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„Gibt es eine Chance?“ Wladimir Putin spricht über Frieden in der Ukraine

Welt

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Wladiwostok/Moskau – Drei Meldungen der letzten Tage: Der Raketenterror gegen die Ukraine geht weiter! Bei russischen Luftangriffen auf Odessa (3. September) wurden mindestens 17 Menschen verletzt, darunter auch drei Kinder. Bei einem schweren Angriff auf die Hauptstadt Kiew kamen zwölf Menschen ums Leben, mehrere Dutzend Personen wurden verletzt (20. August). Und in Europa wächst die Zahl der mutmaßlich durch Sabotage verursachten Zwischenfälle. Zum Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle stellte Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) am Dienstag fest: „Russland hat den Anschlag zu verantworten.“

Ganz ehrlich: Haben Sie den Eindruck, dass hier Frieden in Aussicht ist? Überraschenderweise hat sich nun ausgerechnet Kreml-Tyrann Wladimir Putin (73) zuversichtlich geäußert. Beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok sagte Putin: „Gibt es eine Chance? Meiner Ansicht nach ja.“ Redet hier der Mann, der bereits Hunderttausende Russen für seinen Angriffskrieg mobilisiert und Zehntausende Nordkoreaner vom befreundeten Diktator Kim Jong-un (42) rekrutiert hat, um die Ukraine zu unterwerfen?

Putin bei seinem Auftritt weiter: „Russland und die Ukraine sollten sich zunächst einmal untereinander einigen.“ Zwar seien andere Länder, darunter die USA und China, bereit zu helfen, „letztendlich und vor allem muss dieses Problem jedoch von den beteiligten Ländern gelöst werden“.

Neue Botschaft an Trump

Wie ernst diese Aussagen wirklich zu nehmen sind, ließ Putin jedoch direkt im Anschluss durchscheinen. Zwar stünden sein Land und die Ukraine weiter in Kontakt. Einen Hinweis auf echte Fortschritte blieb der Machthaber jedoch schuldig. Vielsagend auch seine folgende Aussage: Zwar gebe es eine Chance, jedoch erschwere die Drohung der Ukraine, den Flugverkehr nach Russland zu unterbrechen, „zweifellos die Möglichkeiten für bilaterale Friedensverhandlungen“.

Tatsächlich liegen die Gespräche auf Eis, seitdem sich die USA vorerst zurückgezogen haben, weil Präsident Donald Trump (80) sich lieber auf seinen Krieg gegen den Iran konzentriert – und Russland hat seine Angriffe wieder verstärkt. Derweil versuchte Putin erneut, Trump bei der Stange zu halten: „Präsident Trump sieht und spürt, soweit ich das verstehe, die Notwendigkeit einer solchen positiven, konstruktiven Zusammenarbeit. Ich hoffe, dass dies letztendlich zu einem positiven Ergebnis führen wird.“

Putin behauptet: Es gibt keine Mobilmachung

Nach außen, aber auch an seine eigene Bevölkerung gerichtet, versprach Putin nebenbei erneut, es stehe keine weitere Mobilmachung bevor; es gebe auch keine Pläne, nach den Parlamentswahlen in Russland Ende dieses Monats neue Soldaten einzuziehen: „Es gibt derzeit kein Szenario, das eine Mobilmachung erfordern würde. Dies ist ein Informationsangriff des Feindes im Vorfeld der Wahlen zur Staatsduma, mit dem versucht wird, den Ausgang zu beeinflussen.“

Die erheblichen Verluste der russischen Armee an der Front könnten den Herrscher schon bald wieder zum Umdenken bewegen. Zuletzt hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) vor einer bevorstehenden Rekrutierung von weiteren bis zu 50.000 nordkoreanischen Soldaten gewarnt .

Schließlich interpretiert Putin den Begriff Frieden seit Beginn seines Angriffskrieges vor viereinhalb Jahren auch etwas anders als der Rest der Welt: Er will einen Frieden, den er selbst diktiert – und bei dem die russische Grenze nach Westen verlegt wird, um die illegal annektierten Regionen (Donezk, Luhansk, Saporischschja, Cherson) auch offiziell zu russischem Staatsgebiet zu machen.

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