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Gernot Döllner: VW-Betriebsratschefin Cavallo nennt Auftritt von Audi-Chef bei Trump beschämend

Allgemein

VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo hat den Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. »Etliche Minuten voller Rassismus, Sexismus, Diffamierungen von Ausländern, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie – und dann tritt einer unserer obersten Konzern-Repräsentanten auf die Bühne und betreibt aktive Wahlkampfhilfe«, sagte Cavallo in einem internen Interview. Wer die Rede von Trump gehört habe und habe wahrnehmen müssen, dass Döllner zum aktiven Teil dieser Veranstaltung geworden sei, müsse vor »Scham im Boden versinken«.

Cavallo sparte auch nicht mit Kritik am gesamten VW-Konzernvorstand um Chef Oliver Blume. Dieser habe sich »von einer höchst zweifelhaften politischen Figur, die gegen so ziemlich jeden unserer Unternehmenswerte verstößt, zur Marionette in deren Propagandashow machen lassen«, sagte sie. Dass umgehend erste Vergleiche zur VW-Geschichte gezogen würden, spreche für sich. Es sei ein Spiel mit dem Feuer. Volkswagen ist in der Nazizeit gegründet worden und diente dem Regime von Adolf Hitler als Vorzeigeunternehmen.

Die Pläne für ein Audi-Werk in den USA bewertet die VW-Betriebsratschefin nüchterner. Rein betriebswirtschaftlich könne das Sinn ergeben, sagte Cavallo. Der US-Markt zähle zu den größten und lukrativsten der Welt, der Marktanteil von VW sei dort aber immer noch viel zu klein. Zugleich habe Trump hohe Zölle verfügt, die den Konzern Milliarden kosteten. Es spreche vieles für eine verstärkte Fertigung in den Vereinigten Staaten. Nach Audis Ankündigung seien aber noch viele Fragen offen – etwa, ob es im Gegenzug Zollerleichterungen für den gesamten VW-Konzern gebe. Ebenso unklar sei, wie belastbar solche Zusagen über einen möglichen Regierungswechsel hinaus wären.

Innerbetrieblich stellt Cavallo klare Bedingungen. Für die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat komme eine neue US-Fabrik – ganz egal von welcher Marke – nur dann infrage, wenn man Klarheit über die Auswirkungen für die übrigen Werke hätte, insbesondere in Deutschland. »Ohne ein Gesamtbild zur Planungsrunde mit dem Gesamtblick auf alle Standorte geben wir kein grünes Licht. Das heißt im Umkehrschluss, dass eine Entscheidung erst noch aussteht«, sagte Cavallo. Ob man der Option für den Neubau am Ende zustimmen werde, sei offen.

Den Argwohn teilt auch Autoexperte Frank Schwope von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Berlin. Der Bau eines neuen Audi-Werks in den USA gefährde »tendenziell Arbeitsplätze in Deutschland«, sagte er der »Bild«-Zeitung. VW habe bereits Überkapazitäten. Schwope befürchtet eine Verlagerung von Modellen und Arbeitsplätzen, »sodass deutsche Werke überflüssig werden«. Besonders gefährdet sieht er Neckarsulm mit rund 15.000 Beschäftigten. Auch Porsche-Jobs in Deutschland könnten wegfallen, falls künftig Porsche-Modelle im neuen US-Werk gebaut würden.

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