Gegner bei Referendum plötzlich knapp vorne
Bei dem Referendum in Island über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen zeichnet sich ein Krimi ab. Zunächst lag das Lager der Befürworter nach ersten Teilergebnissen knapp vorn, dann aber übernahm das Lager der Gegner die Führung.
Demnach stimmten 50,1 Prozent gegen den Vorschlag der Regierung, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, und 49,9 Prozent dafür, wie die Zeitung „Morgunblaðið“ meldete. Demnach wurden rund 153.000 Stimmen ausgezählt von insgesamt 270.000 Wahlberechtigten. Ein verlässliches Ergebnis werde jedoch erst für Sonntagmittag erwartet, teilte die Wahlleitung mit. Umfragen hatten zuletzt auf ein knappes Rennen hingedeutet.
Islang kämpft mit hoher Inflation und Zinsen
Die Debatten in Island konzentrierten sich weniger auf Sicherheitsfragen als auf die hohen Zinsen, die Fischereirechte und die Lebenshaltungskosten. Das Land kämpft mit hartnäckig hoher Inflation und Zinsen, die Hypotheken teuer machen. Der Leitzins der isländischen Zentralbank liegt bei 8 Prozent, während der der Europäischen Zentralbank (EZB) 2,25 Prozent beträgt. Oppositionsführerin Gudrun Hafsteinsdottir, die die „Nein“-Kampagne anführte, argumentierte jedoch: „Das sind keine Probleme, die Brüssel für uns lösen wird, sondern Aufgaben, die isländische Politiker lösen müssen.“