DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,04 % 64.285,40 USD 08:14:37 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Getreidepreise stürzen zweistellig ab - Weizenexport vom Schwarzen Meer möglich?

Wirtschaft

Die Euronext-Weizenpreise gaben zeitweise um mehr als 6 % nach, nachdem Berichte über Gespräche der Ukraine zu möglichen Mechanismen für die Aufrechterhaltung des Schiffsverkehrs in den Häfen des Großraums Odessa die Hoffnung nährten, dass die Exporte über das Schwarze Meer vor massiven Störungen bewahrt werden könnten. Der für September fällige Kontrakt für Mahlweizen an der Pariser Börse Euronext notierte zum Handel-Schluss bei 232,75 Euro je Tonne und damit 10,25 Euro niedriger, nachdem er im Handelsverlauf sogar auf ein Tief von 226,25 Euro je Tonne gefallen war. Der nachfolgende Dezember-Kontrakt notierte zum Handel-Schluss bei 236,25 Euro je Tonne und damit 8,25 Euro niedriger. Der meistgehandelte Weizenkontrakt in Chicago verzeichnete zum gleichen Zeitpunkt ein Minus von 4 %. Dem Vorschlag zufolge müssten Reedereien sowohl die ukrainischen als auch die russischen Behörden benachrichtigen, bevor Schiffe Häfen in einem der beiden Länder anlaufen, berichtete das Medienunternehmen ExpertGrain. Im Gegenzug würden Schiffe, die unter der Flagge teilnehmender Staaten fahren, nicht angegriffen. China, Indien und einige arabische Länder würden als potenzielle Teilnehmer angesehen, hieß es. Eine zweite Option wäre die Schaffung vorübergehender zwei- bis dreitägiger Waffenstillstandsfenster für Schiffe, die in Häfen ein- und auslaufen können. Reuters konnte den Bericht nicht sofort bestätigen. Es sei keine formelle Vereinbarung bekannt gegeben worden und Details seien noch in Verhandlung, sagte ExpertGrain. In seiner jüngsten Prognose schätzt das Institut IKAR die russische Weizenernte auf 90 Millionen Tonnen und erwartet für das Wirtschaftsjahr 2026/27 ein Exportvolumen von 44,5 Millionen Tonnen. Der Maiskontrakt für die Ernte 2026 (November) fiel an der Pariser Börse Euronext bis um zum Handel-Schluss auf 259,75 Euro je Tonne und verzeichnete damit lediglich ein Minus von 2,75 Euro. Der für August fällige Kontrakt für Raps fiel an der Pariser Börse mit den stark fallenden Ölpreise bis um zum Handel-Schluss auf 515,75 Euro je Tonne und verzeichnete damit ein Minus von 28,25 Euro je Tonne. Die Getreideexporte über das Asowsche Meer waren zuletzt vollständig zum Erliegen gekommen: Infolgedessen könnten nach Schätzungen von Kpler im zweiten Halbjahr 2026 Exportpotenziale für russischen Weizen im Umfang von bis zu 6,5 Mio. Tonnen wegfallen. Auf das Asowsche Meer entfallen rund 35 % der russischen Weizenexporte. Die Fracht wird mit Küstenmotorschiffen transportiert, die das Getreide zum Hafen Kavkaz – vor der Straße von Kertsch gelegen – befördern; dort erfolgt entweder der Umschlag auf größere Schiffe oder die direkte Lieferung an nahegelegene Ziele, vorwiegend in die Türkei. Die Terminals rund um das Asowsche Meer nehmen derzeit kein Getreide an, Lkw stauen sich vor den Anlagen ohne Entlademöglichkeit, und die Lagerkapazitäten an den Schwarzmeer-Terminals sind äußerst begrenzt. Dies fällt mit dem Höhepunkt der russischen Ernte zusammen – genau jenem Zeitpunkt, zu dem die Häfen im Einzugsgebiet des Asowschen Meeres normalerweise unter Volllast arbeiten würden. Noworossijsk, der wichtigste alternative Exporthafen am Schwarzen Meer, arbeitet bereits an der Kapazitätsgrenze, und es ist zu erwarten, dass dieser Zustand auch in den kommenden Monaten anhalten wird. Die Mengen aus dem Asow-Raum lassen sich nicht ohne Weiteres dorthin umleiten, da keine freien Kapazitäten zur Verfügung stehen. Zudem liegen die Lagerkapazitäten in Noworossijsk bei rund 0,6 Mio. Tonnen, sodass dort keine größeren Getreidelieferungen aus dem Norden problemlos bewältigt werden können. Kpler schätzt, dass im zweiten Halbjahr 2026 Exportkapazitäten für russischen Weizen im Umfang von rund 6,5 Mio. Tonnen wegfallen könnten.

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