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Geklautes Flugzeug nimmt Kurs auf Kernkraftwerk

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Geklautes Flugzeug nimmt Kurs auf AKW – Kampfjets steigen auf

Von: Sven Trautwein

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Eine Cessna verschwindet in Ungarn und taucht kurz darauf auf dem Radar auf. Dann führt ihr Kurs in Richtung eines Kernkraftwerks.

Frankfurt – Ein Kleinflugzeug hebt in Ungarn ab – doch kurz darauf wird es als gestohlen gemeldet. Die Cessna 172 fliegt in Richtung des Kernkraftwerks Paks. Zwei Gripen-Kampfjets steigen auf, während die Maschine ihren Kurs fortsetzt. Wenig später endet der Flug auf einem Feld – und der Fall nimmt eine unerwartete Wendung. Der Vorfall unterstreicht die extreme Nervosität rund um die ungarische Energie-Infrastruktur, die derzeit auch durch Umweltfaktoren unter massivem Druck steht.

Der Vorfall ereignete sich am Samstagmorgen, 29. August, in Ungarn. Nach den vorliegenden Angaben des Portals aeroTELEGRAPH wurde die Maschine vom Flugplatz Kalocsa gestohlen und kurz nach dem Start vom Radar des ungarischen Militärs erfasst. Bis zum Kernkraftwerk kam die Cessna nicht. Wenig später musste sie bei Gerjen notlanden.

Alarm wegen der Flugrichtung des Kleinflugzeugs

Das ungarische Militär reagierte, nachdem das Kleinflugzeug auf dem Radar aufgetaucht war. Verteidigungsminister Romulusz Ruszin-Szendi teilte laut der ungarischen Nachrichtenagentur Magyar Távirati Iroda (MTI) mit, dass daraufhin zwei einsatzbereite Gripen-Kampfflugzeuge starteten. Die Jets sollten die Maschine lokalisieren und die Situation aus der Luft beobachten.

Der Grund für den Einsatz lag in der Flugrichtung: Die Cessna bewegte sich auf das Kernkraftwerk Paks zu. Die Anlage gilt als das kritischste Objekt des Landes, da sie rund 50 Prozent des ungarischen Strombedarfs deckt. Rund um die Anlage gelten besondere Luftraumregeln. Zivile Flugzeuge dürfen dort laut aeroTELEGRAPH in einem Radius von drei Kilometern und unterhalb von 6000 Metern nicht fliegen. Wie ernst Ungarn Luftraumverletzungen nimmt, zeigte sich bereits in der Vergangenheit, als selbst Nato-Maschinen bei Kursabweichungen umgehend von Abfangjägern eskortiert wurden.

Notlandung bei Gerjen

Bis zum AKW kam die Maschine allerdings nicht. In der Gegend der Gemeinde Gerjen musste die Cessna auf einem Feld notlanden. Dabei wurde das Flugzeug beschädigt. Die Gripen lokalisierten die Maschine und blieben nach Angaben von aeroTELEGRAPH über dem Gebiet, bis ein Rettungshubschrauber und Einsatzkräfte am Boden eingetroffen waren. Nach den zunächst verfügbaren Informationen wurde niemand verletzt.

Bei der Landung brach offenbar das Fahrwerk. Die Cessna kam anschließend schräg auf einer Tragfläche zum Stillstand. Warum die Maschine entwendet wurde und was während des Fluges genau geschah, war zunächst unklar.

Polizei nimmt 24-Jährigen fest

Die Polizei nahm einen 24-Jährigen fest, der die Cessna zuvor in Kalocsa bestiegen haben soll. Nach der Notlandung ließ er das Flugzeug zurück und ging laut Polizei in „verwirrtem“ Zustand an einer Straße entlang, wie MTI berichtete. Ein ähnlich kurioser Fall ereignete sich in der Region bereits 2022, als ein junger Mann in einen Hangar einbrach und versuchte, Maschinen unbefugt zu starten.

Ein Autofahrer hielt demnach an, um dem Mann zu helfen. Der 24-Jährige soll daraufhin in das Fahrzeug gestiegen sein und versucht haben, damit wegzufahren. Das konnte verhindert werden. Polizisten nahmen ihn wenige Minuten später in der Nähe fest.

Nach ersten Erkenntnissen stand der Mann zum Zeitpunkt des Vorfalls offenbar unter Alkoholeinfluss. Ob auch andere Substanzen eine Rolle spielten, sollte noch untersucht werden. Die Polizei leitete unter anderem wegen der unbefugten Ingebrauchnahme eines Fahrzeugs und weiterer Straftaten ein Verfahren ein. Nach seiner Vernehmung sollte der Mann in Gewahrsam genommen und Untersuchungshaft beantragt werden.

Ermittlungen am Flugplatz laufen – AKW Paks im Fokus der Sicherheit

Offen blieb zunächst auch, wie die Cessna vom Flugplatz Kalocsa verschwinden konnte. Die Polizei kündigte gemeinsam mit der Luftfahrtbehörde eine Kontrolle des Flugplatzes an. Anschließend sollten auch weitere Flugplätze in Ungarn überprüft werden.

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Fest steht: Das Kleinflugzeug erreichte das Kernkraftwerk Paks nicht. Für die Regierung ist die Sicherheit der Anlage oberstes Gebot, da Paks derzeit nicht nur durch Sabotage oder Flugunfälle, sondern auch durch extreme Wetterereignisse gefährdet ist. Erst kürzlich musste das Kraftwerk wegen Niedrigwassers der Donau, die das nötige Kühlwasser liefert, gedrosselt werden. Die Ermittlungen sollen nun klären, wie es zu dem Diebstahl kommen konnte, welche Absicht hinter dem Flug stand und warum die Cessna in Richtung der besonders geschützten Anlage gesteuert wurde.

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