Gewinnblase bei Chip-Aktien: Jetzt drohen bis zu 50 Prozent Absturz
An der Wall Street wächst die Sorge, dass der US-Aktienmarkt nicht nur wegen hoher Kurse überhitzt ist, sondern auch wegen zu bullisher Gewinnerwartungen. Die Rallye rund um künstliche Intelligenz hat den S&P 500 auf Rekordniveau getrieben. Gleichzeitig sind die Gewinnschätzungen der Analysten noch schneller gestiegen als die Kurse. Dadurch wirkt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis auf den ersten Blick sogar günstiger: Vor einem Jahr lag es bei 22,4, zuletzt nur noch bei 20,51, obwohl der Index in diesem Zeitraum um rund 20 Prozent zugelegt hat. Genau darin sehen Strategen nun das Risiko. Für das zweite Quartal wird bei den Unternehmen im S&P 500 zwar erneut ein zweistelliges Gewinnwachstum erwartet. FactSet rechnet mit einem Anstieg von mehr als 23 Prozent. Doch die Frage ist, wie lange dieses Tempo durchzuhalten ist. Die Analysten Joachim Klement und Francisca Reis von Panmure Liberum verweisen darauf, dass das Gewinnwachstum inzwischen deutlich über dem langfristigen Trend liegt. Eine langfristige Bewertungskennzahl zeigt, wie extrem der Markt inzwischen ist: Nach dem Shiller-CAPE, das Kurse mit geglätteten Zehnjahresgewinnen vergleicht, wird der S&P 500 derzeit mit etwa dem 41-Fachen der Gewinne bewertet und nähert sich damit den Extremwerten aus der Dotcom-Ära. Noch brisanter wird die Rechnung, wenn die jüngsten Gewinne auf ein normaleres Wachstumstempo bereinigt werden. Dann würde das Shiller-CAPE-Verhältnis laut Panmure Liberum auf 67,6 steigen. Das läge über den Höchstständen früherer großer Vermögensblasen in den USA. Die Analysten sprechen deshalb nicht nur von einer Kursblase, sondern von einer "Preisblase auf einer Gewinnblase". Der Grund liegt vor allem im KI-Boom. Große Technologiekonzerne wie Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta und Oracle investieren enorme Summen in neue Rechenzentren. Diese sogenannten Hyperscaler könnten sich dadurch von kapitalarmen Plattformunternehmen stärker in kapitalintensive Infrastrukturkonzerne verwandeln. Damit steigt das Risiko, dass die aktuell hohen Gewinnmargen auf Dauer nicht zu halten sind. Exklusiv für wallstreetONLINE UserEröffnen Sie bis zum 31.07.2026 ein Depot bei Smartbroker+ und erhalten Sie einen Anteil Ihrer Lieblingsaktie in unserer Auswahl im Wert von 50 Euro. Auch Peter Berezin, Chefstratege bei BCA Research, warnt vor einer solchen Gewinnblase. Historisch seien solche Übertreibungen besonders in Branchen typisch, die starken Boom-und-Bust-Zyklen unterliegen. Dazu zählten Rohstoffe, Fluggesellschaften, Banken vor der Finanzkrise – und heute vor allem Halbleiter. Berezin zufolge sind Analysten oft schlecht darin, den Höhepunkt einer Gewinnblase rechtzeitig zu erkennen. Ist dieser Punkt erreicht, könnten Aktienkurse jedoch um 30 bis 50 Prozent fallen. Damit rückt vor der Berichtssaison eine unbequeme Frage in den Mittelpunkt: Tragen die Gewinne die KI-Rallye wirklich weiter, oder verschleiern überzogene Erwartungen nur, wie teuer der Markt bereits geworden ist? Für Anleger ist das Risiko besonders tückisch, weil ein scheinbar moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis nur so lange beruhigt, wie die Gewinnprognosen tatsächlich eintreffen. Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion Der Analyst erwartet ein Kursziel von 7876,16Pkt, was eine Steigerung von +5,00% zum aktuellen Kurs entspricht. Mit diesen Produkten können Sie die Kurserwartungen des Analysten übertreffen. Morgan Stanley Alle Partner Übernehmen Für Ihre Einstellungen haben wir keine weiteren passenden Produkte gefunden. Bitte verändern Sie Kursziel, Zeitraum oder Emittent.Alternativ können Sie auch unsere Derivate-Suchen verwenden Knock-Out-Suche | Optionsschein-Suche | Zertifikate-Suche Werbung Disclaimer SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen