DAX +1,65 % 25.880,51 Pkt 10:19:29 MDAX +0,64 % 32.448,58 Pkt 10:19:29 Euro Stoxx 50 +1,17 % 6.418,69 Pkt 10:19:15 Dow Jones -1,02 % 52.208,06 Pkt 22:56:30 S&P 500 +0,12 % 7.437,63 Pkt 22:44:35 Nasdaq +0,99 % 25.122,18 Pkt 23:15:59 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold +0,47 % 4.119,30 USD 10:24:28 Silber -0,67 % 58,42 USD 10:24:04 Brent -1,61 % 87,60 USD 10:18:12 WTI -1,66 % 82,20 USD 10:24:27 Bitcoin -1,35 % 63.852,14 USD 10:34:28 EUR/USD +0,37 % 1,15090 USD 10:34:21 EUR/GBP -0,17 % 0,85630 GBP 10:34:29 EUR/CHF -0,32 % 0,92970 CHF 10:34:28 EUR/JPY -1,54 % 184,365 JPY 10:34:29

Geldanlage: Auf diese sechs Dax-Aktien sollten Anleger jetzt achten

Wirtschaft

Für vier Konzerne steigen seit April die Prognosen der Analysten um mehr als zehn Prozent, für zwei fallen sie um mehr als zehn Prozent. Daraus ergeben sich neue Chancen für Anleger. Foto: Getty Images, PR [M] Düsseldorf. Analysten blicken wenig optimistisch auf den deutschen Markt: Seit April haben sie ihre Erwartungen an die diesjährigen Nettogewinne der Dax-Konzerne vor dem Hintergrund globaler Krisen im Schnitt um zwei Prozent reduziert. Doch es gibt sechs Ausreißer. Bei zwei Unternehmen fielen die Gewinnschätzungen um bis zu 37 Prozent, bei vier stiegen sie um bis zu 36 Prozent. Das Handelsblatt analysiert die Sonderfälle mit Blick auf ihr Aktienkurspotenzial. BASF-Aktie: Gewinnschätzungen steigen am stärksten Beim größten europäischen Chemiehersteller sind die Gewinnschätzungen seit April um knapp 36 Prozent gestiegen – mehr als bei allen übrigen 39 Dax-Konzernen. BASF profitiert von der anziehenden Nachfrage und kräftigen Preiserhöhungen. Ursache sind die Spannungen im Nahen Osten. Die Lieferunterbrechungen führten bei Kunden zu großer Sorge vor Engpässen, sodass sie ihre Lager auffüllen. In der Folge werden die Anlagen im Stammwerk Ludwigshafen besser ausgelastet. Und der Konzern sieht keine Anzeichen dafür, dass die Kundenbestellungen nachlassen, wie BASF bei Vorlage der Halbjahresbilanz am Mittwoch mitteilte. Längerfristig profitiert BASF von seinem Sparprogramm. Im ersten Halbjahr verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Jahresbeginn 2024 um rund 7000. Mit dem Konzernumbau will das Unternehmen seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Die Branche leidet unter geringer Nachfrage, Überkapazitäten und hohen Produktionskosten. Das gesamte Unternehmen bemessen am Börsenwert und heruntergerechnet auf jede Aktie kostet den 17,5-fachen Gewinn. Basis dafür sind die von Analysten im Schnitt erwarteten Nettogewinne in den nächsten vier Quartalen. Die Aktie ist demnach um knapp ein Drittel höher bewertet als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Daraus erwachsen Kursrisiken, sollte die Nachfrage wieder sinken und sollten die Gewinne nicht weiter steigen. Chemie Stammwerk schrumpft: BASF verkleinert Belegschaft auf tiefsten Stand seit 70 Jahren Bemerkenswert ist die traditionell hohe Dividendenrendite. Sie liegt gegenwärtig bei 4,6 Prozent auf Basis des aktuellen Kurses und einer – konservativ geschätzt – stabilen Ausschüttung im nächsten Frühjahr. Bayer-Aktie: Rechtsrisiken bald vorbei? Seit April haben Analysten ihre Schätzungen für den diesjährigen Nettogewinn bei Bayer um durchschnittlich knapp 35 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro erhöht. Die Aktie stieg in diesem Zeitraum um 27 Prozent und spiegelt damit einen Großteil der besseren Erwartungen wider. Vorstandschef Bill Anderson richtet Bayer neu aus. In den drei Sparten Agrarchemie, Pharma und rezeptfreie Gesundheitsprodukte (Consumer Health) hat der Konzern 12.000 Stellen gestrichen. Hierarchien werden abgebaut, um Entscheidungsprozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen. Der Fokus gilt der lukrativen Pharmasparte mit der Suche nach milliardenschweren Umsatzbringern, den Blockbustern. Entwarnung zeichnet sich in der größten Konzernbaustelle ab: der Klagewelle nach dem mehr als zehn Jahre zurückliegenden Kauf des umstrittenen US-Saatgut- und Pestizidherstellers Monsanto. Erkrankte machen dessen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für ihr Krebsleiden verantwortlich und verlangen Schadenersatz in Milliardenhöhe. Bayer bündelt in den USA das Geschäft mit Glyphosat in einem neuen Unternehmen namens Ruveon. Der Glyphosatkomplex wird damit von der Kernorganisation des Konzerns rechtlich getrennt. Bayer könnte sich daher schnell von dem Produkt trennen, wenn dies notwendig erscheint. Der Konzern ist in den USA der einzige Hersteller des für die dortige Landwirtschaft so wichtigen Pflanzenschutzmittels. US-Präsident Donald Trump hat das Mittel als entscheidend für die nationale Sicherheit eingestuft. Damit hat Bayer jetzt mit Ruveon ein Druckmittel. Der Konzern will die noch anhängigen rund 67.000 Klagen über einen außergerichtlichen Vergleich loswerden. Die Verhandlungen sollen bis zum 19. August möglichst mit einem Vergleich enden. Knapp zwei Wochen vorher präsentiert der Konzern am 4. August seine Bilanz für das zweite Quartal. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10,4 auf Basis der von Analysten im Durchschnitt erwarteten Nettogewinne in den kommenden vier Quartalen ist die Bayer-Aktie niedrig bewertet. Allerdings liegt der firmeneigene Zehn-Jahres-Durchschnitt bei einem noch niedrigeren Wert von 8,4. Darin spiegeln sich die hohen Bewertungsabschläge wider, denen Bayer seit der Übernahme von Monsanto vor zehn Jahren ausgesetzt ist. Siemens-Energy-Aktie: Potenzial durch US-Markt Um zehn Prozent sind die Gewinnschätzungen für den Kraftwerksbauer seit April gestiegen. Analysten rechnen durchschnittlich mit 3,7 Milliarden Euro Nettogewinn für das bereits Ende September endende Geschäftsjahr, nach 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Das ist ein Plus von 164 Prozent. US-Ostküste: Am Pier lagern Rotorblätter und Turbinenfundamente für neue Offshore-Windkraftanlagen. Foto: Matt O'Brien/AP/dpa In den vergangenen zwölf Monaten ist die Siemens-Energy-Aktie um 40 Prozent gestiegen. Der Effekt aus steigenden Kursen bei noch sehr viel stärker steigenden Unternehmensgewinnen macht die Aktie günstiger als früher. Das KGV liegt mit 23,4 um knapp ein Drittel unter dem firmeneigenen Durchschnitt. Die Aktie notiert allerdings erst seit September 2020 an der Börse. Siemens Energy profitiert vom wachsenden Bedarf an Strom, an Datenzentren und an der Elektrifizierung der Industrie. Bis zum Jahr 2035 wird nach einer Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) die Spitzenstromnachfrage um rund 40 Prozent steigen. Dafür werden viele neue Kraftwerke und Stromnetze benötigt. Lukrativ ist das Geschäft mit den großen Technologiekonzernen. Amazon, Alphabet und Microsoft investieren hohe Milliardensummen in neue Rechenzentren und benötigen dafür eine zuverlässige Stromversorgung. Die ehemalige Siemens-Tochter liefert die Turbinen und übernimmt oft auch die anschließende Wartung und den Service. Potenzial bietet der US-Markt. Dort steuert die bei US-Präsident Trump und seiner Regierung unbeliebte Wind-, Solar- und Speicherbranche auf ihr stärkstes Jahr zu. Bereits im vergangenen Jahr waren erstmals mehr als 50 Gigawatt sauberer Kraftwerksleistung ans Netz gegangen. Wind und Sonne lieferten in der ersten Jahreshälfte des laufenden Jahres gut ein Fünftel des US-Stroms und haben zusammengerechnet die Kernkraft überholt. Für 2026 rechnet die Branche im Vergleich zum Vorjahr daher mit einem noch größeren Wachstum an Gigawatt. Ein Risiko für den Aktienkurs ist ein mögliches Ende der KI-Euphorie an den Börsen. Das dürfte Siemens Energy härter treffen als fast alle übrigen Dax-Titel. Der anhaltend hohe Bedarf an Strominfrastruktur dürfte einen möglichen Kursrückgang allerdings bremsen. Am 5. August präsentiert Siemens Energy seine Bilanz für das dritte Geschäftsquartal. Infineon-Aktie: Nach Kursverlust moderat bewertet Deutschlands größter Halbleiterhersteller profitiert von steigenden Preisen angesichts einer hohen Nachfrage bei knappem Angebot. Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr um 16 Prozent angehoben. Die im ersten Halbjahr um mehr als 100 Prozent gestiegene Aktie verlor seit Juni fast 40 Prozent an Wert. Grund dafür sind Spekulationen, wonach die Chinesen künftig hochkomplexe Halbleiter preiswert produzieren können. Das würde die Chippreise weltweit unter Druck setzen. Nach den Kursverlusten ist die Infineon-Aktie mit einem KGV von 21,4, berechnet auf Basis der in den kommenden vier Quartalen erwarteten Gewinne, nahe ihrem Zehnjahresdurchschnitt von knapp 20 bewertet. Potenzial erwächst aus den weltweit benötigten neuen KI-Rechenzentren. Dort werden zwar keine Hochleistungsprozessoren von Infineon verbaut. Je mehr solcher Anlagen allerdings errichtet und aufgerüstet werden, desto größer wird der Bedarf an Leistungshalbleitern. Sie wandeln Strom um, steuern und verteilen effizient. Der Konzern erhöhte bereits seine Investitionen, um die zusätzliche Nachfrage bedienen zu können. VW-Aktie: Gewinnprognosen sinken täglich Für das laufende Geschäftsjahr haben Analysten für VW ihre Nettogewinnschätzungen im Schnitt um 16,5 Prozent auf 8,3 Milliarden gesenkt. Allein in der vergangenen Woche fielen die Schätzungen um vier Prozentpunkte. Grund dafür sind stärkere Ertragseinbrüche als ohnehin vorab kalkuliert war. Zwischen April und Juni sank das Konzernergebnis nach Steuern um ein Drittel auf 1,5 Milliarden Euro. Es war der zehnte Rückgang beim Quartalsgewinn in Folge. Die Auslieferungen fielen konzernweit um fast neun Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge. Auf dem wichtigen Markt China, der in besten Zeiten gut 40 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen hatte, verringerte sich die Zahl der ausgelieferten Autos um mehr als ein Drittel auf nur noch 424.300. Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und der härter werdende Konkurrenzdruck belasten den Konzern. Bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand, zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen. Aus diesen Gründen notiert der Aktienkurs niedriger als zu Zeiten des Dieselskandals oder während der Coronapandemie. Mit einem Minus von 27 Prozent in den vergangenen sechs Monaten zählt die VW-Aktie zu den größten Dax-Verlierern. Mit einem KGV von nur 3,8 ist VW die am niedrigsten bewertete Aktie im Dax. Der Zehn-Jahres-Durchschnitt liegt mit 5,2 ebenfalls so niedrig wie bei keinem anderen Dax-Titel. Proteste der VW-Belegschaft: Kampf für den Erhalt der Arbeitsplätze. Foto: AFP Nur noch 14 der insgesamt 26 Analysten, die VW regelmäßig auswerten, empfehlen die Aktie auf dem niedrigen Kursniveau zum Kauf. Ein Grund dafür sind die schwierigen Perspektiven. Denn die Konkurrenz, vor allem aus Fernost, bietet Elektromodelle günstiger an als VW. Kursdämpfend wirkt zudem der politische Einfluss. Das VW-Gesetz gewährt der Gewerkschaft IG Metall und dem Land Niedersachsen Sonderrechte – etwa beim Thema Verlagerung von Produktion. Trotz Überkapazitäten und wochenlanger Diskussionen im Management konnte sich VW bislang nicht dazu durchringen, Standorte im Hochlohnland Deutschland zu schließen. Was aber, zumindest bislang, eine gute Nachricht für die Mitarbeitenden und für strukturschwache Regionen wie Ostfriesland ist, geht zulasten des Aktienkurses. BMW-Aktie: Kurs und Gewinn fallen im Einklang Um 37 Prozent sind seit April die Gewinnschätzungen für BMW gefallen. Analysten prognostizieren im Schnitt einen Nettogewinn von 4,2 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr. Vor 18 Wochen lagen die Schätzungen noch bei 6,6 Milliarden Euro. Lange Zeit war es BMW gelungen, sich am besten unter den deutschen Autobauern zu behaupten. Doch diese Zeiten sind vorbei. Seit der Gewinnwarnung im Juni, in der BMW seine Jahresprognose drastisch senkte, ohne konkrete Zahlen zu nennen, rechneten die Fachanalysten neu. Sie korrigierten ihre Nettogewinnprognose um ein Drittel nach unten. Insbesondere das schwächelnde Chinageschäft lastet auf den Verkaufszahlen. Allein im zweiten Quartal brachen die Auslieferungen in der Volksrepublik um gut 30 Prozent ein. Der Nettogewinn sank zwischen April und Juni um 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie BMW am Donnerstag bei Vorlage seiner Bilanz mitteilte. Die Gewinnmarge im Autogeschäft liegt im ersten Halbjahr vor Steuern und Zinsen nur noch bei 3,6 Prozent. In guten Vorjahren waren es mehr als zehn Prozent. Verwandte Themen BayerDaxBMWBASFInfineonSiemens Optimistische Analysten wie etwa Mike Tyndall von HSBC, der die Aktie im Juli von „halten“ auf „kaufen“ hochstufte, verweisen unter anderem auf die niedrige Bewertung. Sie halten das Risiko für gering, dass weitere Enttäuschungen folgen werden. Bei den Skeptikern hingegen dominiert die Erwartung, dass die Schwäche im wichtigen Chinageschäft andauern wird und Herausforderer wie BYD mit günstigeren Modellen erfolgreich auf den Markt drängen werden. Mehr: „Den Boden haben wir noch nicht gesehen“ – 46 Gewinnwarnungen in einem Halbjahr Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt

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