Gegen Russland: Ukraine entwickelt Drohne mit Reichweite bis Sibirien
Angriffe tief in Russland Ukraine entwickelt neue Drohne mit Reichweite bis nach Sibirien 20.08.2026 - 15:30 UhrLesedauer: 3 Min. Die Ukraine baut ihre Fähigkeiten für Angriffe weit hinter der Front aus. Eine neue Drohne hat eine Reichweite bis tief ins russische Hinterland, zudem kann sie außergewöhnlich lang in der Luft bleiben. Die Ukraine hat die neue Langstreckendrohne Dovbush T40 für den Einsatz zugelassen. Das unbemannte System könne Ziele bis jenseits des Urals bis nach Sibirien erreichen, teilte das ukrainische Verteidigungsministerium mit. Die Drohne ist für mehrere Aufgaben vorgesehen: Sie soll zur weitreichenden Aufklärung eingesetzt werden können, aber auch für präzise Angriffe auf militärische Infrastruktur und Soldaten. Dabei kann sie den Angaben zufolge entweder als Einweg-Angriffsdrohne eingesetzt werden oder Munition mitführen und abwerfen. Die Reichweite soll bei mehr als 2.000 Kilometern liegen. Damit könnte die Ukraine theoretisch Ziele weit im russischen Hinterland erreichen. Ob die angegebene Reichweite auch unter Gefechtsbedingungen erreicht werden können, lässt sich unabhängig derzeit nicht bestätigen. Ganz neu ist die Fähigkeit, Ziele in Sibirien mit Drohnen zu erreichen, für die Ukraine allerdings nicht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte bereits im Juni einen Drohnenangriff auf eine Raffinerie in der mehr als 2.000 Kilometer von der Ukraine entfernten russischen Region Tjumen. Zugleich erklärte er, die Ukraine verfüge inzwischen über Langstreckendrohnen mit Reichweiten von mehr als 3.000 Kilometern. Neue Drohne ist mehr als 24 Stunden in der Luft Die Dovbush T40 hat nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums eine Spannweite von fast fünf Metern und soll mehr als 24 Stunden in der Luft bleiben können. Eine geringe Radarsignatur soll es der russischen Luftabwehr erschweren, die Drohne zu erkennen. Der Motor arbeitet laut dem Fachportal für Militärtechnik und künftige Kriegsführung, "NextGenDefense", mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung. Diese Technologie kann den Treibstoffverbrauch auf langen Flügen verbessern. Zudem sei das System gegen elektronische Störmaßnahmen widerstandsfähig. Gerade diese sind im Ukraine-Krieg ein entscheidendes Mittel gegen unbemannte Systeme. Die T40 ist eine Weiterentwicklung der Dovbush T20. Das ältere Modell befindet sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums seit 2022 bei den ukrainischen Streitkräften im Einsatz und wurde sowohl zur Aufklärung auf mittlere Distanz als auch für gezielte Angriffe genutzt. Erfahrungen der ukrainischen Soldaten mit diesem System seien in die Entwicklung des neuen Modells eingeflossen. Der Hersteller, der auch hinter weiteren ukrainischen Drohnensystemen steht, werde aus Sicherheitsgründen nicht genannt. Empfohlener externer Inhalt Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X -Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X -Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren. X-Inhalte immer anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen. Mehr Reichweite und Fähigkeiten: Kiew baut Drohnenarsenal aus Die Dovbush T40 ist Teil des rasanten Ausbaus der ukrainischen Drohnenproduktion. Seit Beginn des Jahres 2026 hat das Verteidigungsministerium nach eigenen Angaben bereits 413 unbemannte Flugsysteme für die Streitkräfte zugelassen. Das sind mehr als 30 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Fast alle der neu zugelassenen Systeme stammen demnach aus ukrainischer Produktion. Auch bei der Beschaffung setzt Kiew inzwischen fast vollständig auf heimische Hersteller. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums stammen 95 Prozent der Drohnen, die die zuständige Beschaffungsagentur für die Streitkräfte einkauft, aus der Ukraine. Mit immer größeren Reichweiten versucht Kiew, militärisch relevante Ziele auch weit entfernt von der Front erreichen zu können. Anfang Juli trafen ukrainische Drohnen etwa die größte russische Ölraffinerie im sibirischen Omsk. Reuters bezeichnete den Angriff als einen der tiefsten ukrainischen Drohnenschläge auf russischem Gebiet seit Kriegsbeginn. Die technische Reichweite allein entscheidet allerdings nicht über den Erfolg solcher Angriffe: Russische Luftabwehr und elektronische Störsysteme können Drohnen auf ihrem Weg zu weit entfernten Zielen abfangen oder beeinträchtigen.