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Gesandter Witkoff ist bei Treffen mit Putin voller Lob für den Kremlchef

Welt

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin bei einem Treffen in St. Petersburg als „Menschenfreund“ gelobt. Wörtlich sagte Witkoff: „Sie sprechen so oft davon, dass mein Präsident, Präsident Trump, ein Menschenfreund ist. Auch Sie sind ein Menschenfreund, Sir, und dafür zolle ich Ihnen meinen Respekt, spreche Ihnen meine Anerkennung aus und danke Ihnen noch einmal.“

Bei dem Treffen im Konstantinpalast legte der US-Vermittler Putin zudem neue Vorschläge für eine Beendigung des Ukraine-Kriegs vor. Als Geste des guten Willens ließ Russland zu Beginn der Gespräche den inhaftierten US-Bürger Stephen Hubbard frei. Nach Kremlangaben wurden die Gespräche nach etwa drei Stunden beendet.

„Ich hoffe, dass wir uns heute konstruktiv über eine mögliche Wiederaufnahme dreiseitiger Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA austauschen können“, sagte Witkoff während des Treffens zu Putin. „Selbst wenn wir heute keine Einigung erzielen: Wenn wir darüber beraten und ausloten, wie der nächste Schritt aussehen könnte, wäre das wichtig. Die Welt wartet darauf.“

Anreise aus Oslo

Witkoff hatte angekündigt, dass sich Trumps Schwiegersohn Jared Kushner im weiteren Verlauf telefonisch zuschalten werde. An der Unterredung nahm auch Putins Sonderbeauftragter für Investitionen, Kirill Dmitrijew, teil. Beide Seiten betonten das Potenzial für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit nach Kriegsende.

Witkoff war am Mittwochmorgen aus Oslo angereist, wo er am Dienstag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie Vertretern aus Nordeuropa, der EU und der Nato Gespräche geführt hatte. Diese Unterredungen beschrieb der Sondergesandte als produktiv. Einem US-Vertreter zufolge, der anonym bleiben wollte, wurden dabei Fortschritte bei Sicherheitsgarantien für die Ukraine, einem wirtschaftlichen Wiederaufbauplan und einer europäischen Sicherheitsarchitektur erzielt. Selenskyj äußerte die Hoffnung auf ein baldiges Gipfeltreffen mit Putin und Trump.

Nach dem Treffen mit Putin wird Witkoff nun erneut in Oslo erwartet, um von Putins Reaktion zu berichten. Inhalte der neuen Vorschläge sind bisher nicht bekannt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte lediglich, dass Putin sie prüfen werde.

Stammgäste in Moskau, selten zu Besuch in Kyjiw

Witkoff und Kushner sind schon mehrfach nach Russland gereist. In der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw waren sie dagegen zum ersten Mal Anfang September – also gut viereinhalb Jahre nach Kriegsbeginn und mehr als anderthalb Jahre nach Beginn von Trumps zweiter Amtszeit.

Bei seinen diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Kriegs setzt US-Präsident Trump vor allem die Ukraine unter Druck. Während er den Kremlchef nur selten kritisiert und zuletzt sogar Sanktionen gegen Russland lockerte, ging er Selenskyj öffentlich hart an, empfahl ihm einen Amtsverzicht und ließ verlauten, mit Putin könne man viel besser verhandeln. Kritiker werfen Trump vor, den Kremlchef trotz seines Angriffskriegs zu hofieren und die beim Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren auf westliche Hilfe angewiesenen Ukrainer im Stich zu lassen.

Seit seinem Amtsantritt hat Trump die Europäer als traditionelle Verbündete der USA bei seinen Friedensbemühungen weitgehend außen vor gelassen. Dabei sei es Europa, das mit den Konsequenzen des Kriegs in der Ukraine leben müsse, sagte Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre beim Treffen in Oslo. Also müssten die europäischen Staaten auch eine zentralere Rolle in den Verhandlungen spielen als bisher.

Ukraine vermisst US-Hilfe, Trump Gegenleistungen

Trumps Vorstellung, er könne den Ukraine-Krieg rasch – gar binnen 24 Stunden, wie er sich mehrfach brüstete – beenden, hat sich nach seinem Amtsantritt nicht bewahrheitet. Unter ihm sehen sich die USA nicht mehr als Verbündete Kyjiws, sondern eher als Vermittler, der vor allem eigene Interessen im Blick hat. Trump hebt auch immer wieder den angeblichen Friedenswillen Putins hervor, während er den Widerstand der Ukraine gegen einen übermächtigen Gegner abtut und ihr erhebliche Mitschuld an dem jahrelangen Krieg gibt. Außerdem wirft er der Ukraine fehlende Gegenleistungen für die Hilfe der USA vor, womit er sein transaktionales Verständnis von Außen- und Friedenspolitik zeigt.

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