Gewitter in Hessen: Nach der Hitze kommt "normales" Sommerwetter
Die extreme Hitze der vergangenen Tage hat sich zum Wochenstart verabschiedet - und zwar mit Gewittern, die schon in der Nacht eingesetzt haben. Örtlich gewitterte es am frühen Montagmorgen kräftig, mancherorts begleitet von Starkregen und Sturmböen. Auch erste Meldungen über Schäden und wetterbedingte Probleme sind bekannt. In Maintal-Hochstadt (Main-Kinzig) fing der Kirchturm der evangelischen Kirche Feuer. Dort hatte laut Feuerwehr der Blitz eingeschlagen. Das Feuer konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden. Die Höhe des Sachschadens muss noch ermittelt werden. Zwischen Bad Schwalbach (Rheingau-Taunus) und Usingen (Hochtaunus) stürzte durch den Sturm ein Baum um, der die Fahrbahn der B275 zeitweise blockierte. Abfertigung am Flughafen zeitweise unterbrochen Am Frankfurter Flughafen musste wegen des Gewitters seit 5 Uhr mehrmals die Abfertigung unterbrochen werden. 100 Flüge wurden annulliert - davon 50 abfliegende und 50 ankommende, ein Flieger wurde nach München umgeleitet. Am Vormittag lief der Betrieb wieder ohne Probleme. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte zeitweise für alle hessischen Städte und Kreise vor starkem Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. So verzeichnete das Polizeipräsidium Mittelhessen stellenweise erheblichen Starkregen. Auf der B2 bei Bad Vilbel sei es deshalb zu einem Unfall aufgrund von Aquaplaning gekommen. Beteiligt gewesen seien vier Fahrzeuge, verletzt worden sei dabei niemand. Die Gewitter brachten jedoch auch die ersehnte Abkühlung. Die Nacht zum Montag war zwar teils noch tropisch, aber doch schon weniger warm als die Nächte davor: Am wärmsten war es mit 21,9 Grad in Bad Nauheim, in Schaafheim (Darmstadt-Dieburg) wurden 21,3 Grad gemessen und in Darmstadt und am Frankfurter Flughafen 21,1 Grad. Die tiefsten Werte wurden auf der Wasserkuppe (18,1 Grad), in Fulda (17,9 Grad) und auf dem Kleinen Feldberg (16,8 Grad) gemessen. Im Laufe des Tages lässt die Unwettergefahr in Hessen allmählich nach. Am Nachmittag stellt sich dann ein Wechsel aus dichten Wolken und sonnigen Abschnitten ein. Dabei gibt es nur noch einzelne Schauer oder Gewitter. Der Hitzedom wandert Richtung Osteuropa Nach elf Tagen extremer Hitze infolge ist somit klar: In ganz Hessen schwingt das Wetter um, hin zu normaleren Sommertemperaturen. Wie hr-Meteorologe Tim Staeger erklärte, zieht von Nordwesten kühlere Luft nach Hessen, die den "Hitzedom" Richtung Osteuropa verschiebt. Für Montag erwartet Staeger dann Temperaturen von vielerorts knapp unter 30 Grad. "Zunächst wird es auch noch schwül sein, im Verlauf der Woche wird es dann aber zunehmend trockener", prognostiziert Staeger. "Eine neue Hitzewelle ist zunächst nicht in Sicht" Höchstwerte dann: 25 bis 30 Grad, Temperaturen also, wie sie zu dieser Jahreszeit durchaus üblich sind. "Eine neue Hitzewelle ist derzeit nicht in Sicht", sagt Staeger. Wobei: Die Hundstage, die heißeste Zeit des Jahres, liegen im Juli und August. Wenn dann eine ähnliche Wetterlage wie in der vergangenen Woche auftrete, dann drohten ähnlich hohe oder noch höhere Temperaturen, sagt Staeger. Durch den Klimawandel sei nicht die Frage, ob dies passiere, sondern wann, warnt der Experte. Forderung: Hitzeschutz muss jetzt Priorität haben Die vergangene Woche müsse klar machen: Hitzeschutz müsse in der Politik jetzt Priorität haben. Es gebe einen ganzen Katalog von Maßnahmen für besonders gefährdete Orte wie Kitas, Schulen, Kliniken oder Altenheime. "Das Problem löst sich ja nicht auf, indem man es einfach weg erklärt", resümiert Staeger.