Getreidepreise unter Hitzeschock: Maispreise explodieren, Weizenpreise steigen auch
Eine neue Hitzewelle erfasst diese Woche Westeuropa – und insbesondere Frankreich. Da Wettermodelle Temperaturen vorhersagen, die etwa 8 °C über dem jahreszeitlichen Durchschnitt liegen, dürften die Werte in vielen Regionen die 35-Grad-Marke überschreiten.
Diese Wetterlage beunruhigt vor allem die Akteure am Maismarkt, zumal der Zustand der Bestände ohnehin schon Anlass zur Sorge gibt. Dem letzten Bericht von France Agrimer zufolge wird der Zustand der französischen Maisbestände zu 58 % als gut bis ausgezeichnet bewertet; in der Vorwoche lag dieser Wert noch bei 76 %. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Verschlechterung in den kommenden Wochen fortsetzt, was die Maispreise an der Euronext auf einem relativ hohem Niveau hält.
Die Weichweizenernte in Frankreich schreitet ebenfalls sehr zügig voran: Bis zum 29. Juni waren schon 26 % der Arbeiten abgeschlossen – ein Vorsprung von 21 Prozentpunkten gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt. Auch andernorts in Europa, am Schwarzen Meer und in den USA ist die Ernte im Gange, was – insbesondere in Osteuropa – einen spürbaren Abwärtsdruck auf die Preise ausübt.
Angesichts der vielversprechenden Produktionsaussichten, vor allem in Rumänien, geben die Preise in der Region erneut nach. In Russland beginnt die Ernte im Süden, wenngleich für die kommenden Tage angekündigte Regenfälle die Feldarbeiten verzögern könnten.
Am heutigen Montag steigen die Weizenpreise im laufenden Handel wegen der Sorgen der erneuten Hitzewelle in Westeuropa wieder an. Der vordere Weizenkontrakt für September notiert im laufenden Handel bei 2,50 Euro im Plus bei 204 Euro je Tonne und der Dezember wird mit einem Aufschlag von 2,75 Euro mit 212,50 Euro je Tonne gehandelt.
Am Exporthafen Hamburg wurden für den Weizen der neuen Ernte am Freitag 208 Euro je Tonne geboten und damit 1 Euro weniger als so zum Beginn der Woche. Spätere Termine wurden mit 214 Euro gehandelt. Für Futtergerste der neuen Ernte 2026 lagen die Preisangebote in Hamburg am Freitag mit Erntebeginn nur noch bei 170 Euro je Tonne und damit rund 20 Euro niedriger als zum Beginn der Woche. Für spätere Termine werden 178,50 bis 180 Euro geboten - und damit 10 Euro höhere Preise.
Die Maispreise steigen – gestützt durch Sorgen wegen der Hitze und prognostizierter Mengenverluste – sowohl am Euronext-Terminmarkt als auch am physischen Markt erneut steil an, und zwar sowohl für Kontrakte der alten als auch der neuen Ernte. Der Kontrakt für November 2026 (neue Ernte), legt am Montag im laufenden Handel um 7 Euro auf 237,75 Euro je Tonne zu und der vordere Augusttermin steigt um 6,75 Euro auf 242 Euro je Tonne.
Inzwischen notierte die neue Maisernte (November) rund 38 Euro/Tonne über dem Weizenkontrakt für September 2026. Damit besteht ein immer größerer Preisabstand zwischen Mais und anderen Getreidearten wie Weizen oder Gerste. Das aktuelle Preisniveau veranlasst einige Käufer bereits dazu, ihren Bedarf für die neue Ernte neu zu bewerten und zu prüfen, ob Mais durch andere Getreidesorten ersetzt werden kann.
Die Rapspreise steigen ebenfalls kräftig an – getrieben von steigenden Sojapreisen. Am Montag steigen die Rapspreise im laufenden Handel für den August-Kontrakt um 7,25 Euro auf 511,25 Euro/t. Auch die Preise für kanadischen Raps legen am Montag kräftig um 14 CAD auf 763,60 CAD je Tonne zu.
Die Sojabohnenpreise steigen besonders heftig um 34 Cent auf rund 1181 US-Cent je Bushel, da heißes Wetter im Mittleren Westen der USA für Unsicherheit sorgt, während die Hoffnung auf eine stärkere Nachfrage aus China die Preise antreibt.
Der Markt konzentrierte sich vor allem auf Prognosen, die bis Mitte Juli – einer entscheidenden Phase für die Pflanzenentwicklung – überdurchschnittliche Temperaturen vorhersagten, auch wenn verbesserte Niederschlagsaussichten die Ertragserwartungen dämpften. Zudem erhielt der Markt Auftrieb durch einen kräftigen Kursanstieg bei Sojaschrot. Die jüngste Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), die die Anbaufläche für Sojabohnen auf 85,37 Millionen Acres nach oben korrigierte, galt hingegen weitgehend als bereits eingepreist.
Investoren warten nun auf den wöchentlichen Exportbericht des USDA, um die Gerüchte über chinesische Käufe zu bestätigen. Zusätzliche Unterstützung kam von einem schwächeren US-Dollar, da die Erwartungen hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen nachließen, was Rohstoffe für ausländische Käufer günstiger machte.