DAX -0,56 % 25.983,04 Pkt 18:00:00 MDAX -0,39 % 31.715,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,35 % 6.422,06 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,08 % 52.769,52 Pkt 21:58:16 S&P 500 -0,66 % 7.641,07 Pkt 21:58:13 Nasdaq -0,88 % 26.059,49 Pkt 21:58:16 Nikkei +1,36 % 66.216,79 Pkt 08:45:03 Gold +2,06 % 4.582,10 USD 21:48:04 Silber +3,71 % 68,18 USD 21:47:50 Brent +2,11 % 93,55 USD 21:48:05 WTI +0,93 % 86,63 USD 21:48:11 Bitcoin +4,86 % 72.629,61 USD 21:58:08 EUR/USD +0,88 % 1,16810 USD 21:57:53 EUR/GBP +0,19 % 0,85680 GBP 21:58:17 EUR/CHF -0,57 % 0,93480 CHF 21:58:16 EUR/JPY +0,61 % 185,818 JPY 21:58:17

Gehalt: Wie viel Geld Sparkassen-Manager im Branchenvergleich verdienen

Wirtschaft

Frankfurt. Die Vorständinnen und Vorstände von Sparkassen zählen weiter zu den Spitzenverdienern bei öffentlichen Unternehmen und erzielten auch bei der Gehaltsentwicklung überdurchschnittliche Zuwächse. Das zeigt die „Public-Pay-Studie 2026“ der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen, die dem Handelsblatt vorab vorlag. Der durchschnittliche Gesamtverdienst lag der Studie zufolge 2024 bei 439.000 Euro. Das ist mehr als das Doppelte des Durchschnittswerts aller anderen kommunalen Unternehmen, wenn man Sparkassen und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten herausrechnet. Auch bei der Gehaltsentwicklung zählten Sparkassen branchenübergreifend zur Spitzengruppe: Die Vergütung stieg im Berichtsjahr im Median um 5,3 Prozent, während es branchenübergreifend 4,1 Prozent waren. Noch deutlicher legten die Gehälter nur in den Branchen „IT/Digitalisierung“ sowie „Flug- & Seehäfen“ zu. Der Median ist der Wert, der in der Mitte einer nach Größe geordneten Datenreihe liegt. Anders als ein Durchschnittswert wird er durch einzelne Ausreißer in den Daten nicht so stark verzerrt. Bei der Gehaltsentwicklung berücksichtigte die Studie nur Angaben zu Managerinnen und Managern, die sowohl 2024 wie auch im Vorjahr vertreten waren. Personelle Wechsel oder ein neuer Posten beeinflussten den Anstieg also nicht. „Im Branchenvergleich, zum Beispiel im Verhältnis zu großen Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerken, liegt die Vergütung auffällig hoch“, sagt Ulf Papenfuß, Professor für „Public Management & Public Policy“ an der Zeppelin-Universität, der zu den Autoren der Studie zählt. Papenfuß ist außerdem wissenschaftlicher Vorsitzender der Expertenkommission „Deutscher Public Corporate Governance-Musterkodex“. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) wehrt sich gegen die branchenübergreifende Betrachtung. „Auch diese Studie vergleicht wieder Äpfel mit Birnen“, schrieb ein Sprecher dem Handelsblatt auf Anfrage. Die Gehälter von Sparkassenvorständen würden von demokratisch gewählten Aufsichtsgremien festgelegt und entsprächen dem „Marktstandard, um qualifizierte Personen zu bekommen und zu halten“. Papenfuß kennt die Argumentation und weiß, dass nicht jeder Manager Geschäftsleiter einer Sparkasse werden kann. Denn die Aufsichtsbehörden prüfen streng, wer als fähig gilt, eine Bank oder Sparkasse zu führen. Branchenexpertise zählt dabei zu den entscheidenden Faktoren. „Der Arbeitsmarkt für Sparkassenvorstände ist aufgrund der regulatorischen Anforderungen enger, und das muss bei Vergütungsentscheidungen berücksichtigt werden“, räumt er ein. „Wenn nachweisbar niemand mit der erforderlichen Qualifikation zu einer geringeren Vergütung zu gewinnen ist, ist das ein starkes Argument für das entsprechende Vergütungsniveau.“ Dennoch ist ein Branchenvergleich für ihn ein sinnvoller „zusätzlicher Referenzrahmen“: „Die Angemessenheit der Vergütung sollte auch im Verhältnis zu Unternehmen anderer Branchen mit vergleichbarer Größe, Komplexität und Führungsverantwortung reflektiert werden“, sagt er. Was Papenfuß stört, ist der Punkt, dass nur etwa jede dritte Sparkasse ihre Vergütung transparent macht. Der Anteil der Vorstände, deren persönliches Gehalt offengelegt wird, ist mit 32,8 Prozent zwar höher als im kommunalen Durchschnitt, der bei 19,6 Prozent liegt. Doch das genügt dem Wissenschaftler nicht. „Es ist nicht mehr zeitgemäß, bei der Transparenz hinter Bereichen zurückzubleiben, in denen vollständige Offenlegung längst selbstverständlich ist“, sagt er und fordert, „wenn nötig“, mehr Druck. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk liegt die Transparenz bei 100 Prozent. Trotz der steigenden Sparkassengehälter ist die Zahl der Vergütungsmillionäre im Jahr 2024 in der Branche gesunken, wie eine Auswertung der Offenlegungsberichte der 85 größten Sparkassen zeigt. Danach verdienten 55 Vorstände siebenstellig. Im Jahr 2023 gab es noch mehr als 90 Vergütungsmillionäre. Anders als in den von der Studie ausgewerteten Jahresberichten werden in den Offenlegungsberichten auch Pensionszahlungen für die Altersvorsorge berücksichtigt. Und mitunter stellen diese Direktzusagen eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Die Sparkasse Essen und die Landessparkasse zu Oldenburg etwa begründen die Millionenzahlungen explizit mit nötigen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen. Diese Belastungen sind schwer kalkulierbar und hängen nicht zuletzt mit der Entwicklung des Zinsniveaus zusammen. Bei steigenden Zinsen sinkt die Belastung, bei sinkenden Zinsen steigt sie. Während der langen Niedrigzinsphase entwickelten sich diese Direktzusagen zu enormen Belastungen. Die meisten Regionalverbände empfehlen ihren Sparkassen seit Längerem, bei neuen Vorstandsverträgen auf Direktzusagen zu verzichten. Das hatte schon eine Handelsblatt-Umfrage vor zwei Jahren gezeigt. Die Verbände im Rheinland und Westfalen-Lippe raten ihren Sparkassen seit 2017 dazu, Vorständen einen „Beitrag zur Finanzierung eines Alterseinkommens“ zu zahlen. Direktzusagen soll es nur in begründeten Ausnahmefällen geben. In Thüringen regelt ein Vergütungserlass des Finanzministeriums aus dem Jahr 2021, dass die Sparkassen eine „beitragsorientierte Leistungszusage“ in eine Unterstützungskasse einzahlen sollen. In Bayern empfiehlt der Verband ebenfalls, dass Sparkassen für eine „beitragsorientierte Leistungszusage“ in eine Unterstützungskasse zahlen. Wie viele Sparkassen sich daran halten, ist nicht bekannt. Doch einige Sparkassen nennen in ihren Vergütungsberichten Details. Die Kreissparkasse Köln etwa macht neuen Vorständen seit 2017 keine Versorgungszusage, sondern zahlt eine feste Zulage von bis zu 35 Prozent ihres Jahresfestgehalts für eine eigenständige Altersvorsorge. Im Jahr 2024 bestand der Kölner Sparkassenvorstand je zur Hälfte aus Mitgliedern mit Pensionszusage und aus Mitgliedern mit eigener Verantwortung für die Altersvorsorge. Bis 2023 gab es in Köln noch drei Vergütungsmillionäre, 2024 nur noch einen. Bei der Stadtsparkasse Düsseldorf gibt es seit 2024 keinen Vergütungsmillionär mehr im Vorstand, zuvor hatte es drei Personen gegeben. Auch in Düsseldorf erhalten neue Top-Führungskräfte eine Zulage für die Altersvorsorge. 2024 traf dies auf zwei Mitglieder zu. Neben der Vergütungshöhe beschäftigt sich die Public-Pay-Studie 2026 auch mit Gehaltsunterschieden zwischen männlichen und weiblichen Vorstandsmitgliedern. Im branchenübergreifenden Durchschnitt verdienten Topmanagerinnen dabei mit 155.000 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen mit 193.000 Euro pro Kopf im Jahr. Bei den Sparkassen ist das anders: Hier lag der Median für die Gesamtvergütung der Frauen bei 469.000 Euro, bei Männern waren es 438.000 Euro. Frauen sind in den Vorstandsetagen von Sparkassen allerdings noch immer selten vertreten, wie Erhebungen des Analysehauses Barkow Consulting zeigen. Im zweiten Quartal 2026 lag ihr Anteil bei 10,4 Prozent. Im Berichtsjahr 2024 waren es nur etwa acht Prozent.

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