DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold 0,00 % 3.898,90 USD 21:59:59 Silber +0,36 % 49,28 USD 21:59:59 Brent -3,58 % 113,43 USD 21:59:57 WTI 0,00 % 104,12 USD 21:59:59 Bitcoin +0,48 % 77.807,67 USD 14:02:42 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:29 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:27:29 EUR/CHF -0,32 % 0,92060 CHF 06:21:10 EUR/JPY -0,23 % 175,650 JPY 06:21:10

Gegner Kasparow nennt drastische Bedingung für Russlands Wandel

Nation

Startseite

Politik

„Historische Chance“: Putin-Gegner Kasparow nennt drastische Bedingung für Russlands Wandel

Von: Florian Stickel

Uns auf Google folgen

Kasparow sieht im Sieg der Ukraine die Voraussetzung für einen grundlegenden Wandel in Russland.

Moskau – Es ist ein Urteil, das es in sich hat: Laut Kreml-Kritiker Garri Kasparow muss Russland eine geopolitische Niederlage erleben, um sich grundlegend ändern zu können. Deshalb macht der Putin-Gegner einen Sieg der Ukraine zur Voraussetzung für einen politischen und gesellschaftlichen Neuanfang. Aus der russischen Gesellschaft selbst erwartet er derzeit keinen solchen Wandel.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

In einem Beitrag auf Facebook macht Kasparow nicht nur Kremlchef Wladimir Putin für den Krieg verantwortlich. Auch der russischen Gesellschaft stellt er ein vernichtendes Zeugnis aus. Die „überwiegende Mehrheit“ sehe weder im Krieg noch in den Tötungen, die Russland jeden Tag begehe, ein grundsätzliches Problem, schrieb er.

Hinweise darauf, dass sich im Land selbst etwas ändern könnte, erkennt Kasparow nicht. Dabei zieht er einen besonders drastischen Vergleich mit dem nationalsozialistischen Deutschland.

Selbst dort hätten sich trotz des massiven Terrors viele Menschen bewusst gegen das Regime gestellt und dafür Freiheit oder Leben riskiert. „Nichts Vergleichbares in diesem Ausmaß gibt es heute in Putins Russland“, schrieb Kasparow.

Harte Kritik an russischen Oppositionellen im Ausland

Kasparow richtet seine Kritik auch gegen Teile der russischen Opposition im Exil. Ihnen wirft er vor, weiter über Wahlstrategien und spätere Reformen zu diskutieren, während Russland ukrainische Städte bombardiere und täglich Menschen sterben. Besonders scharf wendet er sich gegen Debatten über „Smart Voting“.

Damit ist eine von Alexej Nawalnys Team entwickelte Wahltaktik gemeint, bei der sich Kreml-Gegner hinter dem jeweils aussichtsreichsten Kandidaten versammeln sollen, um Bewerber von Putins Partei „Einiges Russland“ zu schlagen.

Für Kasparow gehen solche Diskussionen an der Lage vorbei. Solange das Putin-System bestehe und der Krieg weitergehe, halte er selbst die Beschäftigung mit dieser Wahlstrategie für eine Form der Solidarisierung mit russischen Verbrechen.

Auch Pläne für eine spätere Rückkehr nach Russland und politische Reformen hält Kasparow derzeit für unrealistisch. An alle, die schon über eine Heimreise nachdenken, richtet er Kritik: „Das Problem ist nur: Ihr werdet nirgendwohin fliegen – weder mit dem ersten noch mit dem zweiten Flug – und ihr werdet keine Reformen durchführen“, schrieb er.

Zuerst müsse das Regime zusammenbrechen. Danach müsse sich auch die Haltung großer Teile der Gesellschaft zum Krieg verändern.

Warum Kasparow auf einen Sieg der Ukraine setzt

Seine Forderung begründet Kasparow mit der russischen Geschichte. Grundlegende Veränderungen seien dort immer erst nach schweren geopolitischen Niederlagen möglich geworden. Erst dann seien Vorstellungen ins Wanken geraten, Russland habe das Recht, anderen Ländern seinen Willen aufzuzwingen.

Putins Russland werde davon keine Ausnahme sein, schreibt Kasparow. „Nur der Sieg der Ukraine“ könne die Niederlage des Putin-Systems und das Scheitern seines imperialen Projekts bedeuten. Darin sieht er eine historische Chance für einen späteren Wandel im Land.

Für Kasparow ist die Haltung zu einem ukrainischen Sieg deshalb mehr als eine politische Frage. „Sind Sie für den Sieg der Ukraine oder nicht?“ – diese Antwort entscheidet aus seiner Sicht darüber, auf welcher Seite jemand steht und welche grundlegenden Werte er vertritt.

Kasparow – vom Schachweltmeister zum Exil-Aktivisten

Garri Kasparow, 1963 in Baku geboren, dominierte jahrelang die Schachwelt, bevor er 2005 in die Politik ging. Er zählt zu den schärfsten Kremlkritikern, lebt seit 2013 im US-Exil und wird von Moskau als „Extremist“ geführt. Aus der Ferne fordert er den Sturz Putins und den Sieg der Ukraine.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren