Geschlechterparität: Anteil der Frauen in Führungspositionen stagniert
Der Anteil der Frauen in Führungspositionen bei an der Börse notierten Unternehmen ist einer Studie zufolge zuletzt kaum noch gestiegen. »Der über Jahre anhaltende Anstieg des Frauenanteils in den Führungspositionen der Privatwirtschaft ist weitgehend gestoppt«, teilte die Organisation Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) mit. Von einer paritätischen Besetzung in Aufsichtsrat und Vorstand seien die meisten der 183 betrachteten Unternehmen »noch weit entfernt«. Der jüngsten Auswertung zufolge stagniert in den Aufsichtsgremien der Anteil von Frauen bei 37 Prozent. In den Vorständen sank der Frauenanteil laut FidAR im Vergleich zum Vorjahr von 19,9 Prozent auf 19,1 Prozent. Ausgewertet wurden den Angaben zufolge die 160 Unternehmen, die in Dax, MDax und SDax gelistet sind, sowie 23 weitere börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen. Seit 2016 gilt eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten großer Konzerne. Seit Sommer 2022 müssen außerdem in börsennotierten Firmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten Vorstände, die mehr als drei Mitglieder haben, mit mindestens einer Frau und einem Mann besetzt sein. »Die Schere zwischen den der Aufsichtsratsquote unterliegenden und den nicht unter die festen Quoten fallenden Unternehmen geht immer weiter auf«, sagte FidAR-Gründungspräsidentin Monika Schulz-Strelow. »Geschlechterquote im Aufsichtsrat sollte erhöht werden« Die Vorgaben des Führungspositionengesetzes sollten auf mehr Unternehmen ausgeweitet werden, forderte FidAR-Präsidentin Anja Seng. »Die Geschlechterquote im Aufsichtsrat sollte auf 40 Prozent erhöht und auf alle Unternehmen ausgeweitet werden, die börsennotiert oder mitbestimmt sind.« Auch für Vorstände sollte es eine feste Quote zur Beteiligung von Frauen geben, verlangte FidAR weiter. Es sei »ein Alarmzeichen«, dass die Zahl der Unternehmen wieder gestiegen sei, die keine Frau im Vorstand einplanen. »Wir brauchen weibliche Talente auf allen Ebenen der Wirtschaft. Mehr Frauen in Führungspositionen stärken nicht nur die Chancengerechtigkeit, sondern tragen auch wesentlich zum nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg bei«, sagte Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU). FidAR beobachtet die Postenverteilung in den Führungsetagen öffentlicher Unternehmen und der Wirtschaft und veröffentlicht dazu regelmäßig Zahlen.