Gesetzliche Krankenkassen: Krankenkassen erwirtschaften Überschuss
Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr dieses Jahres ein Plus verbucht, aber ihre Ausgaben steigen weiter stark. Insgesamt haben die 93 gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuss von 2,6 Milliarden Euro erzielt, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Dies sei jedoch das Ergebnis von Beitragsanhebungen zu Jahresbeginn und diene vorrangig dem Auffüllen von Reserven.
Die Finanzreserven der Krankenkassen betrugen demnach zum Halbjahresende rund 7,5 Milliarden Euro. Damit erreichten die Reserven im Schnitt aller Kassen wieder das vorgeschriebene Mindestniveau von 0,2 Monatsausgaben.
Linnemann sieht keine Entwarnung
Diese Zahlen gäben keinen Anlass zur Entwarnung, sagte Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU). Die Ausgabendynamik übersteige weiterhin die Zuwächse bei den Einnahmen deutlich. »Diese Entwicklung muss gestoppt werden, um die Beitragssatzspirale zu brechen«, sagte Linnemann.
Die schwarz-rote Koalition hatte Mitte Juli das Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen, um den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz im kommenden Jahr bei 2,9 Prozent zu halten. Dazu sieht das Gesetz Einsparungen von rund 19 Milliarden Euro vor. Zudem greifen ab Anfang 2027 Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und der Pharmabranche, hinzu kommen aber auch etwa höhere Zuzahlungen für Medikamente für die Patienten.
Ausgaben für Krankenhausbehandlung am stärksten gestiegen
Von Januar bis Ende Juni verbuchten die 93 gesetzlichen Krankenkassen Einnahmen von 188,9 Milliarden Euro, denen Ausgaben von 186,3 Milliarden Euro gegenüberstanden. Dabei stiegen die Ausgaben für medizinische Leistungen um 7,4 Prozent und damit etwas weniger stark als im Vorjahreszeitraum mit 7,7 Prozent. Die Zuwächse lägen aber weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt, teilte das Gesundheitsministerium mit.
Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen sind im ersten Halbjahr um 9,3 Prozent beziehungsweise 5,1 Milliarden Euro gestiegen und treiben die Ausgaben damit am stärksten an. Die Aufwendungen für ambulant-ärztliche Behandlungen wuchsen um 6 Prozent oder 1,63 Milliarden Euro. Ebenfalls angestiegen sind die Ausgaben für Arzneimittel, und zwar um 5,1 Prozent oder 1,5 Milliarden Euro.