Gehirn und Herz: Die Wissenschaft entschlüsselt den Moment des Sterbens
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Der Moment des Sterbens ist erreicht. Doch wie vollzieht sich der Übergang vom Leben zum Tod aus medizinischer und wissenschaftlicher Sicht? Auch unabhängig von religiösen Vorstellungen stellt sich die Frage, was im Körper geschieht, wenn lebenswichtige Funktionen zunehmend versagen. Forscher haben diesen komplexen Prozess eingehend untersucht, um die biologischen Vorgänge an der Schwelle zwischen Leben und Tod genauer zu verstehen.
Was passiert im Moment des Sterbens im menschlichen Körper?
Was geschieht in den letzten Momenten eines Menschenlebens? Mit dieser Frage haben sich Wissenschaftler in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend beschäftigt, um die biologischen Vorgänge an der Schwelle zwischen Leben und Tod besser zu verstehen. Das Wissenschaftsmagazin „GEO“ hat die wesentlichen Erkenntnisse zum Ablauf des Sterbeprozesses zusammengefasst.
Der Übergang vom Leben zum Tod ist kein plötzlich eintretendes Ereignis, sondern ein komplexer biologischer Prozess. In der finalen Phase versagen zunehmend lebenswichtige Organe. Welches Organ dabei zuerst betroffen ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hängt unter anderem von der jeweiligen Erkrankung oder Verletzung ab.
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Beim fortschreitenden Organversagen können sich Stoffwechselprodukte im Blut anreichern und auch das Gehirn beeinflussen. Die Nervenzellen funktionieren zunehmend schlechter, während der Körper den Blutkreislauf auf die Versorgung der lebenswichtigen inneren Organe konzentriert. Gleichzeitig lassen verschiedene Körperfunktionen nach. Hunger und Durst treten häufig in den Hintergrund, da der Energiebedarf des Körpers stark sinkt.
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Auch das Schmerzempfinden kann sich während des Sterbeprozesses verändern. Unter bestimmten Umständen setzt der Körper körpereigene schmerzlindernde Substanzen frei, die das Empfinden von Schmerzen beeinflussen können. Mit zunehmender Kreislaufschwäche verändern sich zudem Hautfarbe und Muskelspannung im Gesicht. Es kommt zum sogenannten „Todesdreieck“ um Mund und Nase. Nach dem Herzstillstand kommt die Durchblutung des Körpers zum Erliegen. Besonders empfindliche Gehirnzellen können den Sauerstoffmangel nur wenige Minuten überstehen. Nach dem endgültigen Ausfall der Hirnfunktionen ist der Mensch aus medizinischer Sicht verstorben.
Herz- und Lungenzellen überleben den Moment des Todes
Mit dem endgültigen Ausfall der Hirnfunktionen sind jedoch noch nicht sämtliche Zellen im Körper abgestorben. Bestimmte biochemische Prozesse laufen noch eine Zeit lang weiter. So können Herzzellen den Atemstillstand unter günstigen Bedingungen noch 15 bis 30 Minuten überstehen, während Zellen der Leber und der Lunge teilweise bis zu einer Stunde funktionsfähig bleiben. Andere Zelltypen können sogar noch deutlich länger überleben.
Im weiteren Verlauf erschlaffen die Muskeln, da ihnen die notwendige Energieversorgung fehlt. Nach einiger Zeit verbinden sich bestimmte Eiweißstrukturen innerhalb der Muskulatur zunehmend miteinander. Dadurch versteift der Körper und die sogenannte Leichenstarre setzt ein.
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Sind schließlich sämtliche lebenswichtigen Funktionen dauerhaft erloschen, beginnt der fortschreitende Zerfall des Körpers. Enzyme bauen Zellstrukturen und Gewebe ab, während sich die im Darm vorhandenen Bakterien zunehmend im Körper ausbreiten. Gleichzeitig werden körpereigene Eiweiße und andere organische Bestandteile weiter zerlegt. Diese miteinander verbundenen Prozesse leiten die Zersetzung des Gewebes ein und markieren den Beginn des endgültigen biologischen Zerfalls.