsort zu finden."

Verstöße gegen Waffenruhe

Eine von den USA vermittelte Waffenruhe im Oktober 2025 hat die großflächigen Kämpfe im Gazastreifen zwar gestoppt, dennoch greift Israel immer wieder an. Seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden im Gazastreifen mehr als 1.300 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet, überwiegend Zivilisten.

Auf israelischer Seite wurden dem Militär zufolge vier Soldaten getötet. Die militant-islamistische Terrororganisation Hamas wirft Israel vor, gegen das Abkommen zu verstoßen und die Umsetzung eines Friedensplans von US-Präsident Donald Trump zu behindern. Israel wiederum beschuldigt die Hamas, sich nicht an die Vereinbarungen zu halten.

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