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Gefährliche Wetterlage steht am Freitag bevor: Erster Herbststurm trifft Berlin zu einer ungünstigen Zeit

Allgemein

Berlin steht ein ungemütlicher Freitag bevor: Es wird nass und vor allem stürmisch. Nach einer für September sehr lauen Nacht frischt der Wind am Vormittag auf und dürfte am Nachmittag in Böen bis zu Sturmstärke aufdrehen. Die Wettermodelle rechnen mit Böen zwischen 70 und 80 Kilometern pro Stunde für Berlin und Brandenburg. Das entspricht Stärke acht bis neun von zwölf.

Im Winterhalbjahr wäre ein solcher Sturm nicht dramatisch, aber im Spätsommer kann er sich heftig auswirken. Denn die Bäume sind noch voller Blätter und bieten dem Wind dadurch viel mehr Angriffsfläche. Wer also am Freitagnachmittag oder am Abend draußen unterwegs sein muss, sollte aufpassen, weil große Äste abbrechen können.

Auch Gewitter sind möglich – mit besonders ruppigen Böen

Der Sturm hängt mit einem Tief zusammen, das schnell von West nach Ost über Deutschland zieht. Die stärksten Böen dürften mit der Kaltfront des Tiefdruckgebietes am frühen Nachmittag über Berlin fegen, prophezeit Jörg Riemann, Chefmeteorologe des Dienstes „Wettermanufaktur“. Sehr windig werde es in jedem Fall. Wo sich die in die Kaltfront eingelagerten Gewitter entladen, könne es lokal auch mal ganz plötzlich ruppig und gefährlich werden. „Da reicht ein morscher Baum, der ungünstig fällt, um eine Bahnstrecke oder Straße zu blockieren.“

Am Abend bleibt es bei deutlich abgekühlter Luft noch windig. „Auch der Samstag hat eher frühherbstlichen Charakter“, sagt Riemann. Der Sonntag soll ruhiger und sonniger werden: „So schnell kommt der Herbst dann doch nicht“ – im Gegenteil: Am Montag dürfte es noch mal für mindestens 25 Grad reichen. Wahrscheinlich wird es der letzte meteorologische Sommertag dieses Jahres.

Zum Sturm kommt Regen. Nicht allzu viel, aber genug, um die Bruch- und Kippgefahr der Bäume durch nasses und entsprechend schweres Laub noch zu erhöhen. Nach Auskunft von Derk Ehlert, Naturexperte der Berliner Umweltverwaltung, sind die Berliner Bäume nicht akut im Trockenstress, der sie noch spröder und damit bruchgefährdeter machen würde.

Aber die Klimakrise habe die Bäume insgesamt geschwächt und damit anfälliger gemacht. Zugleich ergibt sich aus der Schwäche der Bäume nach vielen zu trockenen Monaten ein Vorteil beim Sturm: Das Laub sei in diesem Jahr nicht so üppig entwickelt gewesen, und viele Bäume hätten auch schon etliche Blätter verloren. Das kann ihnen nun zugutekommen.

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