Getreidemärkte von Hitzewelle erschüttert: Preise für Weizen, Gerste, Mais im Juli
Obwohl sich die Hitzewelle am vergangenen Wochenende auf weite Teile Europas ausdehnte – und die Wetterprognose für die kommenden zwei Wochen weiterhin heißes und trockenes Wetter vorhersagt –, gaben die Preise an der Euronext am Freitag auf breiter Front nach. Für den Rückgang nennen die Marktbeobachter des französischen Analystenhauses Agritel verschiedene Gründe: Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss, eine Erholung des Euro-Dollar-Wechselkurses, ein Absinken der Ölpreise unter die Marke von 70 US-Dollar pro Barrel in New York, Verkaufsdruck in Chicago, ein schwächelnder Rubel, der den Preis für russischen Weizen unter Druck setzte, sowie sehr positive Meldungen zu den Erträgen bei Wintergerste in der Schwarzmeerregion. Die Lage auf den Feldern bleibt jedoch äußerst angespannt. Die Ernteergebnisse fallen oft enttäuschend aus, und – was noch wichtiger ist – es bestehen große Sorgen hinsichtlich der noch auf dem Feld stehenden Bestände. Am Wochenende verursachten Stürme in Frankreich gebietsweise schwere Schäden, während die damit einhergehenden Niederschläge sehr lokal begrenzt und ungleichmäßig ausfielen. Und die nächste Hitzewelle für Juli ist schon angekündigt. In den USA wachsen die Sorgen um die Ernte ebenfalls: Der National Weather Service prognostizierte für das Wochenende Temperaturen von fast 100 Grad Fahrenheit (ca. 38 Grad Celsius), die sich bis in den Norden des Mittleren Westens und den Osten bis zu den Carolinas erstrecken sollen. Es wird erwartet, dass diese hohen Temperaturen bis zum 4. Juli von den Great Plains bis zur Atlantikküste anhalten. An der Euronext ist der Kontrakt für September 2026 am Freitag trotz der Hitzekrise (siehe oben) um 3,50 Euro auf 202,50 Euro pro Tonne gefallen. Am heutigen Montag legen die Kurse trotz schwächerer US-Weizen-Preise wieder um 1,50 Euro auf 204,15 Euro zu. Am Exporthafen Hamburg wurden für den Weizen der neuen Ernte am Freitag 209 Euro je Tonne geboten und damit 4 Euro weniger als zum Beginn der vorigen Woche. Für Futtergerste der neuen Ernte 2026 lagen die Preisangebote in Hamburg am Freitag bei 188,50 Euro je Tonne und damit 3,50 Euro niedriger als zum Beginn der Woche. In den USA fielen die Weizen-Futures Ende Juni unter 5,80 US-Dollar pro Bushel und erreichten damit den niedrigsten Stand seit dem 10. April. Grund dafür war die fortschreitende US-Winterweizenernte, die die Erwartungen auf ein reichliches Angebot bestärkte. Die Ernte von Hartweizen war zu 49 % abgeschlossen, deutlich mehr als die 11 % im Vorjahr und der Fünfjahresdurchschnitt von 19 %. Die Ernte von Weichweizen erreichte 45 % und übertraf damit ebenfalls sowohl das Vorjahr als auch den Fünfjahresdurchschnitt. Auch in anderen Weizenanbaugebieten blieben die Erntebedingungen weitgehend günstig. Verluste wurden jedoch durch den langsameren Verkauf der Landwirte während der Ernte auf der Nordhalbkugel und durch Sorgen um die europäische Weizenproduktion nach der jüngsten Hitzewelle begrenzt. Händler warteten unterdessen gespannt auf den Quartalsbericht des US-Landwirtschaftsministeriums zu den Getreidebeständen, der am Dienstag veröffentlicht werden sollte. Sie beobachteten zudem die Wiederaufnahme der Sicherheitsgespräche in der Straße von Hormus nach den erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Die Wiederaufnahme der Düngemittellieferungen durch die strategisch wichtige Wasserstraße könnte dazu beitragen, die Sorgen um die Weizenproduktionskosten zu lindern. Mais ist vom Hitzeschock in Europa besonders betroffen. Folglich behauptet er sich besser gegen den Preisrückgang als Weizen oder Raps. Der Kontrakt für November 2026, der an der Euronext in der vergangenen Woche bei 221 Euro/Tonne schloss, notiert inzwischen 12 Euro/Tonne über dem Weizenkontrakt für Dezember 2026. Am heutigen Montag legen die Maispreise weiter deutlich um 3,50 bis 4,0 Euro zu - auf 232 Euro für den August und 225 für den November (neue ernte) Die US-Mais-Preise notierten hingegen unter 4,10 US-Dollar pro Bushel und bewegten sich damit nahe an einem Achtmonatstief, da die Marktteilnehmer ihre Positionen im Vorfeld des für diese Woche erwarteten USDA-Berichts zu Anbauflächen und Lagerbeständen anpassten, während heißes Wetter in den USA Sorgen um die neue Ernte aufkommen ließ. Für den Zeitraum bis zum 4. Juli werden von den Great Plains bis zur Atlantikküste überdurchschnittlich hohe Temperaturen vorhergesagt; zudem könnten trockenere Bedingungen in den südlichen Anbaugebieten sowie eine für nächste Woche erwartete Hitzewelle die Erntesorgen weiter verschärfen und die Ertragsaussichten beeinträchtigen. Unterdessen richten Händler den Blick gespannt auf die für Dienstag erwarteten neuen USDA-Daten zur Angebotslage, wobei davon ausgegangen wird, dass die Maisanbaufläche auf rund 94,9 Millionen Acres zurückgehen wird. Dies entspräche jedoch immer noch der viertgrößten Anbaufläche für Mais in den USA seit 1960. Darüber hinaus beobachteten die Märkte, ob der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran Bestand haben würde. Die Ölpreise stiegen an, nachdem es auf beiden Seiten zu Angriffen im Bereich der Straße von Hormus gekommen war. Beide Parteien einigten sich jedoch darauf, weitere Angriffe einzustellen, bevor die für diese Woche geplanten Friedensgespräche wieder aufgenommen werden. Unterdessen sind die Rapspreise mit den Ölpreisen gefallen und notierten am Freitag für den August-Kontrakt mit einem Minus von 6,50 Euro bei 512,25 Euro/t und können sich am Montag auf diesem Niveau behaupten. Die Sojabohnen-Preise notierten am Freitag bei rund 11,20 US-Dollar je Bushel und damit nahe einem Viermonatstief; belastet wurden sie durch fallenden Rohölpreise und einen stärkeren US-Dollar, während heißes Wetter in den USA Sorgen um die Ernte aufkommen ließ. Der National Weather Service der USA prognostizierte für das Wochenende Temperaturen von fast 100 Grad Fahrenheit (ca. 38 Grad Celsius), die sich bis in den Norden des Mittleren Westens und den Osten bis zu den Carolinas erstrecken sollen. Es wird erwartet, dass diese hohen Temperaturen bis zum 4. Juli von den Great Plains bis zur Atlantikküste anhalten. Unterdessen drückten Hoffnungen im Zusammenhang mit den laufenden Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie eine belebte Schifffahrt durch die Straße von Hormus die Rohölpreise, da man von einem größeren weltweiten Ölangebot ausging. Die Sojabohnenpreise folgen oft der Entwicklung der Rohölpreise, da Soja als Rohstoff für Biokraftstoffe dient. Zusätzlicher Abwärtsdruck entstand durch einen stärkeren Dollar – bedingt durch zunehmende Wetten auf US-Zinserhöhungen in diesem Jahr –, was Rohstoffe für ausländische Käufer verteuert. Händler achten nun auf Anzeichen für eine wieder anziehende Nachfrage aus China, nachdem in der vergangenen Woche 132.000 Tonnen US-Sojabohnen verkauft worden waren.