Gefährliche Szene bei DTM-Finale: Mann fährt mit E-Roller beinahe auf Strecke
(Motorsport-Total.com) - Gefährlicher Zwischenfall rund 20 Minuten vor Ende des DTM-Samstagsrennens auf dem Hockenheimring: Während der Titelkampf tobte und das vom viertplatzierten Maro Engel angeführte Verfolgerfeld ins Motodrom einfuhr, tauchte plötzlich ein Mann mit einem Elektroroller rechts neben der Strecke auf.
Die Szene war auch im TV-Bild zu sehen (siehe YouTube-Stream): Der Mann fuhr nur wenige Meter neben der Ideallinie und war nicht durch eine Mauer oder Leitplanken geschützt, während die GT3-Boliden mit etwas weniger als 200 km/h an ihm vorbeirasten.
Zum Glück gab es in diesem Moment keinen Unfall, denn dann hätte die Situation böse enden können. Aber wer war der Mann und wie kam er überhaupt in die Gefahrenzone? Laut Informationen von Motorsport-Total.com handelte es sich um einen permanent akkreditierten Fotografen, der die Genehmigung für alle Saisonrennen hatte und auch in den vergangenen Jahren bereits bei der DTM vor Ort war.
Fotograf wurde sofort die Akkreditierung entzogen
Darauf deutet auch das graue Tabard hin, das nur permanente Fotografen erhalten und wie eine Art Latz oder Schürze getragen wird. Es verschafft den Personen Zugang zu gewissen Bereichen der Rennstrecke.
Die Fotografen dürfen in diesem Bereich die Rettungsstraße direkt hinter der Mauer benutzen. Der Zugang zur Rennstrecke ist aber strengstens verboten. Dem Fotografen wurde nach dem Zwischenfall noch während des Rennens die Akkreditierung entzogen, wodurch dieser auch am Sonntag nicht mehr an die Rennstrecke durfte.
Wieso die Stelle nicht unbedenklich ist
Was im TV auf den ersten Blick wie die Aktion eines Verrückten aussieht, lässt sich besser nachvollziehen, wenn man die Umstände kennt. Denn die Stelle ist durchaus knifflig: Auf der Innenseite der Kurve gibt es in Fahrtrichtung eine Öffnung in der Mauer - auch Tasche genannt -, um kaputte Fahrzeuge zu bergen.
Die Rettungsstraße, auf der der Mann davor unterwegs war, mündet in dieser Öffnung und führt direkt auf die Strecke. Die TV-Bilder zeigen, dass der Fotograf - nachdem er offenbar seinen Fehler erkannt hat - nach rechts ins Gras abbiegt. All das deutet darauf hin, dass es sich um ein gefährliches Missverständnis handelte, das für den offenbar Motorsport-erfahrenen Fotografen zum Glück ohne Folgen blieb.
Die DTM-Verantwortlichen haben aber bereits Gespräche mit ihren Kollegen vom Hockenheimring geführt, um sicherzustellen, dass sich so eine Situation in Zukunft nicht mehr wiederholt. Das Ziel ist es, die Stelle besser zu kennzeichnen.