DAX +1,62 % 25.589,16 Pkt 16:11:53 MDAX +1,84 % 30.425,18 Pkt 16:11:54 Euro Stoxx 50 +0,70 % 6.159,08 Pkt 16:11:45 Dow Jones +0,40 % 52.425,02 Pkt 16:26:54 S&P 500 +1,29 % 7.722,11 Pkt 16:26:54 Nasdaq +1,91 % 26.450,63 Pkt 16:26:54 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold +0,85 % 4.072,70 USD 16:16:53 Silber +0,85 % 54,57 USD 16:16:48 Brent -5,63 % 109,29 USD 16:16:53 WTI -1,68 % 100,05 USD 16:16:51 Bitcoin +0,47 % 80.384,01 USD 16:26:44 EUR/USD -0,65 % 1,11450 USD 16:26:45 EUR/GBP -0,20 % 0,83680 GBP 16:26:54 EUR/CHF -0,09 % 0,92330 CHF 16:26:54 EUR/JPY -0,07 % 175,796 JPY 16:26:54

Gewinn – wie steht es um die Aufnahme in den S&P 500?

Technologie

Seit dem Geschäftsjahr 2025 weist Strategy die Bitcoin auf der Bilanz zum fairen Wert aus. Diese Bilanzierungspraktik, die früher nicht möglich war, führt dazu, dass die Entwicklung von BTC die Quartalsergebnisse maßgeblich bestimmt.

Eine Hoffnung, die vor allem im Jahr 2025 bestand, war, dass Strategy deshalb in den S&P 500 aufgenommen werden könnte, was große Kapitalzuflüsse in die MSTR-Aktie bedeutet hätte.

Die Voraussetzungen für eine Inklusion in den wichtigen Aktienindex, der grundsätzlich die größten 500 US-amerikanischen Aktiengesellschaften abbilden soll, sind nämlich:

Unternehmenssitz in den USA

Notierung an einer US-Börse

ausreichend hoher frei handelbarer Börsenwert

genügend Liquidität der Aktie

Nettogewinn im letzten Quartal

Nettogewinn in Summe über die letzten vier Quartale

Strategy erfüllte eine längere Zeit alle Voraussetzungen bis auf die Profitabilität, bis sich der größte börsennotierte BTC-Halter im Sommer 2025 erstmals formal für die Inklusion qualifizierte.

Denn nach dem zweiten Quartal 2025, in dem ein unrealisierter Investitionsgewinn in Höhe von circa 14 Milliarden US-Dollar verzeichnet wurde, war Strategy im aktuellsten Quartal profitabel sowie über die vorherigen vier Quartale hinweg, was eine Anforderung ist.

Dennoch gab es weder zum darauffolgenden Rebalancing im September noch zu dem nach dem dritten Quartal 2025, in dem ebenfalls ein Gewinn erwirtschaftet wurde, die Aufnahme in den wichtigen Aktienindex.

Grundsätzlich kommt so etwas häufiger vor. Beispielsweise wurde auch Tesla nicht direkt nach der Qualifizierung im Sommer 2020 aufgenommen. Dafür dann aber im Dezember 2020.

Am gestrigen Montag gab Strategy bekannt, im dritten Quartal dieses Jahres einen unrealisierten Bitcoin-Gewinn in Höhe von 20,91 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet zu haben.

Strategy hielt zu Beginn des Quartals 846.000 BTC und beendete es nach mehreren Verkäufen sowie Rückkäufen bei 847.666 BTC und damit bei einem neuen Höchststand. In der vergangenen Woche kaufte Strategy nach dem Quartalswechsel weitere 334 BTC für 28,7 Millionen US-Dollar hinzu. Strategy sitzt damit jetzt auf 848.000 BTC im Wert von 73 Milliarden US-Dollar.

Grund für den Milliardengewinn ist der Bitcoin-Kurs, der zwischen Juli und September um mehr als 40 % zulegen konnte und damit das beste Quartal seit dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2024 verzeichnete.

Stellt man diesen Investitionsgewinn den jüngsten Quartalsergebnissen der Unternehmen im S&P 500 gegenüber, so zeigt sich, dass Strategy hier den siebten Platz einnehmen würde.

Da das Quartalsergebnis von Strategy nahezu ausschließlich von der BTC-Entwicklung bestimmt ist, sorgt die Offenlegung aber für keine Überraschung. Theoretisch lässt sich das nämlich in Echtzeit selbst ausrechnen.

Mit der jetzt wieder zurückerlangten Profitabilität nach den allgemein akzeptierten Bilanzierungsrichtlinien stellt sich aber die Frage, ob möglicherweise jetzt die Aufnahme in den S&P 500 gelingen könnte.

Da dafür ein Nettogewinn über die letzten vier Quartale hinweg nötig ist, müssen diese auch berücksichtigt werden. Die Bitcoin-Gewinne beziehungsweise -Verluste sahen wie folgt aus:

Q4 2025: 17,44 Milliarden US-Dollar Verlust

Q1 2026: 14,46 Milliarden US-Dollar Verlust

Q2 2026: 8,31 Milliarden US-Dollar Verlust

Q3 2026: 20,91 Milliarden US-Dollar Gewinn

Auch wenn hierbei für das richtige Quartalsergebnis noch die kaum ins Gewicht fallenden Erträge des Softwaregeschäfts, die realisierten Verluste durch die BTC-Verkäufe in Q2 und Q3 2026 sowie Steuereffekte zu berücksichtigen sind, würde sich Strategy aktuell nicht für die Aufnahme in den S&P 500 qualifizieren.

Das könnte sich aber schnell ändern, sofern im jetzt angebrochenen Quartal ein Gewinn von wenigen Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden sollte beziehungsweise Bitcoin moderat weitersteigt.

Von dem Q3-Gewinn in Höhe von 20,91 Milliarden US-Dollar dürften nach Berücksichtigung des bislang kommunizierten Steueraufwands von 1,88 Milliarden US-Dollar grob rund 19 Milliarden US-Dollar Gewinn übrig bleiben. In diesem Fall würde Strategy im vierten Quartal bereits ein Nettogewinn von knapp 2 Milliarden US-Dollar reichen, um über die vergangenen vier Quartale hinweg wieder profitabel zu sein.

Da sich das Komitee von S&P Dow Jones Indices trotz zweier aufeinanderfolgender Quartale der Qualifizierung gegen eine Aufnahme von Strategy entschieden hat, ist wohl eher nicht davon auszugehen, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird.

Grundsätzlich scheint das Indexkomitee nämlich nachhaltige Unternehmensgewinne zu erwarten. Bei Strategy hängen diese aber nun mal vom mitunter stark schwankenden Bitcoin-Kurs ab. Eine offizielle Erklärung, wieso Strategy noch außen vor bleibt, gab es bis heute allerdings nicht.

In der Bitcoin-Community wurde derweil die Theorie verbreitet, dass Strategy Bitcoin verkauft hätte, um in den S&P 500 aufgenommen zu werden. So etwa von Joe Consorti, der über 60.000 Follower hat.

Hierbei werden aber zwei voneinander getrennte Sachverhalte miteinander vermengt.

Ende 2025 erhielt Strategy ein Kredit-Rating von S&P. Dieses fiel mit B– bescheiden aus. Die Rating-Agentur kreidete unter anderem an, dass sich Strategy nicht bereit zeige, BTC zu verkaufen.

Wir betrachten dies als Schwäche, insbesondere da das Unternehmen zögert, die als Investitionen gehaltenen Bitcoins zu verkaufen. Unserer Ansicht nach erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen, wenn es als letztes Mittel Bitcoins verkaufen muss, um liquide Mittel zu generieren, dies wahrscheinlich zu stark gedrückten Preisen tun wird.

S&P

Später erklärte S&P noch, dass Strategy das Kredit-Rating verbessern könne, wenn es Liquidität in Form von US-Dollar vorhält, die Kreditaufnahme durch Wandelanleihen zurückfährt sowie beweist, dass selbst in Stressphasen für Bitcoin Kapital eingesammelt werden kann.

Strategy adressierte alle diese Punkte. Es wurden Bitcoin verkauft, Kapitalmarktzugang im tiefsten Bärenmarkt demonstriert sowie mehr als 5,7 Milliarden US-Dollar an Cash auf die Bilanz gelegt, das aktuell 3,6 Jahre an Zahlungsverpflichtungen abdeckt. Wandelanleihen hat Strategy derweil seit Frühjahr 2025 nicht mehr emittiert und im Mai dieses Jahres sogar 1,5 Milliarden US-Dollar dieser Schulden getilgt.

Doch das alles sind keine Voraussetzungen für die Aufnahme in den S&P 500, wie Strategy-CEO Phong Le sogar selbst in einer Fragerunde mit Kleinanlegern erklärte.

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