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Geheime Geldquelle: So verdienen Aldi und Lidl an abgelehnten Pfandflaschen

Welt

Viele Kunden lassen ihr Pfandgeld liegen, wenn der Automat eine Flasche nicht erkennt. Aldi, Lidl und Co. profitieren davon.

Der Gang zum Pfandautomaten endet oft gleich: Ein oder zwei Pfandflaschen schaffen es nie und landen im Mülleimer, der direkt neben dem Automaten steht.

Pfandschlupf kostet Verbraucher Millionen

Genau hier beginnt das, was Fachleute als „Pfandschlupf“ bezeichnen. Gemeint ist Pfand, das nie an Verbraucher zurückfließt, weil Flaschen oder Dosen nicht ordnungsgemäß zurückgegeben werden, weil sie versehentlich im Müll landen oder der Automat sie nicht akzeptiert. Das Geld verbleibt dann beim Händler. Für den Einzelnen sind 25 Cent pro Flasche kein Drama. In der Summe sieht das anders aus. Discounter und Supermärkte machen mit dem Pfandschlupf Millionen Euro.

Dem Bundesumweltministerium liegen keine eigenen Zahlen zum Pfandschlupf vor. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat jedoch berechnet, dass zwischen 2003 und 2015 mehr als 3,5 Milliarden Euro an nicht eingelöstem Pfand bei der Industrie gelandet sind (Quelle: T-Online).

Seit 2022 sind zudem weitere Getränkekategorien pfandpflichtig, darunter Säfte, Wein in Dosen und Milch in Plastikflaschen. Die tatsächliche Summe dürfte heute also noch höher liegen.

Problem für Umwelt und Verbraucher

So niedlich der Begriff „Pfandschlupf“ auch klingt: Für die Umwelt ist er alles andere als harmlos. Jede Flasche, die nicht zurückgegeben wird, fehlt im Recyclingkreislauf. Stattdessen müssen neue Rohstoffe für die Produktion her. Pfandschlupf kostet damit nicht nur Geld, sondern belastet auch die Umwelt.

Wer am Automaten scheitert, hat eine einfache Alternative: Einen Mitarbeiter im Markt ansprechen. Die Rücknahme ist Pflicht, auch wenn der Automat streikt. 25 Cent sind kein Vermögen. Aber über Monate und Jahre summieren sie sich zu einem Betrag, den man lieber selbst behält, als ihn dem Supermarkt zu schenken.

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