General unter den drei Toten?: Behörden stufen Explosion in Moskau als Anschlag ein
Eine Frau will mit einem Sprengsatz ein Moskauer Restaurant betreten. Ein Wachmann stoppt sie, doch es kommt zu einer tödlichen Explosion. Laut unbestätigten Medienberichten könnte ein General der russischen Streitkräfte im Lokal gefeiert haben. Bei der Explosion in Moskau, bei der am Samstag mindestens drei Menschen getötet wurden, handelte es sich nach Angaben der russischen Behörden um einen Bombenanschlag. "Ein selbstgebauter Sprengsatz ist in einem Restaurant am Kudrinskaja-Platz in Moskau explodiert und hat drei Menschen getötet", erklärte das russische Antiterror-Komitee nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll eine Frau versucht haben, den Sprengsatz ins Lokal zu bringen. Dabei sei sie von einem Wachmann gestoppt worden, so die Staatsagentur Tass. Beide kamen bei der Explosion ums Leben, ebenso wie ein Besucher des Restaurants. 21 Menschen seien zudem verletzt worden. Zunächst spekulierten staatliche Medien über eine mögliche Gas-Explosion. Die russischen Behörden sprechen mittlerweile offiziell von einem Anschlag. Laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti hatte sich die Explosion gegen 20.10 Uhr Ortszeit (19.10 Uhr MESZ) "in der Nähe eines Sommercafés" in der russischen Hauptstadt ereignet. Im Onlinedienst Telegram waren Videos im Umlauf, die zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen vor Ort zeigten. Bericht: Bombe womöglich mit Fernzünder Die russische Tageszeitung "Kommersant" berichtete, dass die Bombe darauf ausgelegt gewesen sei, Gäste auf der Terrasse des Restaurants zu verstümmeln oder sogar zu töten. Laut dem Medienbericht wurde die Bombe mutmaßlich von einer anderen Person ferngesteuert gezündet. Demnach habe die Frau, welche die Bombe getragen habe, möglicherweise nicht gewusst, dass sie einen Sprengsatz bei sich hatte, spekulierte die russische Zeitung. Auf der Website des Restaurants hieß es, das Lokal sei am Samstag wegen einer "privaten Veranstaltung" geschlossen. Der Kanal Astra berichtete, dass in dem Restaurant eine Geburtstagsfeier eines russischen Generals stattgefunden habe. In der Nähe sollen Fahrzeuge mit schwarzen Kennzeichen geparkt haben, welche üblicherweise von den Streitkräften und anderen Sicherheitsbehörden verwendet werden. In den sozialen Medien war von einer Hochzeitsgesellschaft die Rede sowie von der Geburtstagsfeier für einen General der russischen Streitkräfte. Das Nobelrestaurant "Balzi Rossi" liegt am Gartenring im erweiterten Zentrum Moskaus. Die Behörden nannten weder die Namen der Getöteten oder Verletzten noch machten sie Angaben dazu, wer für die Tat verantwortlich sein könnte. Der russische Sicherheitsdienst FSB hatte Anfang des Jahres erklärt, die Behörden würden den Schutz hochrangiger Militärs verstärken, nachdem es zu Attentaten und Mordversuchen gekommen war, für die der FSB die Ukraine verantwortlich machte. Russland zuletzt immer wieder Anschlagsziel Seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 haben die ukrainischen Geheimdienste mehrere Anschläge auf Offiziere der russischen Armee oder prominente Unterstützer des russischen Vorgehens im Nachbarland für sich in Anspruch genommen oder sind für solche Angriffe vom Kreml verantwortlich gemacht worden. So machte Russland die Ukraine für den Tod von General Jaroslaw Moskalik bei einer Autoexplosion in der Nähe von Moskau im April 2025 verantwortlich. Im Dezember 2024 wurde der russische General Igor Kirillow in der russischen Hauptstadt bei der Explosion eines Rollers tödlich getroffen. Im August 2022 starb die Nationalistin Darja Dugina durch eine Autobombe, im April 2023 wurde der bekannte Militärblogger Maxim Fomin durch eine Explosion in einem St. Petersburger Café getötet.