Gefährlicher Trend: Kendall Jenner von Accutane überzeugt
Kendall Jenner (30) hat Anfang Januar 2026 ein verschreibungspflichtiges Aknemedikament ins Gespräch gebracht. In Owen Thieles Podcast "In Your Dreams" berichtete das Model, dass ihre Nase nach einer Behandlung mit Accutane schmaler ausgesehen habe. Mit dieser Schilderung wollte sie zugleich jahrelangen Spekulationen über einen operativen Eingriff entgegentreten. "Ich hatte noch nie eine Schönheitsoperation im Gesicht. Ich habe noch nie etwas machen lassen", stellte Kendall laut Her World in dem Podcast klar. In den sozialen Netzwerken wird der Wirkstoff Isotretinoin seitdem verstärkt als vermeintlicher Glow-Hack genannt. Teilweise ist sogar von einem "Accutane nose job" die Rede. Dermatologen warnen jedoch ausdrücklich davor, das starke Aknemittel allein wegen erhoffter optischer Veränderungen zu verwenden. Das Medikament kann erhebliche Nebenwirkungen auslösen und gehört deshalb ausschließlich in ärztliche Hände. Eine Behandlung muss medizinisch begründet sein und eng begleitet werden.
Accutane ist ein früherer Markenname für den Wirkstoff Isotretinoin, der in Deutschland unter anderem als Roaccutan, Aknenormin sowie als Generikum erhältlich ist. Vorgesehen ist er vor allem für schwere Akne. Das Mittel verkleinert die Poren, drosselt die Talgproduktion und wirkt Entzündungen sowie verstopften Poren entgegen. Während einer erfolgreichen Behandlung kann die Haut dadurch reiner, weniger fettig und ebenmäßiger wirken – online wird dieser Effekt als "Accutane Glow" bezeichnet. Dermatologin Dr. Rachel Ho erklärt, dass der Wirkstoff die talgdrüsenreiche Haut und das Unterhautgewebe an der Nase vorübergehend ausdünnen könne. Knochen und Knorpel verändere er jedoch nicht. Eine optische Verfeinerung sei meist dezent und nicht strukturell, nach dem Absetzen könnten sich die Talgdrüsen zudem wieder vergrößern. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft warnt vor einer Einnahme zur bloßen Verschönerung. Zu den möglichen Folgen zählen trockene Haut und Lippen, erhöhte Leber- und Blutfettwerte sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden. Zudem gibt es Warnhinweise zu psychischen Beschwerden. In der Schwangerschaft kann Isotretinoin schwere Fehlbildungen verursachen, weshalb für Patientinnen im gebärfähigen Alter strenge Verhütungs- und Kontrollvorgaben gelten.