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Brisante Geheimdienstinformationen: CIA-Chef warnte bei Moskau-Reise vor einem Angriff auf NATO
Von: Nail Akkoyun
US-Geheimdienste sollen wissen, was Putin plant. Deshalb flog CIA-Chef Ratcliffe persönlich nach Moskau – mit einer klaren Botschaft im Gepäck.
Moskau/Washington, D.C. – CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland bei einem überraschenden Besuch in Moskau Medienberichten zufolge vor einem Angriff auf NATO‑Verbündete gewarnt. Das berichteten das Wall Street Journal und das Magazin Politico unter Berufung auf nicht namentlich genannte Geheimdienstquellen. Der Besuch des CIA-Chefs am Dienstag war zunächst nicht offiziell bestätigt worden – erst ein US-Militärtransporter vom Typ Boeing C-17A Globemaster III, der am Moskauer Flughafen Wnukowo landete, hatte Spekulationen ausgelöst.
Dass es sich um einen hochrangigen Passagier handeln musste, deutete auch eine ungewöhnliche Bitte der USA an die Ukraine hin: Washington hatte Kiew laut ukrainischen Medien gebeten, vom 24. bis zum 26. August keine Drohnenangriffe auf Moskau und St. Petersburg durchzuführen – eine Anfrage, die üblicherweise nur gestellt wird, wenn hochrangige Staatsgäste den Luftraum passieren.
Putin-Angriff auf NATO-Gebiet: Geheimdienste sollen brisante Informationen haben
Hinter dem Besuch steckt laut US-Medienberichten weit mehr als Routine. Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf amerikanische Geheimdienstquellen, dass die USA Informationen über eine großangelegte Mobilisierungskampagne des Kremls verfügen. Nach den russischen Parlamentswahlen Ende September könnte Wladimir Putin eine solche Mobilisierung ausrufen – die Rede ist von bis zu 300.000 Personen, wie t-online berichtet. Ferner sollen US-Geheimdienste Hinweise haben, dass der 72-jährige Putin einen begrenzten militärischen Schlag gegen die NATO plant, um das Bündnis auf die Probe zu stellen.
Laut Politico habe Ratcliffe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen NATO‑Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt. Zudem habe er den Kreml dazu gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren. Beth Sanner, frühere stellvertretende Leiterin der Missionsintegration im Office of the Director of National Intelligence, beschrieb den möglichen Kern der Botschaft so: „Es könnte darum gehen, Putin zu sagen: ‚Wir wissen, was Sie vorhaben, und Sie sollten es besser lassen.‘“
Sanner schloss auch einen Zusammenhang mit dem Iran-Waffenstillstand nicht aus und verwies darauf, dass Russland bereits im April seine Rolle als Mediator zwischen den USA und dem Iran angeboten hatte.
Moskau und Washington spielen den CIA-Besuch herunter
Auf russischer Seite bestätigte Geheimdienstchef Sergej Naryschkin am Donnerstag sein Treffen mit Ratcliffe, machte aber keine Angaben zum Inhalt. Man habe Fragen erörtert, die in den Kompetenzbereich der Geheimdienste fallen, sagte Naryschkin nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Das Treffen sei ein „Arbeitsformat“ gewesen und nichts Ungewöhnliches – er führe regelmäßig ähnliche Gespräche mit den Geheimdienstchefs anderer Länder, entweder persönlich oder online. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte zwar, dass Ratcliffe für Gespräche „zwischen den Geheimdiensten“ nach Moskau gekommen war, betonte aber ausdrücklich, dass es kein Treffen mit Präsident Wladimir Putin gegeben habe.
Auch US-Präsident Donald Trump spielte den Besuch in der Radiosendung des Moderators Glenn Beck am Mittwoch herunter. Er bestätigte zwar Ratcliffes Aufenthalt in Russland, verneinte aber, dass die Reise im Kontext eines möglichen NATO-Angriffs oder des Iran-Konflikts gestanden habe. Laut Trump sei der Besuch „eine Art Semi-Routine“ gewesen. „Wir würden den Krieg mit der Ukraine gerne beendet sehen“, sagte Trump.
Welche Konsequenzen hat das Treffen für den Ukraine-Krieg?
Für Kiew sind die möglichen Hintergründe des Besuchs beunruhigend – unabhängig davon, welches Szenario zutrifft. Sollte Trump dem Kreml eine Mittlerrolle im Iran-Konflikt angeboten haben, könnte Russland dafür eine Gegenleistung verlangen, die die Ukraine direkt betrifft. Bereits jetzt sind zugesagte Unterstützungsmaßnahmen ausgeblieben: Beim NATO‑Gipfel im Juli hatte Trump dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Lizenzen zum Bau von Patriot-Abwehrraketen zugesagt – diese Pläne später jedoch verworfen. Die ukrainischen Bestände an Abwehrraketen gelten als nahezu erschöpft, trotz jüngster Lieferungen an Kiew. (Quellen: dpa, Washington Post, t-online, AFP, Politico, Kyiv Post) (nak)