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Geschlechtskrankheiten: Fallzahlen im Hamburger Speckgürtel steigen - wie man richtig reagiert

Gesundheit

Sie können schwere Krankheiten wie Krebs und AIDS auslösen – und sind wieder auf dem Vormarsch: In weiten Teilen des Hamburger Umlandes wurden im vergangenen Jahr wieder mehr sexuell übertragbare Infektionen (STI, Sexually Transmitted Infections) gemeldet.

Nach Angaben der AOK NordWest wurden im Kreis Pinneberg 344 Fälle gemeldet, das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr (307 Fälle). Im Kreis Segeberg gab es einen Anstieg um 5,2 Prozent, von 368 auf 387 Fälle. Um 5,3 Prozent gesunken ist die Fallzahl hingegen im Kreis Stormarn. Hier wurden 144 Infektionen gemeldet, acht weniger als noch 2024.

„Viele sexuell übertragbare Infektionen sind bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar“, sagt AOK-Serviceregionalleiter Reinhard Wunsch. „Einige bakterielle STI sind heilbar, während virale Infektionen wie HIV nicht heilbar, aber gut behandelbar sind. Das setzt voraus, dass bei Verdacht auf eine STI auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht wird. Oft verursachen sexuell übertragbare Infektionen keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt.“

Folgeschäden, wenn nicht behandelt wird: Unfruchtbarkeit, Krebs, AIDS

Am häufigsten wurden im Jahr 2025 bei den STI die anogenitalen (venerischen) Warzen und akute Virushepatitis B diagnostiziert, gefolgt von Herpes Simplex, HIV und Chlamydien. Zu den häufigsten Anzeichen von STI gehören Ausfluss aus der Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden, Juckreiz, Schmerzen beim Sex und Wasserlassen sowie Unterbauchschmerzen.

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„Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann insbesondere bei Frauen zu einer Beckenentzündung und dadurch zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS“, so Wunsch.

Humane Papillomviren (HPV) können Tumoren verursachen

Um die Ausbreitung zu bremsen, müssen möglichst viele Menschen Risiken und Übertragungswege kennen. „Liegt eine sexuell übertragbare Infektion vor, sollten möglichst auch die jeweiligen Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion“, sagt Wunsch weiter.

Ursache für die am häufigsten diagnostizierte STI, die anogenitalen (venerischen) Warzen (Feigwarzen), sind bestimmte humane Papillomviren (HPV), die Niedrigrisikotypen, vorwiegend HPV6 und 11. Andere HP-Viren (Hochrisikotypen) können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhals-, Anal-, Penis-, Vulva-, Vaginal- und bestimmte Kopf-Hals-Tumoren verursachen.

Alle Kinder zwischen neun und 14 Jahren sollten gegen HPV geimpft werden

Doch das Thema ist keine reine Frauensache. Auch viele Männer und Jungen sind mit HPV infiziert. Deshalb können sie nicht nur das Virus übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Daher gilt die Empfehlung zur Impfung gegen die HP-Viren der Ständigen Impfkommission (STIKO) standardmäßig für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren.

Die Impfung sollte idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal im Abstand von fünf bis dreizehn Monaten geimpft. Wird die Impfung später nachgeholt, übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten der HPV-Impfung über die Krankenversichertenkarte bei Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Auch danach sind Erstattungen durch die Kassen möglich.

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